Sonntag, 2. Mai 2010

Wurschtschitschi

-Donots im Übel & Gefährlich am 08.04.2010-



Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen?


Die Chaostheorie besagt, in aller Kürze zusammengefasst, dass in komplexen, dynamischen Systemen eine große Empfindlichkeit auf kleine Abweichungen in den Anfangsbedingungen besteht. Geringfügig veränderte Anfangsbedingungen können im langfristigen Verlauf zu einer völlig anderen Entwicklung führen.


Wir, das sind Spikey, Björn, Nicole und Nadine, sollten an diesem verlängerten Konzertwochenende eine ganz eigene Definition der Chaostheorie aufstellen.




Übrigens wird ein Schmetterling noch eine gewisse Rolle in diesem Bericht spielen. Aber erstmal von vorne…
 Wir mussten ja auch erstmal aus allen Himmelsrichtungen zusammenkommen. Und das stimmt sogar, also fast… Spikey und Nadine mussten am Donnerstag (der Konzerttag) ja nicht arbeiten, die glücklichen Schweine. Dementsprechend hatten sie viel Zeit, noch vor Konzertbeginn bzw. Einlass im Übel & Gefährlich viel viel Blödsinn zu machen. Eigentlich wollten sie ja den ganzen Tag planen, aber vor lauter Verplantheit hat das nicht so recht geklappt. Was sie aber geschafft haben, ist, einkaufen zu gehen. Wir mussten ja für das lange Wochenende noch ein wenig Proviant kaufen. Und Geburtstagsgeschenke. So kamen eine Wundertüte, zwei Kuchen und ein paar andere Naschereien zum Topfschlagen zusammen. Aber als dann auch noch Björn mit seiner verfrühten Abfahrt aus Hameln allen sowieso schon unsicheren Pläne einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, war dann alles vorbei. Hm, jetzt mussten wir noch Nicole verklickern, dass der ursprüngliche Plan, mit dem Auto nach St.Pauli zu fahren, wo sie dann ihre ganzen Klamotten im Auto hätte zwischenlagern können, nun so nicht mehr existierte. Stattdessen musste sie jetzt ihre Sachen am Hauptbahnhof in einem Schließfach abstellen. Glücklich war sie nicht darüber. Und auch auf den weiteren Verlauf des Abends sollte das noch eine nicht unbedeutende Auswirkung haben. Aber auch dazu später mehr.


Wir konnten dann aber kurz vor 6 Uhr große Zusammenkunft an den Landungsbrücken feiern und einen schönen Stärkungssnack zu uns nehmen. Hab ich grad schön gesagt? Hm, da hängt‘s schon. Der Imbiss, in dem wir uns niederließen war ja wirklich eine Klasse für sich. Da wartet man dann schon mal 5 Minuten, bevor man überhaupt an der Kasse bedient wird. Die Angestellten waren aber auch wirklich gut darin, uns zu ignorieren. Als die „nette“ Frau an der Kasse dann fragte, was wir haben möchten, dachten wir schon es geht endlich los. Aber so schnell sie das gefragt hat, war sie dann auch wieder weg, ohne (!) uns bedient zu haben. Muss wohl ne Verwandte von Speedy Gonzales, der schnellsten Maus von Mexico, sein. Nach geschlagenen 10 Minuten (oder so) konnten wir dann endlich die hässlichste Currywurst der Welt mit Pommes, eine Portion gummiartiger Bratkartoffeln und zwei Portionen Pommes mit Majo… Stopp, Nicole wollte doch Ketchup… Naja, musste die nette Frau hinter der Theke halt nochmal eine neue Portion zubereiten. Aber wer zuerst die Majo auf die Pommes pflatscht und dann erst fragt, was rauf soll, darf dann auch nicht böse gucken. Nicoles Pommes waren dann auch kalt… Schönes Essen. Nicht. Der Hunger trieb es rein und wir konnten einigermaßen gestärkt Richtung Konzert tingeln. Aber nicht ohne vorher noch über unglücklich geklebte, sowieso schon hässliche Plakate zu lachen… Das sah aber auch scheiße aus.


Naja, wir sind dann zwei Stationen mit der U-Bahn gefahren und waren dann so gut wie da, am Konzertort. Kurz vor der Ankunft wäre Nicole noch fast von ‘nem Fahrrad überrollt worden… Wir anderen wollten sie noch warnen, aber unser „Ääääääähhhhhhhhhh!!!“ oder „Ooooooooohhhhhhhhhh!!!!“-Stammeln hat als Warnung nicht so ganz gefruchtet. Aber zum Glück ist nichts passiert. Dann, direkt vor Ort quasi, haben wir gemerkt, dass noch nicht viel vorm Übel & Gefährlich los ist und wir generell ziemlich früh da waren. Die Suche nach einem Klo gestaltete sich auch als eher schwierig. Also haben wir noch einige Runden gedreht. Es war ja auf dem Heiligengeistfeld grad Dom (für Nicht-Kundige, das ist ein Riesenjahrmarkt). Dort haben wir dann ca. 5 Minuten auf DEN Tower gestarrt und uns gefragt, was daran jetzt die Attraktion sein soll. Wir wissen es bis heute nicht. Der Eintritt war aber mit 3 Euro dann günstiger, als von uns im Vorfeld eingeschätzt und man kann das Ding wohl mal mitmachen. Man kann es aber auch lassen. So wie wir. Die Zeit verflog dann doch schneller als gedacht und wir postierten uns wieder vorm Übel & Gefährlich. Leider wurde der Einlass etwas nach hinten verschoben, was Nadines Hände dann (trotz recht warmer Temperaturen, aber dennoch eisigen Windes) mit Fast-Erfrierungen quittierten.


Aber es ging ja dann irgendwann doch los und wir konnten dann rein stürmen. Der Aufzug brachte uns, leicht gequetscht, in den 4. Stock (gerüchteweise hab ich gehört, dass einige Menschen wohl die Treppe genommen haben), wo das Konzert stattfand. Dort angekommen, versuchten wir uns zu orientieren und in Richtung Bühne zu finden. Hat auch ganz gut geklappt. Wir postierten uns dann, mal wieder, überglücklich in der ersten Reihe (fragt nicht, wie wir das immer machen; ich weiß es doch auch nicht). Nach nicht mal einer Minute sagte eine ganz besonders helle Leuchte aus unserer Runde, dass wir uns ja auch auf das Podest, das einen Meter hinter uns lag, stellen könnten. Keine schlechter Gedanke, angesichts dessen, dass ¾ von uns unter 1,65 m ist. Also zogen wir um und waren sehr glücklich und zufrieden mit unseren Plätzchen. Die Spannung auf das Konzert bei uns war zum Zerreißen und wir konnten es kaum noch abwarten, dass es endlich losginge, als dann auch schon der Donots-Support Royal Republic aus Schweden anfingen. Mit den engsten Hosen, die die Welt je gesehen hat, viel Bock und sehr energischen Songs heizten die 4 Jungs dem Publikum schon gut ein.





Sehr sympathisch. Uns gefielen sie sehr. Sogar so sehr, dass Spikey vor lauter Begeisterung glatt an dem Abend vergessen hat, Geld in die gerüchteweise sowieso immer leeren Kassen von Musikern zu spülen und deren Album zu kaufen. Insider sprechen davon, dass sie Mitte Mai immer noch verzweifelt versucht, ihre Hände an die CD zu bekommen.




Wir waren jedenfalls nach Royal Republic gut aufgewärmt und richtig heiß auf die Jungs der Donots. Das kann aber auch an der nicht vorhandenen Lüftung gelegen haben. Und nach der obligatorischen Umbaupause ging es dann auch mit ‘ner kleinen Anrufbeantworternummer und dem Smasher Changes los.




Das Publikum hat von Sekunde eins an getobt, als gäbe es keinen Morgen.




Aber auch die Donots sind sehr gut abgegangen, allen voran Gebrüder Knollmann, Ingo und Guido, der Tags zuvor noch schön Geburtstag feiern konnte. Mit Jubel und „Donots“-Sprechchören wurden die Jungs frenetisch gefeiert. Dass die sich darüber gefreut haben, wie was weiß ich was, hat man ihnen auch gut angemerkt und sie haben es das Publikum auch immer wieder wissen lassen.





Durch die gute Stimmung im Saal kamen auch viele wunderschöne Momente zusammen. So ließ zum Beispiel der früher bereits angesprochene Schmetterling Jan-Dirk daran zweifeln, ob er sie noch alle beisammen habe… Etwas ungläubig konnten wir also beobachten, wie auch ein Schmetterling sich auf das Konzert schlich und den Klängen lauschte. Mitmoshen war in der Höhe, in der er sich so rumtrieb, auch nicht so ganz möglich.







Weitere Höhepunkte waren natürlich der schönste Circle Pit, den Hamburg jemals gesehen hat, während „Whatever happened to the 80’s“ (Guidos Geburtstagswunsch, der prompt in die Tat umgesetzt wurde), die Einblicke in das Knollmannsche Jugendleben, mit einer präzisen Beschreibung der Gerüche Ingos durch Guido,





das „Jubel-Experiment“, initiiert von Ingo (Kurz zur Erklärung, das war folgendermaßen: der normale Jubel des Publikums „langweilte“ Ingo ein wenig und er wollte mal etwas Neues ausprobieren. Er schlug also vor, dass das Publikum doch bitte den nächsten Song, sollte dieser gefallen, mit einem lauten, tiefen „Eeeeeeeooooooooohhhhh!!!!“ quittiert. Der Song gefiel dann so gut, dass Hamburg das lauteste und schönste „Eeeeeeeooooooooohhhhh!!!!“ zu hören bekam. Jan-Dirk hat das leider ein wenig die Stimmung vermiest, aber das Hamburger Publikum weiß ja, wie es das wieder gut machen kann.)











und die „Jesus-Aktion“ von Ingo, bei der er sich todesmutig auf das Publikum gestellt hat, um „We’re not gonna take it“ zu performen.






Wie sehr die Donots ihr Publikum unter Kontrolle haben, wurde uns gezeigt, als sie zur letzten Zugabe, Parade of One, aufspielen wollten und Alex seine Akkustikgitarre in aller Kürze für den perfekten Sound stimmen wollte. Zu seinem Übel war es in dem Laden so heiß geworden, dass das nicht so ganz gelingen wollte. Damit sich der arme Junge gut auf das Stimmen konzentrieren konnte und sich nicht so beobachtet dabei fühlte, bat Ingo darum, dass sich doch bitte mal alle umdrehen sollten. Gesagt, getan. Die gesamte (!) Meute stand also mit dem Rücken zu der Band. Ein Bild für die Götter, das sich uns da bot.




Sieht man auch nicht alle Tage. Und das auf einem Konzert, das wohl jeder noch so kleinen Amöbe im Raum gefallen haben muss. Nach der ca. sieben Minuten langen Zwangspause legte dann nochmal jede Person alle Energie in den letzten Song des Abends.


Die Donots taumelten dann überglücklich und geschafft von der Bühne und wir ließen uns überglücklich und geschafft auf den örtlichen Sitzgelegenheiten nieder und tranken erstmal was.



Und dann, Punkt 12 Uhr, sprangen Nadine, Spikey und Björn auf, um Nicole ein wunderschönes (hä?) Geburtstagsständchen zu singen. Selbige wurde nämlich frische 24 Lenze jung. Mangels Inspiration dachte sich dann Nadine, dass sie Nicole ja einfach mal ein Shirt der Donots schenkt, was Nicole dankbar annahm, ‘nen Trinkbecher gab’s für alle auch noch oben drauf, dank des sozialen Tages, zweier anwesender Personen, die hier nicht weiter erwähnt werden möchten (Nadine war eine davon).


Wir hatten dann noch das Glück, obwohl es dann doch schon sehr spät war, ein paar Fotos mit den Gebrüder Knollmann zu schießen





und machten uns dann endgültig satt und zufrieden auf in Richtung U-Bahn und Bahnhof, damit wir dort Nicoles Sachen abholen konnten. In all der Aufbruchstimmung hat Nadine leider vergessen, ihre Stimme einzupacken und ist einfach ohne sie losgerannt. Die arme Stimme hockt wahrscheinlich heute noch im Übel & Gefährlich und wimmert ganz allein vor sich hin.


Doch leider leider wurde uns dann noch ein kleiner Schock versetzt, denn, oh Schreck, es war schon so spät, dass die U-Bahn nicht mehr fuhr. Also nahmen wir den Nachtbus. Und das auch noch die ganze Nacht hindurch. Denn Nachtbus bedeutet geduldig sein und warten. Und das taten wir auch. Aber wie… Der erste Bus brachte uns erstmal zum Bahnhof, wo wir Nicoles Sachen aus dem Schließfach abholten. Da wir aber noch einen langen Weg vor uns hatten, stärkten wir uns erstmal bei einer großen amerikanischen Burgerkette, die mitten in der Nacht noch geöffnet hatte. Der nächste Nachtbus in Richtung Heimat lies dann aber auf sich warten. Die Zeitanzeige erlaubte sich auch noch einen Scherz mit unseren Nerven. Immer wieder mal wurde noch eine Minute Wartezeit drauf gepackt. Aber wir lassen uns ja nicht lumpen und wissen, wie man sich ablenken kann. So wurde ein vor Jahren gegründeter und noch am Gründungstag eingestampfter Chor wiederbelebt und wir gaben die schönsten Disney-Songs zum Besten, um die blöde Zeitanzeige zu beschwichtigen. Da klangen dann die Songs der Gummibärenbande, Chip & Chap oder auch Balu und seine tollkühne Crew durch die Hamburger Nacht. Und flugs kam dann auch schon der Bus.


Wir mussten dann in der Nähe der Reeperbahn noch einmal umsteigen, aber ab da hieß es dann entspannen im Bus. Im letzten Bus trafen wir dann noch ganz lustige Zeitgenossen, die sie nicht mehr alle beisammen hatten. So sprach uns der eine, Oskar war sein Name, in seinem alkoholisierten Zustand freundlich an und fragte, was wir denn schönes am Abend gemacht haben, nur um zwei Minuten später im Bus einzuschlafen. Seine Kumpels schien das nicht weiter zu stören. Und das, obwohl doch Oskar mehrmals drohte, aus dem Sitz zu fallen. Das weckte in Spikey und Nadine Muttergefühle oder ähnliches. Wir sorgten uns um Oskar und Spikey hielt ihn auch mal vorsorglich fest, damit er nicht ganz umkippt. Wundersam war dann aber, als der eine Kumpel ihn weckte, weil er aussteigen musste, und Oskar auf einmal das blühende Leben war. Als wäre er nie müde gewesen. Wir mussten noch ein Stück weiter, aber irgendwann kamen auch wir zu Hause an und fanden dann kurz vor 4 Uhr unseren wohlverdienten Schlaf.


Den brauchten wir auch für die nächsten Tage. Denn wir hatten noch einiges vor.


Freitag stand erstmal exzessives Feiern von Nicoles Geburtstag an. Das äußerte sich dann aber doch eher in Rumgammeln bis hast nicht gesehen. Wir konnten uns erst gegen 6 Uhr abends dazu aufraffen, endlich in die Stadt zu fahren. Zum Topfschlagen sind wir natürlich nicht mehr gekommen. Schade eigentlich. Das Abendprogramm gestalteten wir aber getrennt. Nicole und Nadine gingen noch kurz shoppen und Spikey und Björn fuhren zur Abschiedsparty von Björns Bruder. Davon hatten wir dann aber noch alle etwas. Denn aus hier nicht näher zu nennenden Gründen waren wir alle wieder viel zu lange wach. Nur so viel: Spikey betätigte diese Nacht ihr Handy sehr oft, um Nadine anzurufen.


Am nächsten Morgen fiel das Aufstehen natürlich allen sehr schwer. Trotzdem konnte Nadine zum Beispiel schon um 9 Uhr in der Früh nicht mehr schlafen… Na toll… Es half alles nichts, trotz der kurzen Nacht und einiger Unpässlichkeiten bei einem Viertel der Bande, konnten wir alle mehr oder weniger ein schönes Frühstück genießen, das uns für den Tag stärken sollte. Am Nachmittag sind wir alle vier zum Shoppen in die Stadt gefahren. Auf dem Weg zurück passierte aber etwas Wunderliches. Spikey schaffte ihren Veggie-Döner nicht und überlies Nadine, die eigentlich schon ausreichend den Tag über gegessen hatte (im Gegensatz zu Spikey), die Reste. Am Abend waren wir schön im Kino. Kampf der Titanen. In 3D. War nicht soooooooooooo Bombe. Der Rückweg vom Kino war noch sehr witzig, denn Spikey und Nadine verfielen in einen wahren „Robin Hood – Helden in Strumpfhosen“-Zitate-Battle. Das war sehr lustig. Nur nicht für Björn und Nicole, die in der S-Bahn fast eingeschlafen wären. Die Krönung des Tages war aber etwas, das die Dönergeschichte vom Nachmittag noch toppte. Auf dem Weg von der S-Bahn zur Wohnung wollten sich Spikey, Björn und Nadine noch mit jeweils einem Döner stärken. Und wieder schaffte Spikey ihren Döner nicht. Schockschwerenot! Und wieder übernahm Nadine die Reste. Damit hatte sie an diesem Wochenende den geheimen Esswettbewerb gegen Spikey haushoch gewonnen. Aber sowas von… Also steht’s zwischen den beiden jetzt 1:1… Ha…

Am Sonntag blieb uns nur noch, uns über das ganze Chaos der vergangenen Tage zu amüsieren, uns zu verabschieden und schon Pläne für das nächste Power-Konzert-Geburtstagswochenende zu machen…


Danke an: Royal Republic und den Donots für das WAHNSINNIG GEILE (!!!!) Konzert, Nobert für den Extrabecher, die aufgrund der hohen Feuchtigkeit in Raum nicht zu stimmende Gitarre von Alex, weil wir dadurch auch mal ne andere Seite des Konzertsaals gesehen haben, Guidos Wendy-Shirt, das einige Diskussionen bei uns ausgelöst hat, Disney für die vielen schönen Songs, die uns die Wartezeit auf den Nachtbus verkürzt haben, Oskar, die auf eine sehr amüsante Art aggressive Mitarbeiterin des HVV und ihre noch „netteren“ Durchsagen am Bahnsteig, das indische Essen, das Nadine an dem Wochenende ganze 3mal verputzt hat.
Besonderer Dank gilt Nicole, Spikey und Nadine einfach fürs Dasein und ein ganz besonderer „Hipp-Hipp-Hurra-er-möge-dreimal-hochleben“-Dank für Björn, weil er uns drei Terrortanten das ganze Wochenende ausgehalten hat.
Kein Dank an: die blöde Wartezeitanzeige beim Warten auf den Nachtbus, die es ultrawitzig fand, immer mal wieder ein paar Minuten draufzuschlagen, Pernod (…), die blöden 3D-Brillen, die während des Films immer von der Nase gerutscht sind und diese total beknackte Baustelle in Wedel, die uns immer dazu zwang, ungewollt die Straßenseite wechseln zu müssen. Aaaschloch.

Donnerstag, 1. April 2010

Du musst spontan sein in dieser Welt...

-Donots Unplugged im Saturn Hamburg am 30.03.2010-




Obwohl in einer Woche das Konzert der Donots im „Übel und Gefährlich“ steigen sollte, taten uns die Jungs den Gefallen und spielten am 30.03.2010 Unplugged im Hamburger Saturn. Dort sollten sie nicht nur ein paar Songs spielen…nein nein, sie gaben auch noch Autogramme. Nadine, Björn und ich entschieden uns also, dorthin zu gehen...da Nicole ja in HH arbeitet, fragten wir auch sie und sie sagte spontan zu. Toll! Somit waren wir also zu viert…drei kleine und ein großer Mensch, coole Kombi!
18Uhr sollte es losgehen. Da ich schon seit 15Uhr in Hamburg war, holte ich erst Nadine und dann mit ihr Nicole von den jeweiligen Gleisen am Bahnhof ab. Björn stieß kurz vor 18Uhr zu uns…somit waren wir also komplett.
Wir sahen ziemlich schnell, dass es ganz schön voll ist. Also entschieden wir uns, dass weiter hinten die Plätze besser sind, da man dann wenigstens noch ein bissl was sehen kann. Irgendwie falsch gedacht, denn nachdem eine nette Saturnmitarbeiterin eine Durchsage machte, dass im 4.OG die Donots einen kleinen Auftritt hatten, kamen nochmal ein paar Leute und versperrten uns die sicher geglaubte Sicht. Nur gut, dass wir Björn hatten…der konnte wenigstens über die Menge fotografieren…bei uns wären auch Fotos entstanden, aber mit ausschließlich vielen Rücken.
Und schon ging es los…die Donots spielten „Calling“, „Let It Go“ und „Stop The Clocks“...zwischendurch kamen wieder lustige Ansagen und Anekdoten von seiten der Donots zu stande. Wir fanden es toll. Da ich zwischendurch auch mal sehen wollte, ob es auch wirklich die Donots sind ;), stellte ich mich auf das leergefegte Angebote-Regal…ein ganzes Lied hindurch ging das auch gut, aber irgendwie störte mich mitten im nächsten Song ein Mann mit nem komischen Ausweis, dass diese Regale nicht zum draufstellen seien. Als ich mir den Ausweis, den er sinnfreier Weise meinen Füßen und nicht mir zeigte, anschaute merkte ich, dass dieser nicht gerade autoritär wirkende Herr vom Sicherheitsdienst war. Ich hielt es also für ratsam, seiner etwas ängstlich wirkenden Aufforderung nachzukommen…wollte ich doch noch Autogramme haben und nicht vorm Saturn auf Nadine, Nicole und Björn warten. Nach diesen drei Songs entschieden sie sich, noch eine Zugabe zu spielen, nur um danach noch eine Zugabe zu spielen. Wir fanden es gut. So hörten wir also noch „Superhero“ und „The Years Gone By“.
Doch leider ist auch der beste Kurzauftritt mal zu Ende…die Donots bedankten sich, wir bedankten uns und schon ging es ab zum Autogramme holen. Während es zu Beginn noch ein bissl unorganisiert wirkte, bildete sich schnell eine immens lange Schlange…also hieß es für uns: in der Schlange einreihen. Nadine holte schon mal ihr Booklet raus und ich entschied mich kurzerhand, den wundervoll vorgedruckten Zettel vom Saturn, auf dem die Donots für diesen Tag angekündigt waren, signieren zu lassen. Hatte meine LP ja noch nicht, also musste ich mir was einfallen lassen. (Ich weiß, es lagen auch Autogrammkarten vorne, aber das wäre ja Mit-dem-Strom-Schwimmen…nicht so mein Ding) Langsam aber gemächlich ging es voran in der Schlange und plötzlich standen wir vorne am Tisch der Jungs. Ich legte also ganz brav meinen Flyer auf den Tisch und zeigte auf die Stelle, an der ich die Autogramme gerne hätte. Alex‘ Gesichtsausdruck sprach Bände. Er fragte mich nur, während er pflichtbewusst signierte, was das denn sei. Als ich schon vor Guido stand, sagte ich: „Hab doch meine LP noch nicht!“ Guido konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Weiter ging es mit den Autogrammen und auch Nadine war sehr erfolgreich, nicht zuletzt deshalb, weil sich ein kleines Super-Gespräch mit Ingo entwickelte. Nadine sprach ein großes Lob aus, dass das Album echt gut geworden sei. Ingo erwiderte darauf: "Danke schön, wir sind auch echt stolz drauf." Und Nadine setzte noch einen drauf und bestärkte die Jungs: „Da habt ihr auch allen Grund dazu.“ Ingo konnte sich sein (nebenbei bemerkt) sehr sympathisches Lächeln nicht verkneifen.
Nachdem wir unsere Autogramme hatten, gingen wir glücklich zu unserem Paparazzo Björn und seiner Assistentin Nicole, die das ganze überwachte (HAHAHAHAHA).

Ich muss schon sagen, war schon ein toller Auftritt, da freu ich mich doch schon auf das Konzert nächste Woche.

Bye bye
Spikey

Dienstag, 23. März 2010

[insertcoolname]


 -Itchy Poopzkid in der Pumpe am 18.12.2009-




Endlich war es soweit…der langersehnte Tag des Itchy Poopzkid-Konzertes am 18.12.2009 in der geilen Location „Pumpe“ in Kiel war endlich da.
Es ging alles ganz entspannt los. Ich holte Nadine um 13.19 Uhr von der S-Bahn in Wedel ab. So ging ich also zu Itchy Poopzkid tanzend und zappelnd Richtung Haltestelle. Ich war fast pünktlich bei Nadine, doch irgendwie war selbige nicht geduldig genug, das machte mir auf jeden Fall mein Handy in sekündlichem Takt deutlich.
Der Rückweg gestaltete sich sehr ruhig, wir entschieden ganz ritterlich und edelmütig, das Mittagessen in Form von Spaghetti mit Tomaten-Käse-Sauce zuzubereiten, um Björn die Arbeit zu ersparen…zu dumm nur, dass auf besagtem Weg unsere Motivation (ein kleines gemeines Tierchen, welches öfter mal verschwindet) ins nächste Gebüsch gesprungen ist und sich einfach in die entgegengesetzte Richtung auf und davongemacht hat...so ein Mist, die brauchten wir doch noch für die nächsten Aktivitäten. Naja, nachlaufen lohnt sich da aber auch nicht mehr…
Zuhause angekommen, machten wir uns daran, dass Essen vorzubereiten. Nadine und ich…unseres Zeichens klein und rumwuselnd...beschäftigten uns damit, welche Songs denn eventuell auf die Setlist kommen könnten. So hörten wir also die ganze Zeit Itchy Poopzkid und quasselten am laufenden Band. Irgendwann so gegen 15 Uhr kam Björn.
So ging es dann auch zum Mittag essen, besser gesagt zum Mittag schaufeln. Während wir also aßen, entschied ich für mich selbst, ein Wettessen zu veranstalten. Gesagt, getan! Wir saßen also am Tisch, Schaufelutensilien in der Hand und den Teller voll mit Spaghetti und Tomaten-Käse-Sauce. Ein kurzes Nicken und schon ging es los. Böse Blicke meinerseits schienen zu fruchten, denn schon nach 1 1/2 Portionen gab Nadine auf. Bei Björn war die Sache schon kniffliger, denn er ist 1.ein Kerl (isst also THEORETISCH mehr als Weiber) und 2. größer als ich (braucht also THEORETISCH mehr als kleine Knirpse)…Ich entschied mich also in der zweiten Runde, schneller zu essen, um meinen Gegner zu verwirren…schien zu funktionieren, denn er gab auf. Da ich aber wirklich gewinnen wollte und eigentlich auch noch GAR nicht satt war, nahm ich noch eine dritte Portion. Die Gesichter der beiden hättet ihr mal sehen müssen. Allerdings weiß ich nicht, ob es Futterneid, pure Verwunderung oder einfach nur Ärger über das verlorene Match war…naja egal, es stand 1:0:0 für mich und die beiden wussten nichts davon HAHAHA. Somit war ich schon lange vor dem Konzert glücklich wie ein Eichhörnchen auf Koks…
Nach dem Mittag machten wir drei uns dann langsam aber sicher auf den Weg, denn wir wollten schon rechtzeitig da sein…die Fahrt war eigentlich sehr entspannt. Es gab weder Stau noch zu viel Schnee…allerdings verabschiedete sich unser Navi andauernd von der Fensterscheibe…(irgendwie erinnert mich das an Nadines Autofahrt nach Berlin, ob da eventuell ein Zusammenhang besteht?)…da ich aber keine großartige Lust hatte, mit dem Navi zu kämpfen, hielt ich es Björn, der sich bei Antritt der Fahrt gleich mal hinters Lenkrad geschmissen hat, direkt unter die Nase und fragte in wohlüberlegten kurzen zeitlichen Abständen: „Ist gut so? Oder kannste nichts sehen?“ Ich glaube, Björn war in diesem Moment ganz froh, dass seine Hände mit dem Lenkrad beschäftigt waren…sonst hätte er mich wahrscheinlich lächelnd erwürgt…naja, ich wollt ja nur nett sein! Nadine und ich schwärmten also so von Itchy Poopzkid und beteuerten immer wieder, wie cool die doch seien…nicht nur aufgrund ihrer Musik sondern auch wegen diverser Aktivitäten, welche in Konzertberichten immer wieder schön Erwähnung finden. Plötzlich fiel mir auf, dass ja Björn auch ganz toll ist…um ihm das zu zeigen, sagte ich ihm ganz ehrlich: „Aber du kannst den Jungs eh nicht das Wasser reichen, ehrlich!“ Während er weiterfuhr, prustete Nadine von hinten laut los und schrie doch immer wieder: „Wie geil, wie geil!“ Erst nach ein paar Kilometern begriffen Björn und ich, was ich da wieder Schlaues vom Stapel gelassen habe…also stimmten wir mit ein und schmissen uns hin und her vor Lachen…was für ein Fest.
Da fuhren wir nun kurz vor 18Uhr in Kiel rein und schon nach kurzer Zeit fanden wir die Location; „Die Pumpe“. Wir also erstmal hin und die Lage checken…war noch niemand da. Nur eine Frau, bei der wir uns nicht sicher waren, ob sie sich aufgrund der Kälte draußen nur ein bisschen aufwärmen wollte oder tatsächlich kam, um Itchy Poopzkid anzuschauen. Wir wussten es nicht, war uns dann aber auch egal! Jetzt hieß es warten, da Einlass erst ab 20Uhr war…also erkundeten wir erstmal die Räumlichkeiten. Naja, das brauchte nicht lange, da die Pumpe jetzt nicht so mördergroß ist…trotzdem wissen wir, jetzt wo das Klo ist und das ist schon mal viel wert. Während wir so weiter warteten, kamen drei Mädels mit einem auffällig älteren Mann durch die Eingangstür…auffällig deshalb, weil die Mädels wahrscheinlich gerade mal 15 waren und er aussah, als könnte er der Vater von einer oder gar aller Mädels sein. Irgendwie beschlich uns so langsam das Gefühl, dass wir mit der Vater-Tochter-Annahme gar nicht so falsch lagen…denn immer wieder wuselten die Weiber überall rum, kamen aber schon nach kurzer Zeit zu besagtem Mann zurück, um sich zum x-ten Male versichern zu lassen, dass die Konzertkarten auch sicher in der Männer-Jackentasche verwahrt seien. Auch sie inspizierten die Räumlichkeiten, aber nicht der Toiletten wegen, sondern nur, um eventuell einen Blick auf einen Arm oder Fuß oder gar eine Haarsträhne der Jungs von Itchy Poopzkid zu erhaschen. Für uns war es recht amüsant mit anzusehen, wussten wir doch, dass wir in diesem Alter auf keinen Fall so groupiemäßig unterwegs waren und auch nicht alle zwei Sekunden einen ohrenbetäubenden Schrei ausgestoßen haben, sobald wir etwas gesehen haben, was eventuell vielleicht möglicherweise zu einem Bandmitglied gehörte...wir lachten also immer wieder über besagte Mädels, deren Namen ich hier fairerweise einmal nennen möchte: Ally, Kesha und Kaddi (soweit uns das bekannt war). Komisch fand ich dann allerdings, dass sich Papi (unser liebevoll gewählter Name) immer weiter zu uns gesellte, um immer wieder zu betonen, dass er vorher nicht wusste, worauf er sich einlässt. Ja, bei solchen Mädchen wäre mein Pflichtgefühl, auf diese drei Hupfdohlen aufzupassen, wahrscheinlich auch in pure Verzweiflung umgeschlagen. Er versuchte uns klar zu machen, dass er auf der ganzen Fahrt sowohl nur die EINE Musik als auch neue Pläne für die nächsten Konzerte in „Ganz-weit-weg“ gehört hatte. Für ihn sei klar, dass er das nächste Mal jemand anderen von den Eltern zu so einem Konzert schicken würde.
Irgendwann ging es endlich auf 20Uhr zu und nun wurden auch wir drei ein bisschen kribbelig, wollten wir doch endlich zu den Jungs von Itchy Poopzkid so richtig abzappeln. Vor uns, wie sollte es auch anders sein, standen die Mädels aus…keine Ahnung, war uns egal…Mittlerweile war das Groupie-Dasein der drei nicht mehr ganz so lustig. Wir schüttelten nur immer wieder den Kopf und dachten uns: „Die stehen nicht neben uns!“ Also hieß es: Konzertkarten vorgezeigt, Bändchen ums Handgelenk und schnell rein und so weit wie möglich nach vorne…hat irgendwie gut geklappt. Wir standen in der 1. Reihe (in Worten: ERSTEN!!!), ziemlich links. Und oh Wunder, es gab keine Absperrung…wir standen direkt an der Bühne.
Gegen 21Uhr ging es dann endlich los und der erste Support enterte die Bühne: „Three Chord Society“. Coole Band, hat richtig gut Stimmung gemacht. So konnten wir uns also schon mal richtig schön warmtanzen. Danach sollte eine Band aus Slowenien auftreten, wir waren also gespannt. „Elvis Jackson“, das ist der lustig-komische Name der Band. Die ganze Zeit fragten wir uns, ob die Jungs eventuell bekifft gewesen waren, als sie sich den Bandnamen ausdachten…als sie dann schließlich auf die Bühne kamen und loslegten, war uns klar, dass die wirklich so durchgeknallt sind und der Bandname definitiv gerechtfertigt ist. Neben geilen Songs, die es Björn gleich angetan haben, hatten sie noch andere Mittelchen, um auch den letzten misstrauischen Konzertbesucher aus der Reserve zu locken: Luftmatrazen, Klopapier, ein Wasserball und !oh Freude! Seifenblasen sorgten dafür, dass alle schon nach kurzer Zeit ausgelassen mittanzten.
Nachdem Elvis Jackson ihren letzten Song präsentierten, merkten wir, wie es langsam unruhig wurde im Raum…und das konnte nur einen Grund geben. Ja klar: ITCHY POOPZKID sollten gleich auf die Bühne kommen…ES GING ALSO ENDLICH LOS!!!
Das Licht ging aus, das Intro setzte ein und der ganze Raum schrie…super Voraussetzung dafür, dass sich die Jungs von Itchy Poopzkid raus trauten. Sie legten endlich los…
mit einer absolut geilen Setlist schafften es die Jungs, die komplette Bude auseinander zu nehmen…und wir standen in der erste Reihe. Naja, Nadine und ich…Björn hat sich in die dritte Reihe zurückfallen lassen, was sich später als sehr klug rausstellen sollte. Aber dazu später mehr. Während die Jungs also rockten, was das Zeug hielt, tanzten wir uns die Beine kaputt und sangen uns die Seele aus dem Leib und die Stimme aus der Kehle.
Es war einfach zu geil…immer wieder wagten wir einen Blick zu Björn, denn dieser war ja zum ersten Mal auf einem Punkrock-Konzert und ist ja auch so eher ein Stiller…aber wir sahen, dass er sehr zufrieden mitzappelte und es eigentlich ziemlich genoss. Panzer und Sibbi waren so richtig in ihrem Element und sprangen und rannten auf der Bühne herum als ob es kein Morgen gäbe. Unter anderem verschlug es die beiden (naja, eher Panzer, aber auch Sibbi, weil Panzer wieder so schnell weg war) immer wieder direkt an den Bühnenrand, wo wir standen.
Das war zu geil…immer wenn er kam, beugten wir uns erst zurück, zückten die Kameras und fotografierten paparazzi-like Panzer mit Bass oder nur Hose mit Bass oder ein Stück Arm…es war auf jeden Fall der Hammer. Aber eins kann ich sagen, wir können froh sein, dass wir so klein sind…so sauste der Bass-Hals immer wieder über unsere Köpfe hinweg, traf uns aber nicht. Bei Björn wäre das wahrscheinlich bei einem unvorsichtigen Moment entweder mit einem blauen Auge oder einem ausgeschlagenen Zahn ausgegangen…also gut, dass er in der dritten Reihe in Sicherheit vor Panzers Bassattacken war. Es gab aber noch mehr Highlights während des Konzerts…so unter anderem Sibbi auf dem Gitarrenkasten, sein ultimativer Gitarrenscratch (der auf einem Bild nicht unbedingt wie einer aussah), sein musikalisches Talent am Akkordeon, Panzer mit „Against the Wall“, die Wall of Death und zu guter Letzt „Tricky“ mit Hinsetzen, Lauschen, Aufspringen und Abzappeln.
Nadine hatte sogar das Glück, „Tricky, Tricky, Tricky, Tricky“ in Sibbis vollgesabbertes Mikrofon zu schreien…da war ich schon ein bisschen neidisch. Aber ich gönn es ihr!
Doch irgendwann geht auch so ein „amazing“ Konzert zu Ende…schade eigentlich. Allerdings merkten Nadine und ich, wie alt wir eigentlich sind…nachdem das Licht anging, mussten wir uns gleich mal auf die Bühne setzen, um unsere Knochen wieder in die richtige Position zu bringen. Björn holte uns, zwei absolute Wracks, von der Bühne ab und spendierte uns ziemlich lässig jedem ein Glas Wasser…man tat das gut!
Nach einer Stärkung entschieden wir uns, nach Shirts zu schauen. Nadine entschied sich für ein T-Shirt und ich für das Super-Sonder-Spar-Rabatt-Angebot, welches aus T-Shirt und LP bestand. Also schlug ich gleich zu. Danach gingen wir auf die Jagd. Unser erstes Opfer fanden wir in Panzer. Mit ihm machten wir schnell ein Foto…hinterher wurde uns klar, dass Jagd eigentlich sehr stimmig war, denn Panzer schaute wie ein aufgescheuchtes Reh in die Kamera.
Hinterher suchten wir auch noch Sibbi, den wir schon nach kurzer Zeit fanden. Ich fragte ihn, ob wir ein paar Fotos mit ihm machen könnten und er sagte ohne zu Zögern: „JA!“ Ich stellte mich also hin, er stützte sich halb auf mich, als plötzlich eine Stimme aus dem Hintergrund meinte: „Pass auf, der stinkt!“ Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte, wollte ich doch das Foto haben. Ich sagte darauf, dass das nicht stimmt und lächelte glücklich in die Kamera.
Björn fotografierte auch noch Nadine mit Sibbi, was eine sehr geile Unterhaltung zur Folge hatte:

Björn: „Mensch, du siehst aber ganz schön verpeilt aus auf dem Foto.“
Sibbi: „Ja keine Ahnung, ich seh immer verpeilt aus.“
Björn: „Dann können wir ja noch 1000 Bilder machen und es wird nicht besser!“
*grabesstille*

Sibbis Gesichtsausdruck war göttlich, er wusste nicht, was er dazu sagen sollte, nahm es aber gelassen auf und verließ uns dann. Wir fanden es lustig, toppte diese Unterhaltung doch meinen liebevollen Ausspruch über Björns Höherrangigkeit gegenüber den Jungs, welchen ich im Auto von mir gegeben habe.
Irgendwann verließen wir die Location und machten uns auf Richtung Auto, denn wir hatten ja noch eine Fahrt bis nach Wedel vor uns. Wir also rein ins Auto und los nach Hause. Während wir also in Kiel an einer Ampel ankamen, sprang plötzlich ein Typ vor unser Auto und signalisierte uns auf penetrante Weise mit seinem ausgestreckten Daumen, ihn doch bitte mitzunehmen…das ist in Filmen immer die Stelle, wo die netten Leute im Auto den Typen mitnehmen und danach von ihm umgebracht werden, das ließ uns also nicht gerade hoffen. Nachdem wird den ersten Schock überwunden hatten, erkannten wir, dass es der Schwimmer vom Konzert war. Na toll! So ein Vollpfosten hat uns gerade noch gefehlt…Björn fackelte nicht lange und trat aufs Gas, um schnell an ihm vorbei zukommen. Denn wir wussten ja nicht, ob der Spinner nicht doch ein Serienkiller war…die sind in den Filmen auch immer eigenartig.
Noch in Kiel bekamen wir dann auch noch irgendwie Hunger, also hieß es die nächste Tanke plündern. Doch irgendwie war das nicht so von Erfolg gekrönt. Björn und ich fanden zwar was, aber für Nadine lag nichts sonderlich Ansprechendes in der Auslage…also weiterfahren und eine Tankstelle auf der Autobahn ansteuern. Dort gibt es ja meistens was richtig Geiles. Wir also auf die Autobahn und bei der nächsten Tankstelle mit so nem Bistro anhalten. Björn suchte gleich mal das Klo auf und Nadine und ich sahen uns die Auslage an…wow massenweise Essen an: NICHTS! Lediglich drei Sandwiches lagen ziemlich traurig dreinblickend im Kühler…wahrscheinlich waren die von gestern, zumindest sahen die nicht mehr so geil aus. Naja, Nadine hatte Hunger und nahm das, was noch nicht so sh** aussah. Wie heißt es doch so schön: „Der Hunger treibt‘s rein…“ Björn kam wieder und meinte: „So jetzt aber nach Hause!“ Wir also raus, ab ins Auto, Motor an, Licht an…Licht an??? Hmm…irgendwie sah das so aus, als ob unser PIVO (Björns Auto, Anm. d. Red.) kein Licht mehr besaß. Beide Birnen des Abblendlichtes (Ja, auf beiden Seiten…mal ein seltener Fall) waren kaputt. Also verzögerte sich der Boxenstopp, um Glühbirnen tauschen. Gut, dass Björn ein Ersatz-Set an Glühbirnen hatte…so musste er nicht in der Tankstelle für teuer Geld welche kaufen. Wir merkten selbst, dass es eine eigenartige Situation war, denn das zeigte sich auch darin, dass alle Leute, die vorbeiliefen, ziemlich irritiert schauten. War uns egal, wir waren schließlich heute beim Konzert zu den „incredible“ Itchy Poopzkid…wir waren also selig.
Zu Hause angekommen, fielen wir in unsere Kojen und träumten weiterhin von dem Konzert, unseren tollen Unterhaltungen, schlauen Sprüchen und Glühbirnen.

An dieser Stelle danke ich Itchy Poopzkid, Elvis Jackson, Three Chord Society, den Seifenblasen, Papi und Björns Ersatz-Set Glühbirnen.
Ein teilweiser Dank geht an Ally, Kescha und Kaddi, deren anfängliches Entertainment in reines pubertäres Rumgenerve umschlug. Jedoch keinen Dank erhält der Schwimmer, der mir ehrlich gesagt ein bisschen Angst machte.



Auf bald

Spikey

Montag, 15. Februar 2010

Schubdidu


-Billy Talent in der Color Line Arena in Hamburg am 17.11.2009-


Nun war es endlich soweit. Nadine, Nicole und ich gingen zum 1. Mal gemeinsam auf ein Konzert. Es versprach also spannend und lustig zu werden.
Doch erstmal von Anfang an. Ein paar Monate vorher erfuhren Nadine und Nicole, dass Billy Talent in Hamburg ein Konzert geben werden. Das hieß also: Klappspatenköpfe zusammenstecken, fix absprechen, ob wir hingehen wollen (was eigentlich außer Frage stand), Karten kaufen und fleißig die Musikalben immer wieder anhören.
Und dann endlich am 17.11.2009 war es soweit. Der Tag begann damit, dass wir erstmal zusammenkommen mussten. Meine Anfahrt war nicht sehr lang, musste ich mich doch nur in den HVV schwingen und bis zur Colina tingeln. Bei Nadine und Nicole sah das ganze schon anders aus. Denn Nadine kam nach Arbeitsschluss, was 12 Uhr war, mit dem Auto aus Schwerin und gabelte Nicole in Boizenburg auf (und machte nebenbei noch ein schönes Blitzerfoto), damit sich beide mit mir vor der bereits genannten Location treffen konnten. Da Einlass um 18 Uhr war, wurde der Entschluss gefasst, sich 16.30 Uhr zu treffen. Wir wollten doch schön weit nach vorne, damit wir richtig viel sehen konnten.
Da es ja schon November war, hatten wir alle verhältnismäßig viele Klamotten an. Doch tat sich schnell die Frage auf, ob wir Jacken, Mützen und Schals im Auto lassen sollten, wollten wir diese Sachen doch nicht die ganze Zeit auf dem Konzert mit uns rumschleppen. Wir, das heißt Nadine und ich, entschieden uns, einige der besagten Utensilien (also Schals und Mützen) Nadines Erna zu überlassen. Sie versprach, gut drauf aufzupassen. Danach gingen wir zum Ort des Geschehens und somit zum Eingang der Colina. Dort reihten wir uns brav in die noch nicht vorhandene Schlange ein. Wir stellten schnell fest, dass wir den Altersschnitt doch wieder erheblich anhoben. Nun ja, so ist das eben.
Während wir also so warteten, unterhielten wir uns über Verschiedenes: mögliche Songs beim Konzert, Disney-Filme und die dazugehörigen Lieder, Schweinegrippe…sagte ich Schweinegrippe? Ja richtig! Kurz zur Erklärung: Wie jeder weiß, ist die Schweinegrippe ein kleines gemeines Virus, dass vor allem die schwachen Menschen mit seinen Symptomen ärgern möchte. Folgerichtig ist es etwas Schlechtes. Doch irgendwie schafften wir es, dem ganzen etwas Gutes abzugewinnen. Denn wir versuchten durch permanentes Gequatsche über eben dieses lästige Virus, die Leute in unserem unmittelbaren Umfeld zu vergraulen oder zumindest einen Abstand von 10 m und mehr zwischen uns und eben diesen Menschen zu schaffen. Dies geschah mit nur mäßigem Erfolg. HMPF!!!!!!!!! Wenigstens ernteten wir die obligatorischen komischen Blick.
Gegen 18 Uhr ging es dann ENDLICH rein in die heiligen Hallen. Denn nicht nur unsere Ungeduld machte sich bemerkbar, auch unsere Füße, Nasen und Hände zeigten uns, dass allerlei Körperbedeckungen zu dieser Jahreszeit durchaus angebracht sind. Doch bevor wir wirklich in der Colina standen, mussten wir erst noch durch die Taschen- und Ausweiskontrolle. Klingt entspannt, muss es aber nicht sein. Dazu jetzt mehr.
Während wir also ganz lieb, aber nicht mehr geduldig, darauf warteten, dass ein Paar Hände an unseren Jacken und Hosen hoch und runter glitten und gleichzeitig unsere Taschen befingerten, machte sich vor uns Unruhe breit. Denn viele Leute, die zum Konzert wollten, waren noch nicht alt genug und brauchten die Erlaubnis der Eltern, die sie dann doch immer wieder vergessen haben bzw. gar nicht erst bekommen haben. Also mussten sie nach langem Lamentieren das Feld für alle anderen räumen, denn mit Ordnern ist ja bekanntlich nicht zu spaßen. Als wir dann an der Reihe waren, fragte uns einer der Ordner wie alt denn das Mädel vor uns sei. Es muss ziemlich dumm geklungen haben, als wir alle mit dem gleichen bescheuerten Gesichtsausdruck sagten: „Keine Ahnung, die kennen wir doch nicht!“ Somit hatten wir die Lacher auf unserer Seite. Doch nachdem wir endlich durchgecheckt worden sind und sich die Sicherheitskräfte sicher waren, dass wir keine übermotivierten Fans waren, die verbotene Dinge dazu verwenden, die Bands zu bewerfen, konnten wir endlich in die heiligen Hallen laufen. Wir dachten, wenn wir uns beeilen, dann haben wir die Möglichkeit unsere kleinen zierlichen Körper in die erste Reihe zu verfrachten. Guter Plan, aber scheiß Umsetzung! Denn in der Arena gab es nochmal Absperrungen, die wir erst einmal überwinden mussten. Nachdem wir also unsere Bändchen bekamen, liefen wir nun schlussendlich rein und standen wie durch ein Wunder ganz vorne…YAY!!!!!! Es war noch viel Zeit und so beschäftigten wir uns damit, unsere Bändchen zu begutachten. Aber oh Schreck! Wo starrte ich denn da drauf? Mein Bändchen war mit den Buchstaben E M I N E M verziert…so ein Mist. Das konnte ich doch keinem zeigen. Nadine und Nicole hatten es besser getroffen, ihre Bändchen waren noch vom Grönemeyer-Konzert…naja, da musste ich nun also durch.
Gegen 21 Uhr ging es dann endlich los. Zwei Vorbands versuchten uns aufzuheizen, unsere müden und eingefrorenen Beine zum Zappeln zu bringen und gleichzeitig, uns ihre Musik gut zu verkaufen. Erste Band: FAIL!!!!!! Nicht nur, dass sie einen komischen Namen, Cancerbats, und sehr komische Musik spielten, auch war der Sänger anscheinend so betrunken, dass er sich permanent selbst und mit Absicht (ja ihr habt richtig gelesen) angespuckt und sich darüber gefreut hat. Außerdem verstand kein einziger in diesem Raum, was er zwischen den Songs sagte, schrie er doch in demselben Tonfall weiter. Uns war es anfänglich schleierhaft, wie diese Band erfolgreich sein kann. Doch am Ende war es uns dann doch egal, bereiteten wir uns seelisch und körperlich auf Billy Talent vor.
Bei der zweiten Band sah es schon ein wenig anders aus. Silverstein, so der Name, rockte ziemlich gut ab und verleitete uns dazu, auch ein bisschen mitzutanzen. Wir hatten also schon bei diesen Jungs sichtlich unseren Spaß.
Denn der Sänger sah nicht nur gut aus, er konnte auch richtig geil singen. Wir waren mehr als erstaunt über seine doch extrem rockige Stimme, sah er doch eher so aus, als ob er einer Boyband entsprungen ist. Hat uns aber doch ziemlich gefallen, vor allem auch deshalb, weil diese Band es schaffte, uns richtig auf Billy Talent einzustimmen. Apropos…
…endlich war es soweit. Die Jungs kamen auf die Bühne und rockten, was das Zeug hielt. Ben war absolut in seinem Element und schrie die gesamte Colina mit seiner absolut genialen Stimme zusammen. 
Doch auch Ian, Jon und Aaron legten sich mächtig ins Zeug und schafften es, uns zu beeindrucken. Wir tanzten und sangen (schrien) sehr gut mit, machten nebenbei richtige viele Fotos. Naja, wir? Ich war so schlau und hab meine Handtasche vor Konzertbeginn hinter die Absperrung geschmissen…da war meine Kamera drin. Ich bin echt soooo bescheuert. Hier bestätigt sich meine Vermutung, dass ich wahrscheinlich den Regenschirm aufgespannt hatte, als Gott hat Hirn regnen lassen. Also machte Nadine die Fotos, an denen wir uns hinterher nicht satt sehen konnten. Doch war es ein sehr schwieriges Unterfangen, denn eine mitten im Raum sorgsam (und ich behaupte mal frech: auch absichtlich) aufgehängte Leiter wollte anscheinend nicht, dass wir das Paparazzi-Dasein ausleben konnten. Ständig mussten wir sie wegnehmen, um die Jungs in Action zu fotografieren. Doch die vielen Fotos zeigen, dass wir den Kampf mit besagter Leiter dann doch noch gewonnen haben…In Your Face Leiter!
Es wurden viele geile Lieder gespielt, zu denen nicht nur Ben richtig abging. Auch die Masse tobte und nahm die Colina regelrecht auseinander. Alle hatten sichtlich ihren Spaß und waren hinterher gut ausgepowert. So will ich‘s haben!
Nach dem Konzert machten wir uns gleich mal auf in Richtung Merch-Stand. Dort fanden wir allerdings nicht so recht das, was wir wollten. Also ging es weiter zur Bar, wo wir uns schnell was zu Trinken kauften. Unsere müden, aber immernoch sehr aufmerksamen Augen erspähten hinter der Theke ganz viele Billy-Talent-Becher. Geil geil geil! Unser Verstand setzte aus und unser Herz siegte…wir wollten auch solche Becher haben. Doch als wir an der Reihe waren, hatten sie keine mehr, versicherten uns allerdings, dass für Nachschub gesorgt werden würde. Also hieß es wieder wie kleine Schulmädchen brav dastehen und warten. Doch nach nur 5 min. bekamen auch wir unsere Becher prall gefüllt mit Fanta bzw. Wasser. Wir suchten uns einen Platz und ließen die kalten Getränke durch unsere ausgelaugten Körper strömen, dabei versuchten wir, unsere geschundenen Stimmen, die nur noch ein Krächzen waren, mit dieser Kühlung zu beglücken. Ist uns nur mittelmäßig gelungen. Denn hinterher hörten wir uns an wie drei Hühner im Stimmbruch, schrecklich. Während wir also so da saßen, Nadine und ich tranken alles fast in einem Ritt aus, resümierten wir schon einmal den Abend. Fazit: für gut befunden. Naja, das trifft es nicht ganz. Es war bombastisch, einmalig, einfach genial. Gerne wieder…
Nach einem kurzen Toilettengang ging es dann zum Auto. Nadine und Nicole setzten mich noch schnell in Wedel ab und fuhren dann weiter. Hab zwar beiden angeboten, bei uns zu schlafen, aber Nadine wollte am nächsten Tag in Schwerin zum Friseur. Um 11 Uhr vormittags, so eine bescheuerte Zeit. Aber sie hat es ja nicht anders gewollt. Wer schön sein will, muss leiden. Ich bin also in mein Bett gefallen und Nadine und Nicole in das ihre in Boizenburg. Alle drei träumten wir vom Konzert und allem, was passiert ist. Wir waren wohl die glücklichsten Menschen auf der Welt…abgesehen von anderen Menschen, die an diesem Abend etwas Geiles erlebt haben.

Unser Dank geht an: Billy Talent, insbesondere Ben (der Nadine und Nicole angeblich tief in die Augen schaute, JAHA), Silverstein, die Billy-Talent-Becher, Erna, unsere gute Laune.
In diesem Zuge NICHT danken können wir: dem Blitzer, der Leiter, der Kälte, meiner Dummheit, die Kamera in der Tasche zu lassen und meinem blöden Bändchen, welches mich als Außenseiter dastehen ließ.