Dienstag, 22. Juni 2010

Mächtig gewaltig!


-"Kein Bock auf Nazis"-Benefizkonzert im Knust am 21.05.2010-




…Benny hatte recht. Denn so könnte man dieses Mega-Wochenende tatsächlich bezeichnen. Das Wochenende war so ereignisreich, kompliziert, lustig und spannend…aber mal von Anfang an.

Wie immer mussten wir erstmal aus allen Himmelsrichtungen zusammenkommen. Am Donnerstag kam Barbara mit dem Flieger in Hamburg an. Ich wollte sie eigentlich fürstlich mit Luftballon und riesigem „Welcome to Hamburg“-Schild empfangen…doch irgendwie klappte das nicht. Schuld daran war ein Sprechstundentermin in Darmstadt, welcher 10 min dauerte (das nenn ich mal rausgeschmissenes Fahrtgeld). Während ich also von Hamburg nach Darmstadt fuhr, flog Barbara in die entgegengesetzte Richtung von Darmstadt nach Hamburg. Naja, wenigstens war Björn zu Hause, so konnte er Barbara um 13.10 Uhr am Flughafen empfangen. Barbara und Björn kauften noch fix ein paar Sachen ein und machten sich dann in Wedel einen sprichwörtlichen Bummi, zumindest glaube ich das. Ich kam dann abends um 20.37 Uhr mit dem Zug in Hamburg an, und brachte Nadine, die extra einen späten Zug genommen hatte, gleich mit.

Doch bevor unser Hammerwochenende endlich beginnen konnte, mussten wir beide den langen Weg von der Haltestelle nach Hause antreten. Obwohl ich meine Motivation, die am 18.12.2009 einfach ins Gebüsch gehüpft ist und auf und davon ist, nicht wiedergefunden habe, stellten wir schnell fest, dass der der Heimweg zu zweit viel besser war…die 15 min vergingen irgendwie im Fluge. Als Nadine und ich um die Ecke zur Wohnung bogen, entschieden wir, unsere Fähigkeiten im Anschleichen zu testen. (Wir glauben ja immernoch, dass in uns Gus oder Shawn stecken) Wir wollten Björn und Barbara doch in flagranti beim…tja bei was auch immer…erwischen. Also schritten wir zur Tat. Wir glitten also leichtfüßig wie zwei Elefanten an den Fenstern vorbei, konnten uns aber das Lachen wie immer nicht wirklich verkneifen. Als wir die Tür öffneten, hofften wir, nicht gehört worden zu sein…doch irgendwie sind wir halt doch nicht so die perfekten Schleicher…naja, wir waren zu Hause und erwischten die beiden beim…TV schauen und rumasseln. Das war ja klar! Ich hab’s gewusst.

Bevor es allerdings ins Bett ging, hatten wir noch viel zu erzählen. Dies hatte wohl verschiedene Gründe. Einer war die Tatsache, dass wir Barbara schon ewig nicht mehr gesehen hatten. Einer anderer Grund lag auf der Hand: Nadine und ich konnten einfach nicht unseren Sabbel halten und schnatterten was das Zeug hielt. Egal, irgendwann machten wir uns auf Richtung Bad zum Zähnchen putzen und danach in Richtung Schlafzimmer, um ins weiche Bett zu fallen. Björn schaffte es auch tatsächlich bis ins Schlafzimmer von uns…ich allerdings wurde aufgehalten von…mir selbst. Naja, typsich halt! Aber egal, so machte ich es mir noch bei Barbara und Nadine (die sich ein Bett teilten) gemütlich und wir quatschten bis halb 3 Uhr über viele Dinge. Unter anderem mussten Männer, Musik und Schlafgewohnheiten angesprochen werden. Währenddessen gab Barbara immer wieder komische Laute von sich, wir glaubten langsam, dass in unserem Zimmer ein kleiner fieser Geist war, der ihr immer in den Arm oder so zwickte. Doch sie bestätigte uns immer wieder, dass es ihr gut ginge. Naja, wenn sie meint! Wir haben es einfach mal geglaubt. Irgendwann hab ich mir allerdings gedacht, dass ich mal in mein kuschliges Bett kriechen müsste…und tat das dann auch. So ging dann der Tag auch wirklich zu Ende.

Der Freitag sollte ein ganz großer werden. Lag es vielleicht daran, weil das Konzert anstand und wir hinterher in Björns Geburtstag reinfeiern konnten? Oder lag es daran, weil unsere Tanzgruppe immer größer wurde? Es wurde viel darüber nachgedacht, doch ein Experte sagte mir, dass wohl beide Umstände der Grund waren, warum der 21.05.2010, ein Freitag, DER TAG dieses Wochenendes war. Doch höret höret, was ich euch berichten habe.

Gegen 9 Uhr, naja Björn und ich mussten unseren kleinen PIVO gegen 8 Uhr zur Werkstatt bringen, erwachten alle aus ihrem Dornröschenschlaf. Da wir alle den fetten Hunger schoben, gab es erstmal ein fürstliches Frühstück, bevor wir uns an die weitere Planung des Tages machten. Nach dem Frühstück gingen wir nach und nach duschen. Während also immer einer duschen war, asselten die anderen weiter rum und räumten auf, wenn es gerade mal passte. Barbara verstand das Prinzip des Nichts-tuns nicht, aber Nadine und ich machten es uns zur Aufgabe, dies zu ändern. Sie sollte doch auch eine ganz Große werden, so wie wir…


Gegen 13 Uhr kam dann auch schließlich Arian aus Marienborn, der auf der Autobahn auch einen Kampf mit dem Navi durchstehen musste. Irgendwie haben wir es nicht so mit den Navis…Na gut, da jetzt fast alle da waren, konnten wir endlich Nicole aus der Stadt abholen. Also wir los zur Haltestelle und ab in die City…aber oh Schreck!
Wir hatten noch ein bissl Zeit. Also machten wir uns tourimäßig auf den Weg vom Bahnhof in Richtung Rathausmarkt. Wir stiegen aber auch wegen der Mutzen am Bahnhof aus, die haben wir dann aber vergessen. Sind wir nicht alle ein bisschen Goldfisch??? Am Rathaus machte Barbara ein paar Fotos, von sich, von Björn, von mir, von dem Rathaus…eigentlich alles, was der Platz gerade so hergab und was irgendwie lustig war. Während wir also so warteten, dass es endlich um 15 Uhr wurde, kam ein Velo-Taxi auf Barbara und Björn zu und fragte, ob sie eine Rundfahrt machen wollten. Ich hab‘s gewusst, da läuft doch was…aber egal, die wollten ja eh nicht mitfahren. Kurz vor 15 Uhr liefen wir dann endlich zu Nicole, um sie von ihrer Arbeit abzuholen…dort durften wir dann noch mal ein bisschen warten. Machte aber nichts, wir vertrieben uns die Zeit mit Blödeleien und Sonne tanken. Als sie endlich rauskam, gingen wir gleich zur Haltestelle und fuhren nach Hause.

Denn dort warteten die Nudeln auf uns, die wir leider noch kochen mussten. Aber weil wir ja so super motiviert (vor allem ich…haha) waren, dachten wir, dass wir das schaffen. Naja, Nicole war ja mit dabei, die hat letztes Mal auch so schön gekocht.

Zu Hause angekommen, schwangen sich die Jungs ins Auto und holten Philipp ab. Währenddessen machten sich vier aufgeschreckte Hühner, sprich Nadine, Nicole, Barbara und ich, daran, die Nudeln in ein heißes Wasserbad zu werfen und der Tomatensauce durch verschiedene Gewürze ihre bekannte Geschmacksnote zu verleihen. Das klappte auch reibungslos. Als die Jungs wieder da waren, bauten wir schnell den Tisch aufgrund immer weiter steigender Personenanzahl im Arbeitszimmer auf. Da Nadine und ich immer wie zwei Ferkel essen, entschieden wir uns, zwei Arbeitsshirts von Björn anzuziehen, damit wir unsere Konzertshirts nicht einsauen. Die haben wir auch bitter nötig gehabt, denn ein wieder mal nicht von vorne herein abgesprochenes Wettessen nötigte uns, unsauber zu essen. Außerdem machten sich die Nudeln in unseren Mündern immer wieder selbstständig und sprangen während unseres Lachanfalls einfach aus besagten Mündern heraus. Eigentlich schon ein bisschen ekelhaft, aber….was soll’s! Eines kann ich nur zum Wettbewerb sagen, irgendwie habe ich gewonnen. Auch wenn ich dann doch nicht alles geschafft habe, konnte ich als klarer Sieger aus dieser Sache rausgehen. Also Nadine: IN YOUR FACE!

Nach dem Mittag essen mussten wir uns dann ganz flink konzertfein machen. Während Nadine, Barbara und Nicole ihre feminine Seite entdeckten und sämtliches Makeup auflegten, schloss ich mich den Jungs an und wartete, bis sie fertig waren. Naja, ich hatte ja mein Shirt schon an…
Vor dem Losgehen noch schnell die Tickets prüfen, Bier und Schnaps, Kameras und gute Laune einpacken und hopp hopp. Es ging los! Der langersehnte Abend rückte unaufhaltsam näher.

Wir also WIEDER los zur Haltestelle und ab in die Bahn. Hier setzten sich die Jungs auf die eine Seite und die Mädels auf die andere Seite. Lautstark wurde über das Konzert und die möglichen Songs gesprochen, während Björn auf der anderen Seite zarte Bande mit einem kleinen Mädchen knüpfte. Während sie so süß mit ihm sprach, schüttelten wir nur immer wieder über die Verantwortungslosigkeit ihrer Mutter den Kopf. Wir hätten auch irgendwelche dahergelaufenen Irren sein können…nun gut, das sind wir…aber trotzdem. Umsteigen mussten wir an den Landungsbrücken. Eigentlich keine Schwierigkeit, wenn sich da nicht plötzlich auf penetrante Weise die Blasen der Jungs zu Wort gemeldet hätten. Naja, egal. Die Jungs gingen also los und suchten eine Toilette auf. Diese fanden sie auch recht schnell, setzten allerdings die gesamten Landungsbrücken unter Wasser, weil die Toiletten wohl nicht angeschlossen waren. Wat solls?! Sie waren erleichtert. Währenddessen gingen Barbara und Nicole kurz zu den Landungsbrücken und fingen die Atmosphäre ein. Als wir sie alle wieder beisammen hatten (wobei ich das bezweifel), ging es auch schon weiter zur Feldstraße, wo sich der „Knust“ befinden sollte. Nach einem kleinen Abstecher in die falsche Straße fanden wir die Location ganz fix. Erstmal inspizierten wir die Umgebung und fanden uns an einem eisernen Bullen wieder, der uns ein Lächeln aufs Gesicht zauberte…ein weiterer Blick ließ Nadine und mich dann vollends strahlen. Wir sahen den Mietwagen aus Göppingen, die Jungs von Itchy Poopzkid waren also schon da…wie toll!

Nun setzten wir uns direkt vor die Location und fachsimpelten darüber, wie viele Leute wohl kommen mögen und wie groß das ganze Ding überhaupt sei. Björn, Arian und Philipp versuchten auch schon Kontakte mit den Leuten der Location zu knüpfen, waren damit aber nur mäßig erfolgreich. Lag vielleicht daran, dass die Namen der Leute aus der Location nicht Axel oder Matthias waren und sie somit auf keinen gemeinsamen Nenner kamen. Wir warteten also mehr als ungeduldig darauf, dass es endlich um 20 Uhr reinging. Philipp und Björn hielten es nicht lange aus und entschieden sich, den Real unsicher zu machen. Zu dumm nur, dass der geschlossen wird und deshalb so gut wie keine Ware mehr führt. Auch Barbara und Nicole mussten sich ein wenig bewegen, so gingen sie also um den Block und landeten auch im Real. Und auch hier bestätigt sich für mich wieder, dass Björn und Barbara was im Schilde führen, das kann doch kein Zufall sein. Während die vier weg waren, machten wir (Nadine, Arian und ich) es uns vorm Knust gemütlich. Ich pflegte hin und wieder den Augenkontakt mit Saikov, der wahrscheinlich zu konzentriert war, als überhaupt unbedeutende Menschen um sich herum wahrzunehmen. Und während wir uns fragten, warum Saikov sein Schlagzeug in einer kleinen Ecke vorm Knust aufbaute, plauderte Arian aus dem Nähkästchen. Dieses Nähkästchen hieß „Unbekannt“ und war eine Band, welche wohl immer wieder für einige Verwirrung sorgen dürfte. Denn Unterhaltungen wie „Diese Band ist unbekannt.“ – „Was du kennst noch nicht mal ihren Namen.“ könnten ein Paradebeispiel für eben diese sein. Irgendwann kam ein sehr kompetenter Fachverkäufer mit Irokesenfrisur und sehrbombter Jeanshose auf uns zu und überließ uns Buttons, die perfekt zur Veranstaltung „Kein Bock auf Nazis“ passten, für jeweils 1€. Wir freuten uns wie kleine dicke Kinder über Süßigkeiten, so einen kleinen Schatz in den Händen zu halten….Buttons sind aber auch toll. Als Björn, Philipp, Barbara und Nicole wiederkamen, war es auch fast schon so weit. Wir stellten uns also schon mal in die nicht vorhandene Schlange, damit wir auch gleich reinstürmen konnten. Während wir also so warteten, mussten Nadine, Björn und ich zwei Entdeckungen machen. Da saß doch tatsächlich die Frau aus Kiel, die als erste vor der Pumpe stand…wir konnten es nicht fassen und waren positiv überrascht. Bei der zweiten Entdeckung waren wir nicht so überrascht…der Schwimmer, der auch in Kiel war, stand leibhaftig vor uns…oh man, wie kann so was sein??? Da wir schon so viele bekannte Gesichter sahen, blickten Nadine und ich unauffällig in die Runde, ob denn auch die drei Kreischtanten vom Kiel-Konzert mit Papi irgendwo zu sehen waren…aber…nein, puuuuh!!!!!
Wir versuchten uns schnell noch ein bisschen darin, ein Gruppenfoto zu schießen…ich find es ist uns gelungen.

Doch endlich um kurz nach 20 Uhr wurde die Tür in die Heiligen Hallen aufgemacht…wir also rein und BAM! Da standen wir, vor was eigentlich? Naja, es war eine Bar und daneben war eine Tür, die zu war, durch die wir aber anscheinend durch mussten…oh man! Super Organisation! Wir überlegten uns dann also, unsere Jacken abzugeben, aber Fehlanzeige…Garderobe gab’s an dem Abend nicht. Nun gut, stellten wir uns also wieder vor die große Tür und warteten und schauten auf einen Fernseher, der gerade eine Radrundfahrt zeigte. Kurze Zeit später öffneten sich die Tür und wir flitzten wie die Wiesel zur Bühne (die wohlbemerkt nicht all zu weit von der Tür entfernt war). Wir fanden dann einen geeigneten Platz an der linken Seite der Bühne und machten uns dort breit. Jetzt hieß es warten, warten warten.

Gegen 21 Uhr ging es dann endlich los. Ziemlich gut sogar, denn es spielten Ni Ju San. Die waren richtig gut und gefielen.


Sogar so sehr, dass sich Philipp und Björn in den kleinen aber feinen Moshpit trauten. Man könnte meinen, dass das die geilste Sache der Welt ist, denn die beiden kamen aus dem Grinsen nicht mehr raus…nach Nadines Angabe hätten sie im Kreis gegrinst, hätten sie keine Ohren gehabt. Ich will das mal ungesehen glauben! Ni Ju San schafften es also schon mal, uns gut einzustimmen, denn wir hüpften schon schön auf und ab und tanzten unsere eingerosteten Beine schon mal ein.
Die nächste Band hieß Narcolaptic und machte ihrem Namen alle Ehre…Die Band war echt komisch. Der Drummer drosch auf sein Schlagzeug ein, als ob es was verbrochen hatte, der Gitarrist sah aus, als ob er zur Strafe, weil er keine Töne trifft, nichts essen durfte und der Bassist gab immer wieder komisch anmutende Sprüche von sich. Außerdem hörte sich bei den Jungs alles gleich an, so dass wir schnell die Lust am Zuhören verloren.

Naja, egal! Wir machten uns über die zwei Mädels lustig, die direkt neben der Bühne auf einer Treppe saßen und sich entweder die Ohren zuhielten oder Snake auf dem Handy spielten…what the f**??? Während die Jungs von Narcolaptic also vor sich her spielten, erwarteten wir schon mit unbändiger Freude die Jungs von Itchy Poopzkid. Diese sollten nach einer kurzen Pause dann auch endlich kommen. Während dieser Pause machte ich mich auf die Suche nach der Toilette und fand sie auch recht schnell (warum auch nicht, die Location war ziemlich klein). Dort knüpfte ich noch schnell eine Freundschaft, für den Fall aller Fälle…man weiß ja nie, ob die anderen mich nicht irgendwo verlieren. Wieder zurück schmiss Björn ne Runde Wasser, was uns allen recht gut tat. Jetzt hieß es Plätze einnehmen. Aber ach du Schreck! Da standen jetzt drei Mädels mit bescheuerten Blumen im Haar vor uns und versperrten uns die perfekte Sicht. Naja egal, dann mussten wir uns also so hinstellen, dass wir trotzdem noch alles mitbekamen.
Plötzlich ging das Licht aus und Musik setzte ein. Das konnte nur eines bedeuten. ES GING LOS!!! Nadine und ich hielten es nicht aus und summten ganz gespannt das Intro mit, während wir mit unseren Kameras startklar da standen. Saikov kam rein, setzte sich…und dann kamen endlich Sibbi und Panzer. Mit viel Elan und ner gehörigen Portion Spaß im Gepäck enterten sie die Bühne und waren heiß darauf, den Laden auseinander zu nehmen. Das taten sie auch…mit einer richtig geilen Setlist konnte das Konzert auch nur gut werden.
Wir gröhlten also lauthals mit und sprangen und tanzten, was das Zeug hielt. Nebenbei machten wir auch noch Fotos, was ja wohl keine Schwierigkeit darstellte. Der Abend war der absolute Hammer. Die Jungs (Björn, Philipp UND Arian) tummelten sich im Moshpit und kamen in den Genuss vollkommener Glückseligkeit. Wir schauten gespannt den Stagedivern zu, die sich immer wieder wagemutig in die Massen stürzten. Da waren aber auch welche dabei. Unter anderem ein Typ mit nem Rucksack, der besagten dann auch prompt auf der Bühne auspacken musste.
Außerdem war da noch ein Mädel, so groß wie ich, die urplötzlich auf der Bühne stand. Sie suchte verzweifelt eine Treppe, schaute dafür durch Panzers Beine und an Sibbis Gitarre vorbei. Irgendwann fand sie die Treppe auch und war froh unten zu sein, denn sie gestand uns: „Ich wollte doch nur runter!“ Wir schauten uns erst verdutzt an, und lachten dann herzlich. So was haben wir auch noch nicht gehört. Obwohl die Jungs auf der Bühne ein paar technische Schwierigkeiten hatten, war der Abend total genial.

Alle Aufgaben wurden erfüllt: triefendnasse Körper, auseinander genommene Bude, andere Leute (Barbara, Arian und Philipp) für Itchy Poopzkid begeistert.
Doch ein paar Sachen standen noch auf dem Plan. Nach dem Konzert sammelten wir unseren Jacken und Pullover und Taschen ein…aber herrje! Philipps Pullover war weg. Dafür lag aber eine schöne Strickjacke noch da. Die zog er sich einfach mal an, immerhin war es ohne Pullover oder ähnliches einfach zu kalt draußen. Wir stellten schnell fest, dass es eine Frauenjacke war, egal…die stand Philipp trotzdem. Allerdings kam schon kurze Zeit später ein Mädel wieder und veranstaltete mit Philipp einen Tauschhandel und so waren beide wieder froh.
Mit dem Ende des Konzertes ging es auch schon schnurstracks auf 0 Uhr zu. Wir hielten uns also bereit, um pünktlich zum Tageswechsel lautstark mit unseren geschundenen Stimmchen „Happy Birthday to you Björn!“ zu singen. Wir waren so laut, dass sich sogar zwei weitere, uns unbekannte, Menschen zu uns gesellten und mitsangen. Nach unserem Ständchen verteilten wir auch ganz fix die Geschenke. Es gab ein Shirt von den Donots (Nadine und ich) und einen Button, den Arian bei unserem Fachverkäufer erschwinglich erstanden hatte. Wir stießen mit Wasser, Fanta und Cola an. Doch das währte nicht lange, denn mit Besen bewaffnete Männer fegten uns hinaus in den Vorraum, wo auch endlich der Merch-Stand aufgebaut war. Wir Mädels sausten ganz fix hin und machten uns über die ganzen Fanartikel her. Nadine kaufte sich ein Shirt, Barbara einen Button und ich kaufte mir ein Schweißband.

Nachdem Konzert überlegten wir, was wir noch tun konnten. Wir merkten, dass die letzte Bahn schon lange Richtung Heimat gefahren war. Doch in der Stadt bleiben wollten wir auch nicht. Keiner von uns hatte so richtig Lust, noch um die Häuser zu ziehen. Also entschieden wir uns einstimmig, und das will bei sieben Leuten was heißen, dass wir den Nachtbus nach Wedel nahmen. Dies erwies sich als kleine Abenteuerfahrt, denn wir mussten einmal umsteigen und zwar an einer Stelle, wo die Haltestellen nicht direkt beieinander lagen. Doch wir schafften auch das. Am Zwischenhalt verabschiedeten wir uns ganz fix von Philipp, denn er fuhr mit einem anderen Bus zu sich nach Hause. Wir also rein in unseren Bus und ab nach Wedel. Dort angekommen, gingen wir Mädels schnell nach Hause, weil wir Hunger hatten. Arian konnte nicht bis dahin warten und kehrte mit Björn noch schnell im Restaurant „Burger King“ ein. Arian holte sich zwei oder drei Burger und dann kamen auch die beiden. Wir machten es uns im Wohnzimmer gemütlich und aßen alle noch etwas. Nadine und ich mussten fassungslos feststellen, dass die Rockzone vorbei war, was unseren schon enormen Hass noch weiter steigerte.
Aber schon bald holte uns die Müdigkeit ein und wir gingen alle ins Bett. Bettenaufteilung war diese: Arian und Björn, Barbara und Nadine, Nicole und ich. Nachdem wir uns alle in die kuscheligen Arme der Decken und Kissen begeben hatten, versanken wir auch schon in tiefen Schlaf. Wir träumten vom Tag, vom Konzert und waren rundum glücklich.

Gegen 9 Uhr war es auch schon wieder vorbei mit dem Schlafen. Wir machten uns also daran, Frühstück zuzubereiten. Nach und nach aßen und duschten wir. Dann machten wir, also die Mädels, uns fertig, damit wir Nicole zum Zug, der 12.28 Uhr losfuhr, bringen konnten. Arian machte sich derweil auch fertig und düste wieder Richtung Heimat…er wollte noch zu einem Geburtstagsparty mit anschließendem Fußballspiel.

Wir brachten als Nicole zum Zug und machten uns dann zu dritt auf, die Innenstadt von Hamburg zu erkunden. Aber erstmal wollte sich Barbara mit Mutzen stärken. Die waren aber auch wieder lecker! Danach schlenderten wir bis zur Alster und setzten uns auf die Mauer, damit wir Leute und ein schwules Entenpaar beobachten konnten. 

Barbara verdingte sich kurzfristig als Fotograf, da sie eine Gruppe von Touristen vor der Alster ablichten mussten. Doch ich denke nicht, dass sie jetzt Fotografin wird, sie hat ja auch kein Geld bekommen.
Gegen 15 Uhr machten wir uns wieder auf den Heimweg, denn wir wollten das Geburtstagskind ja nicht so lange allein lassen. Wir nahmen aber für besagtes Kind noch eine Portion Mutzen und für mich einen Döner mit, damit wir auch alle vollends zufrieden waren. Zu Hause angekommen machten wir uns wieder daran rumzuasseln, während Björn einen super mega Braten mit Fleischeinlage machte. Unter anderem waren Utensilien für das Gelingen des Bratens: Messer, Löffel, Nadel und Faden. Man hätte meinen können, Björn macht einen chirurgischen Eingriff. Trotzdem sah es hinterher richtig lecker aus.

Nach getaner Arbeit machten wir es uns gemütlich und schalteten den TV an, um die gemachten Fotos des Vortages auszuwerten. Wir haben herzlich gelacht über die ganzen Schnappschüsse, aber auch über die Tatsache, dass Barbara wie ein Paparazzo Fotos geschossen hat; jede Minute ein Bild…so kam es uns zumindest vor. Nach den Fotos schauten wir Fußball, armer Björn. Da muss er den Männersport schlechthin mit drei gackernden Weibern anschauen…aber anscheinend hat er es überstanden.

Danach machten wir uns auch schon auf ins Bett und schliefen sofort ein. Sofort? Naja, Nadine und Barbara quatschten noch fleißig weiter, so dass ich mich genötigt fühlte, wie eine Glucke darauf zu achten, dass sie endlich einschlafen. Ach Quatsch! Ich schrieb noch eine SMS und plötzlich war es ruhig.

Am nächsten Tag mussten wir alle früh raus. Es gab zwei Gründe: Barbara musste sehr früh zum Flughafen und Björn bekam Besuch von seinen und meinen Eltern. Also Hopp Hopp! Alle schnell frühstücken, duschen und Barbara und Nadine an der S-Bahn abladen.
So ging auch dieses ereignisreiche Wochenende vorbei…man war das lang! Aber ich fand‘s geil…das können wir gleich nochmal machen. Auf ein nächstes Mal!

Wir danken an diesem Wochenende Petrus für das schöne Wetter, dem Vulkan Eyjafjallajökull, dass er nicht wieder den Flugverkehr lahmgelegt hat, der Deutschen Bahn, die Nadine und mich, pünktlich nach Hamburg brachte, Ni Ju San, den Mutzen, die Barbara so gut geschmeckt haben, Björns Arbeitshirts, dem kleinen aufgeweckten Mädchen aus der S-Bahn, der Frau aus Kiel, Philipps Internet im Handy, welches uns den Weg per Nachtbus nach Hause wies, Burger King, der noch geöffnet hatte und Björns Fingerfertigkeit, was das Zunähen eines Bratens angeht…wir hatten sichtlich unseren Spaß.
Kein Dank geht an den Schwimmer, der uns irgendwie auf Schritt und Tritt verfolgte, Narcolaptic, die Blumenkinder, die uns fast die Sicht auf die Bühne versperrten und meinen blöden Sprechstundentermin.

Sonntag, 2. Mai 2010

Wurschtschitschi

-Donots im Übel & Gefährlich am 08.04.2010-



Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen?


Die Chaostheorie besagt, in aller Kürze zusammengefasst, dass in komplexen, dynamischen Systemen eine große Empfindlichkeit auf kleine Abweichungen in den Anfangsbedingungen besteht. Geringfügig veränderte Anfangsbedingungen können im langfristigen Verlauf zu einer völlig anderen Entwicklung führen.


Wir, das sind Spikey, Björn, Nicole und Nadine, sollten an diesem verlängerten Konzertwochenende eine ganz eigene Definition der Chaostheorie aufstellen.




Übrigens wird ein Schmetterling noch eine gewisse Rolle in diesem Bericht spielen. Aber erstmal von vorne…
 Wir mussten ja auch erstmal aus allen Himmelsrichtungen zusammenkommen. Und das stimmt sogar, also fast… Spikey und Nadine mussten am Donnerstag (der Konzerttag) ja nicht arbeiten, die glücklichen Schweine. Dementsprechend hatten sie viel Zeit, noch vor Konzertbeginn bzw. Einlass im Übel & Gefährlich viel viel Blödsinn zu machen. Eigentlich wollten sie ja den ganzen Tag planen, aber vor lauter Verplantheit hat das nicht so recht geklappt. Was sie aber geschafft haben, ist, einkaufen zu gehen. Wir mussten ja für das lange Wochenende noch ein wenig Proviant kaufen. Und Geburtstagsgeschenke. So kamen eine Wundertüte, zwei Kuchen und ein paar andere Naschereien zum Topfschlagen zusammen. Aber als dann auch noch Björn mit seiner verfrühten Abfahrt aus Hameln allen sowieso schon unsicheren Pläne einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, war dann alles vorbei. Hm, jetzt mussten wir noch Nicole verklickern, dass der ursprüngliche Plan, mit dem Auto nach St.Pauli zu fahren, wo sie dann ihre ganzen Klamotten im Auto hätte zwischenlagern können, nun so nicht mehr existierte. Stattdessen musste sie jetzt ihre Sachen am Hauptbahnhof in einem Schließfach abstellen. Glücklich war sie nicht darüber. Und auch auf den weiteren Verlauf des Abends sollte das noch eine nicht unbedeutende Auswirkung haben. Aber auch dazu später mehr.


Wir konnten dann aber kurz vor 6 Uhr große Zusammenkunft an den Landungsbrücken feiern und einen schönen Stärkungssnack zu uns nehmen. Hab ich grad schön gesagt? Hm, da hängt‘s schon. Der Imbiss, in dem wir uns niederließen war ja wirklich eine Klasse für sich. Da wartet man dann schon mal 5 Minuten, bevor man überhaupt an der Kasse bedient wird. Die Angestellten waren aber auch wirklich gut darin, uns zu ignorieren. Als die „nette“ Frau an der Kasse dann fragte, was wir haben möchten, dachten wir schon es geht endlich los. Aber so schnell sie das gefragt hat, war sie dann auch wieder weg, ohne (!) uns bedient zu haben. Muss wohl ne Verwandte von Speedy Gonzales, der schnellsten Maus von Mexico, sein. Nach geschlagenen 10 Minuten (oder so) konnten wir dann endlich die hässlichste Currywurst der Welt mit Pommes, eine Portion gummiartiger Bratkartoffeln und zwei Portionen Pommes mit Majo… Stopp, Nicole wollte doch Ketchup… Naja, musste die nette Frau hinter der Theke halt nochmal eine neue Portion zubereiten. Aber wer zuerst die Majo auf die Pommes pflatscht und dann erst fragt, was rauf soll, darf dann auch nicht böse gucken. Nicoles Pommes waren dann auch kalt… Schönes Essen. Nicht. Der Hunger trieb es rein und wir konnten einigermaßen gestärkt Richtung Konzert tingeln. Aber nicht ohne vorher noch über unglücklich geklebte, sowieso schon hässliche Plakate zu lachen… Das sah aber auch scheiße aus.


Naja, wir sind dann zwei Stationen mit der U-Bahn gefahren und waren dann so gut wie da, am Konzertort. Kurz vor der Ankunft wäre Nicole noch fast von ‘nem Fahrrad überrollt worden… Wir anderen wollten sie noch warnen, aber unser „Ääääääähhhhhhhhhh!!!“ oder „Ooooooooohhhhhhhhhh!!!!“-Stammeln hat als Warnung nicht so ganz gefruchtet. Aber zum Glück ist nichts passiert. Dann, direkt vor Ort quasi, haben wir gemerkt, dass noch nicht viel vorm Übel & Gefährlich los ist und wir generell ziemlich früh da waren. Die Suche nach einem Klo gestaltete sich auch als eher schwierig. Also haben wir noch einige Runden gedreht. Es war ja auf dem Heiligengeistfeld grad Dom (für Nicht-Kundige, das ist ein Riesenjahrmarkt). Dort haben wir dann ca. 5 Minuten auf DEN Tower gestarrt und uns gefragt, was daran jetzt die Attraktion sein soll. Wir wissen es bis heute nicht. Der Eintritt war aber mit 3 Euro dann günstiger, als von uns im Vorfeld eingeschätzt und man kann das Ding wohl mal mitmachen. Man kann es aber auch lassen. So wie wir. Die Zeit verflog dann doch schneller als gedacht und wir postierten uns wieder vorm Übel & Gefährlich. Leider wurde der Einlass etwas nach hinten verschoben, was Nadines Hände dann (trotz recht warmer Temperaturen, aber dennoch eisigen Windes) mit Fast-Erfrierungen quittierten.


Aber es ging ja dann irgendwann doch los und wir konnten dann rein stürmen. Der Aufzug brachte uns, leicht gequetscht, in den 4. Stock (gerüchteweise hab ich gehört, dass einige Menschen wohl die Treppe genommen haben), wo das Konzert stattfand. Dort angekommen, versuchten wir uns zu orientieren und in Richtung Bühne zu finden. Hat auch ganz gut geklappt. Wir postierten uns dann, mal wieder, überglücklich in der ersten Reihe (fragt nicht, wie wir das immer machen; ich weiß es doch auch nicht). Nach nicht mal einer Minute sagte eine ganz besonders helle Leuchte aus unserer Runde, dass wir uns ja auch auf das Podest, das einen Meter hinter uns lag, stellen könnten. Keine schlechter Gedanke, angesichts dessen, dass ¾ von uns unter 1,65 m ist. Also zogen wir um und waren sehr glücklich und zufrieden mit unseren Plätzchen. Die Spannung auf das Konzert bei uns war zum Zerreißen und wir konnten es kaum noch abwarten, dass es endlich losginge, als dann auch schon der Donots-Support Royal Republic aus Schweden anfingen. Mit den engsten Hosen, die die Welt je gesehen hat, viel Bock und sehr energischen Songs heizten die 4 Jungs dem Publikum schon gut ein.





Sehr sympathisch. Uns gefielen sie sehr. Sogar so sehr, dass Spikey vor lauter Begeisterung glatt an dem Abend vergessen hat, Geld in die gerüchteweise sowieso immer leeren Kassen von Musikern zu spülen und deren Album zu kaufen. Insider sprechen davon, dass sie Mitte Mai immer noch verzweifelt versucht, ihre Hände an die CD zu bekommen.




Wir waren jedenfalls nach Royal Republic gut aufgewärmt und richtig heiß auf die Jungs der Donots. Das kann aber auch an der nicht vorhandenen Lüftung gelegen haben. Und nach der obligatorischen Umbaupause ging es dann auch mit ‘ner kleinen Anrufbeantworternummer und dem Smasher Changes los.




Das Publikum hat von Sekunde eins an getobt, als gäbe es keinen Morgen.




Aber auch die Donots sind sehr gut abgegangen, allen voran Gebrüder Knollmann, Ingo und Guido, der Tags zuvor noch schön Geburtstag feiern konnte. Mit Jubel und „Donots“-Sprechchören wurden die Jungs frenetisch gefeiert. Dass die sich darüber gefreut haben, wie was weiß ich was, hat man ihnen auch gut angemerkt und sie haben es das Publikum auch immer wieder wissen lassen.





Durch die gute Stimmung im Saal kamen auch viele wunderschöne Momente zusammen. So ließ zum Beispiel der früher bereits angesprochene Schmetterling Jan-Dirk daran zweifeln, ob er sie noch alle beisammen habe… Etwas ungläubig konnten wir also beobachten, wie auch ein Schmetterling sich auf das Konzert schlich und den Klängen lauschte. Mitmoshen war in der Höhe, in der er sich so rumtrieb, auch nicht so ganz möglich.







Weitere Höhepunkte waren natürlich der schönste Circle Pit, den Hamburg jemals gesehen hat, während „Whatever happened to the 80’s“ (Guidos Geburtstagswunsch, der prompt in die Tat umgesetzt wurde), die Einblicke in das Knollmannsche Jugendleben, mit einer präzisen Beschreibung der Gerüche Ingos durch Guido,





das „Jubel-Experiment“, initiiert von Ingo (Kurz zur Erklärung, das war folgendermaßen: der normale Jubel des Publikums „langweilte“ Ingo ein wenig und er wollte mal etwas Neues ausprobieren. Er schlug also vor, dass das Publikum doch bitte den nächsten Song, sollte dieser gefallen, mit einem lauten, tiefen „Eeeeeeeooooooooohhhhh!!!!“ quittiert. Der Song gefiel dann so gut, dass Hamburg das lauteste und schönste „Eeeeeeeooooooooohhhhh!!!!“ zu hören bekam. Jan-Dirk hat das leider ein wenig die Stimmung vermiest, aber das Hamburger Publikum weiß ja, wie es das wieder gut machen kann.)











und die „Jesus-Aktion“ von Ingo, bei der er sich todesmutig auf das Publikum gestellt hat, um „We’re not gonna take it“ zu performen.






Wie sehr die Donots ihr Publikum unter Kontrolle haben, wurde uns gezeigt, als sie zur letzten Zugabe, Parade of One, aufspielen wollten und Alex seine Akkustikgitarre in aller Kürze für den perfekten Sound stimmen wollte. Zu seinem Übel war es in dem Laden so heiß geworden, dass das nicht so ganz gelingen wollte. Damit sich der arme Junge gut auf das Stimmen konzentrieren konnte und sich nicht so beobachtet dabei fühlte, bat Ingo darum, dass sich doch bitte mal alle umdrehen sollten. Gesagt, getan. Die gesamte (!) Meute stand also mit dem Rücken zu der Band. Ein Bild für die Götter, das sich uns da bot.




Sieht man auch nicht alle Tage. Und das auf einem Konzert, das wohl jeder noch so kleinen Amöbe im Raum gefallen haben muss. Nach der ca. sieben Minuten langen Zwangspause legte dann nochmal jede Person alle Energie in den letzten Song des Abends.


Die Donots taumelten dann überglücklich und geschafft von der Bühne und wir ließen uns überglücklich und geschafft auf den örtlichen Sitzgelegenheiten nieder und tranken erstmal was.



Und dann, Punkt 12 Uhr, sprangen Nadine, Spikey und Björn auf, um Nicole ein wunderschönes (hä?) Geburtstagsständchen zu singen. Selbige wurde nämlich frische 24 Lenze jung. Mangels Inspiration dachte sich dann Nadine, dass sie Nicole ja einfach mal ein Shirt der Donots schenkt, was Nicole dankbar annahm, ‘nen Trinkbecher gab’s für alle auch noch oben drauf, dank des sozialen Tages, zweier anwesender Personen, die hier nicht weiter erwähnt werden möchten (Nadine war eine davon).


Wir hatten dann noch das Glück, obwohl es dann doch schon sehr spät war, ein paar Fotos mit den Gebrüder Knollmann zu schießen





und machten uns dann endgültig satt und zufrieden auf in Richtung U-Bahn und Bahnhof, damit wir dort Nicoles Sachen abholen konnten. In all der Aufbruchstimmung hat Nadine leider vergessen, ihre Stimme einzupacken und ist einfach ohne sie losgerannt. Die arme Stimme hockt wahrscheinlich heute noch im Übel & Gefährlich und wimmert ganz allein vor sich hin.


Doch leider leider wurde uns dann noch ein kleiner Schock versetzt, denn, oh Schreck, es war schon so spät, dass die U-Bahn nicht mehr fuhr. Also nahmen wir den Nachtbus. Und das auch noch die ganze Nacht hindurch. Denn Nachtbus bedeutet geduldig sein und warten. Und das taten wir auch. Aber wie… Der erste Bus brachte uns erstmal zum Bahnhof, wo wir Nicoles Sachen aus dem Schließfach abholten. Da wir aber noch einen langen Weg vor uns hatten, stärkten wir uns erstmal bei einer großen amerikanischen Burgerkette, die mitten in der Nacht noch geöffnet hatte. Der nächste Nachtbus in Richtung Heimat lies dann aber auf sich warten. Die Zeitanzeige erlaubte sich auch noch einen Scherz mit unseren Nerven. Immer wieder mal wurde noch eine Minute Wartezeit drauf gepackt. Aber wir lassen uns ja nicht lumpen und wissen, wie man sich ablenken kann. So wurde ein vor Jahren gegründeter und noch am Gründungstag eingestampfter Chor wiederbelebt und wir gaben die schönsten Disney-Songs zum Besten, um die blöde Zeitanzeige zu beschwichtigen. Da klangen dann die Songs der Gummibärenbande, Chip & Chap oder auch Balu und seine tollkühne Crew durch die Hamburger Nacht. Und flugs kam dann auch schon der Bus.


Wir mussten dann in der Nähe der Reeperbahn noch einmal umsteigen, aber ab da hieß es dann entspannen im Bus. Im letzten Bus trafen wir dann noch ganz lustige Zeitgenossen, die sie nicht mehr alle beisammen hatten. So sprach uns der eine, Oskar war sein Name, in seinem alkoholisierten Zustand freundlich an und fragte, was wir denn schönes am Abend gemacht haben, nur um zwei Minuten später im Bus einzuschlafen. Seine Kumpels schien das nicht weiter zu stören. Und das, obwohl doch Oskar mehrmals drohte, aus dem Sitz zu fallen. Das weckte in Spikey und Nadine Muttergefühle oder ähnliches. Wir sorgten uns um Oskar und Spikey hielt ihn auch mal vorsorglich fest, damit er nicht ganz umkippt. Wundersam war dann aber, als der eine Kumpel ihn weckte, weil er aussteigen musste, und Oskar auf einmal das blühende Leben war. Als wäre er nie müde gewesen. Wir mussten noch ein Stück weiter, aber irgendwann kamen auch wir zu Hause an und fanden dann kurz vor 4 Uhr unseren wohlverdienten Schlaf.


Den brauchten wir auch für die nächsten Tage. Denn wir hatten noch einiges vor.


Freitag stand erstmal exzessives Feiern von Nicoles Geburtstag an. Das äußerte sich dann aber doch eher in Rumgammeln bis hast nicht gesehen. Wir konnten uns erst gegen 6 Uhr abends dazu aufraffen, endlich in die Stadt zu fahren. Zum Topfschlagen sind wir natürlich nicht mehr gekommen. Schade eigentlich. Das Abendprogramm gestalteten wir aber getrennt. Nicole und Nadine gingen noch kurz shoppen und Spikey und Björn fuhren zur Abschiedsparty von Björns Bruder. Davon hatten wir dann aber noch alle etwas. Denn aus hier nicht näher zu nennenden Gründen waren wir alle wieder viel zu lange wach. Nur so viel: Spikey betätigte diese Nacht ihr Handy sehr oft, um Nadine anzurufen.


Am nächsten Morgen fiel das Aufstehen natürlich allen sehr schwer. Trotzdem konnte Nadine zum Beispiel schon um 9 Uhr in der Früh nicht mehr schlafen… Na toll… Es half alles nichts, trotz der kurzen Nacht und einiger Unpässlichkeiten bei einem Viertel der Bande, konnten wir alle mehr oder weniger ein schönes Frühstück genießen, das uns für den Tag stärken sollte. Am Nachmittag sind wir alle vier zum Shoppen in die Stadt gefahren. Auf dem Weg zurück passierte aber etwas Wunderliches. Spikey schaffte ihren Veggie-Döner nicht und überlies Nadine, die eigentlich schon ausreichend den Tag über gegessen hatte (im Gegensatz zu Spikey), die Reste. Am Abend waren wir schön im Kino. Kampf der Titanen. In 3D. War nicht soooooooooooo Bombe. Der Rückweg vom Kino war noch sehr witzig, denn Spikey und Nadine verfielen in einen wahren „Robin Hood – Helden in Strumpfhosen“-Zitate-Battle. Das war sehr lustig. Nur nicht für Björn und Nicole, die in der S-Bahn fast eingeschlafen wären. Die Krönung des Tages war aber etwas, das die Dönergeschichte vom Nachmittag noch toppte. Auf dem Weg von der S-Bahn zur Wohnung wollten sich Spikey, Björn und Nadine noch mit jeweils einem Döner stärken. Und wieder schaffte Spikey ihren Döner nicht. Schockschwerenot! Und wieder übernahm Nadine die Reste. Damit hatte sie an diesem Wochenende den geheimen Esswettbewerb gegen Spikey haushoch gewonnen. Aber sowas von… Also steht’s zwischen den beiden jetzt 1:1… Ha…

Am Sonntag blieb uns nur noch, uns über das ganze Chaos der vergangenen Tage zu amüsieren, uns zu verabschieden und schon Pläne für das nächste Power-Konzert-Geburtstagswochenende zu machen…


Danke an: Royal Republic und den Donots für das WAHNSINNIG GEILE (!!!!) Konzert, Nobert für den Extrabecher, die aufgrund der hohen Feuchtigkeit in Raum nicht zu stimmende Gitarre von Alex, weil wir dadurch auch mal ne andere Seite des Konzertsaals gesehen haben, Guidos Wendy-Shirt, das einige Diskussionen bei uns ausgelöst hat, Disney für die vielen schönen Songs, die uns die Wartezeit auf den Nachtbus verkürzt haben, Oskar, die auf eine sehr amüsante Art aggressive Mitarbeiterin des HVV und ihre noch „netteren“ Durchsagen am Bahnsteig, das indische Essen, das Nadine an dem Wochenende ganze 3mal verputzt hat.
Besonderer Dank gilt Nicole, Spikey und Nadine einfach fürs Dasein und ein ganz besonderer „Hipp-Hipp-Hurra-er-möge-dreimal-hochleben“-Dank für Björn, weil er uns drei Terrortanten das ganze Wochenende ausgehalten hat.
Kein Dank an: die blöde Wartezeitanzeige beim Warten auf den Nachtbus, die es ultrawitzig fand, immer mal wieder ein paar Minuten draufzuschlagen, Pernod (…), die blöden 3D-Brillen, die während des Films immer von der Nase gerutscht sind und diese total beknackte Baustelle in Wedel, die uns immer dazu zwang, ungewollt die Straßenseite wechseln zu müssen. Aaaschloch.

Donnerstag, 1. April 2010

Du musst spontan sein in dieser Welt...

-Donots Unplugged im Saturn Hamburg am 30.03.2010-




Obwohl in einer Woche das Konzert der Donots im „Übel und Gefährlich“ steigen sollte, taten uns die Jungs den Gefallen und spielten am 30.03.2010 Unplugged im Hamburger Saturn. Dort sollten sie nicht nur ein paar Songs spielen…nein nein, sie gaben auch noch Autogramme. Nadine, Björn und ich entschieden uns also, dorthin zu gehen...da Nicole ja in HH arbeitet, fragten wir auch sie und sie sagte spontan zu. Toll! Somit waren wir also zu viert…drei kleine und ein großer Mensch, coole Kombi!
18Uhr sollte es losgehen. Da ich schon seit 15Uhr in Hamburg war, holte ich erst Nadine und dann mit ihr Nicole von den jeweiligen Gleisen am Bahnhof ab. Björn stieß kurz vor 18Uhr zu uns…somit waren wir also komplett.
Wir sahen ziemlich schnell, dass es ganz schön voll ist. Also entschieden wir uns, dass weiter hinten die Plätze besser sind, da man dann wenigstens noch ein bissl was sehen kann. Irgendwie falsch gedacht, denn nachdem eine nette Saturnmitarbeiterin eine Durchsage machte, dass im 4.OG die Donots einen kleinen Auftritt hatten, kamen nochmal ein paar Leute und versperrten uns die sicher geglaubte Sicht. Nur gut, dass wir Björn hatten…der konnte wenigstens über die Menge fotografieren…bei uns wären auch Fotos entstanden, aber mit ausschließlich vielen Rücken.
Und schon ging es los…die Donots spielten „Calling“, „Let It Go“ und „Stop The Clocks“...zwischendurch kamen wieder lustige Ansagen und Anekdoten von seiten der Donots zu stande. Wir fanden es toll. Da ich zwischendurch auch mal sehen wollte, ob es auch wirklich die Donots sind ;), stellte ich mich auf das leergefegte Angebote-Regal…ein ganzes Lied hindurch ging das auch gut, aber irgendwie störte mich mitten im nächsten Song ein Mann mit nem komischen Ausweis, dass diese Regale nicht zum draufstellen seien. Als ich mir den Ausweis, den er sinnfreier Weise meinen Füßen und nicht mir zeigte, anschaute merkte ich, dass dieser nicht gerade autoritär wirkende Herr vom Sicherheitsdienst war. Ich hielt es also für ratsam, seiner etwas ängstlich wirkenden Aufforderung nachzukommen…wollte ich doch noch Autogramme haben und nicht vorm Saturn auf Nadine, Nicole und Björn warten. Nach diesen drei Songs entschieden sie sich, noch eine Zugabe zu spielen, nur um danach noch eine Zugabe zu spielen. Wir fanden es gut. So hörten wir also noch „Superhero“ und „The Years Gone By“.
Doch leider ist auch der beste Kurzauftritt mal zu Ende…die Donots bedankten sich, wir bedankten uns und schon ging es ab zum Autogramme holen. Während es zu Beginn noch ein bissl unorganisiert wirkte, bildete sich schnell eine immens lange Schlange…also hieß es für uns: in der Schlange einreihen. Nadine holte schon mal ihr Booklet raus und ich entschied mich kurzerhand, den wundervoll vorgedruckten Zettel vom Saturn, auf dem die Donots für diesen Tag angekündigt waren, signieren zu lassen. Hatte meine LP ja noch nicht, also musste ich mir was einfallen lassen. (Ich weiß, es lagen auch Autogrammkarten vorne, aber das wäre ja Mit-dem-Strom-Schwimmen…nicht so mein Ding) Langsam aber gemächlich ging es voran in der Schlange und plötzlich standen wir vorne am Tisch der Jungs. Ich legte also ganz brav meinen Flyer auf den Tisch und zeigte auf die Stelle, an der ich die Autogramme gerne hätte. Alex‘ Gesichtsausdruck sprach Bände. Er fragte mich nur, während er pflichtbewusst signierte, was das denn sei. Als ich schon vor Guido stand, sagte ich: „Hab doch meine LP noch nicht!“ Guido konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Weiter ging es mit den Autogrammen und auch Nadine war sehr erfolgreich, nicht zuletzt deshalb, weil sich ein kleines Super-Gespräch mit Ingo entwickelte. Nadine sprach ein großes Lob aus, dass das Album echt gut geworden sei. Ingo erwiderte darauf: "Danke schön, wir sind auch echt stolz drauf." Und Nadine setzte noch einen drauf und bestärkte die Jungs: „Da habt ihr auch allen Grund dazu.“ Ingo konnte sich sein (nebenbei bemerkt) sehr sympathisches Lächeln nicht verkneifen.
Nachdem wir unsere Autogramme hatten, gingen wir glücklich zu unserem Paparazzo Björn und seiner Assistentin Nicole, die das ganze überwachte (HAHAHAHAHA).

Ich muss schon sagen, war schon ein toller Auftritt, da freu ich mich doch schon auf das Konzert nächste Woche.

Bye bye
Spikey