Mittwoch, 18. August 2010

...und täglich grüßt der Goldfisch...

-Pinksnotred in Berlin am 19.06.2010-


Es heißt, dass Goldfische eine Gedächtnisspanne von etwa 3 Sekunden haben, was bedeuten würde, dass sie sehr vergesslich sind… An diesem Wochenende waren wir wohl die goldfischigsten Klappspaten, die die Welt je zu Gesicht bekommen hat. Dafür waren wir spontane Klappspaten, zumindest redeten wir uns das die ganze Zeit ein.


Aber fangen wir von vorne an. Über Facebook erfuhren Spikey und ich schätzungsweise Anfang Mai, dass Pinksnotred am 19.06. in Berlin im Magnet spielen würden… Ich hab Spikey daraufhin fast angesprungen, dass wir an dem Wochenende nach Berlin fahren und uns die Bande anschauen. Spikey schob erstmal die Entscheidung auf die lange Bank und meinte, dass wir ja spontan fahren könnten… In unserem Inneren reifte die Entscheidung eigentlich schon spätestens gegen Ende Mai, dass wir die Reise antreten würden, aber um den Schein der Spontanität zu wahren, fielen in Gesprächen immer wieder Sätze wie „Falls wir wirklich fahren sollten *hüstel*…“. Aber auf dem Weg zur spontanen Entscheidung für das Konzert, kam noch einiges dazwischen… Ich zum Beispiel fühlte mich fast in den Film „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ versetzt, mit kleinen Abwandlungen natürlich… Auf jeden Fall war die Woche vorm Konzert für uns beide doch sehr stressig… Aber wir hatten ja etwas, worauf wir uns freuen konnten, aber nur insgeheim und eigentlich spontan erst am Samstag, als wir uns dazu entschlossen haben urplötzlich (!!!) nach Berlin zu fahren. Freitag versuchten wir noch, Nicole zu überzeugen, unserem Ausflug beizuwohnen, aber sie hatte leider keine Zeit. Also ging es für uns alleine los. Im Vorfeld haben wir uns noch eine Übernachtungsmöglichkeit bei Julia beschafft, die zu dem Zeitpunkt nicht in Berlin weilte. Das bedeutete wiederum, dass wir ihre Bude hätten auseinander nehmen können… Hätten… Haben wir aber nicht, so viel mal vorweg…


Am großen Samstag dachten wir uns, dass wir ganz gemütlich gegen 3 Uhr in Richtung Hauptstadt losfahren. So hatten wir vormittags noch Zeit, uns von unseren Eltern, von denen wir uns natürlich wie brave Kinder noch verabschiedeten, die üblichen Elternsätze wie „Kind, nimm keinen Lolli von Fremden an!“ anzuhören und in die Notaufnahme zu fahren... Spikey hatte nämlich schon tags zuvor festgestellt, dass sie ihr Asthmaspray in Wedel vergessen hatte und dringend noch welches brauchte, bevor wir nach Berlin fuhren… Also schnell zum Onkel Doktor und Nachschub beschaffen, damit wir sorgenfrei feiern konnten… Als ich dann bei Spikey ankam, um sie abzuholen, sind wir noch eine imaginäre Liste durchgegangen, damit wir auch ja nichts vergessen… Ist ja auch wichtig für so ein Wochenende… Als wir dann glaubten, alles zusammen zu haben, sind wir dann auch mit meiner Puffkarre losgeheizt. Das „Puff“ in Puffkarre darf man hier auch wörtlich nehmen, da sich mein Auto zu dem Zeitpunkt durch nen großen Marderschaden immer mal wieder anhörte wie ein puffender und tuckernder Traktor… Mein Navi, das sich diesmal nur ein einziges Mal von der Windschutzscheibe verabschiedete (neuer Rekord!!!), leitete uns dann souverän Richtung Berlin… Und mit Pinksnotred im CD-Player konnte auch nichts passieren. Die Fahrt verlief bis auf einen kleinen Fast-Zwischenfall, bei dem unser Vordermann doch fast ein Eichhörnchen mit seinen Reifen erlegt hätte (dank unserer lauten Warnschreie hat es sich das Eichhörnchen aber nochmal anders überlegt und ist wieder auf kürzestem Weg von der Autobahn heruntergelaufen), recht ruhig und wir mussten auch nur ein kurzes Mal Pause machen, um unseren wie immer großen Hunger zu stillen… Das haben wir dann in unseren asseligsten Outfits bei dieser ominösen großen amerikanischen Burgerkette gemacht. Beim Essen ist mir dann aufgrund unseres zufälligen Partnerlooks auch noch aufgefallen, wie asselig wir eigentlich wirklich ausgesehen haben müssen und musste dies auch kundtun… War wohl ne schlechte Idee, denn das hat Spikey, die grad genüsslich in ihren Burger biss, dazu veranlasst, laut loszulachen und dadurch ihr fürsorglich gekautes Essen über mein Shirt zu verteilen… Naja, endlich ein kleiner Unterschied in unserer Klamotte… Nachdem wir in Ruhe aufgegessen hatten und ich mir die Essensreste vom T-Shirt gekratzt hab, konnten wir die Fahrt fortsetzen und passierten auch bald das Ortseingangsschild von Berlin. Und weil wir ja ach so spontan waren an dem Wochenende, sind wir ganz spontan und im Angesicht unserer Asseligkeit (ist das überhaupt ein Wort???) kurz vor Ankunft an Julias Wohnung noch in das Eastgate-Center gefahren, um uns im Saturn auf den neuesten Stand der Fußballergebnisse zu bringen. Später sollten wir noch von mehreren Seiten erfahren, dass wir mit unseren Outfits perfekt in das Eastgate-Center passten. Nach einer halben Stunde Fußballgucken und DVDs kaufen, sind wir dann aber doch zu Julias Wohnung gefahren. Wir hatten ja schließlich nicht ewig Zeit und die Betten wollten auch noch aufgebaut werden… Unter anderem kam mal wieder das Luftbett zum Einsatz, das beim Aufblasprozess die Lautstärke eines Presslufthammers erreicht. Eben jenes Bett sollte am Ende des Wochenendes noch eine unliebsame Rolle für mich spielen… Nachdem wir noch kurz ein paar Kleinigkeiten eingekauft und uns schick für den Abend gemacht haben,




MOMENT, wo ist denn Spikeys Jacke abgeblieben??? Wir waren uns sicher, dass sie die Jacke mitgenommen hatte, haben wir uns in Seehof doch noch gegenseitig an die ganzen Sachen erinnert, die wir mitnehmen wollten/ mussten. Ein kurzer Anruf bei Spikeys Eltern bestätigte dann die schlimme Vermutung, dass die Jacke nicht in Berlin war… Da ich aber ausreichend mit Jacken versorgt war, habe ich Spikey einfach eine von meinen angeboten. Irgendwann sind wir dann doch noch Richtung Innenstadt gefahren, um endlich Pinksnotred zu sehen. Auf dem Weg dorthin, in der S-Bahn, konnten wir noch eine echte Berühmtheit beobachten, denn Michael Stipe, Sänger von R.E.M., hat eben genau unsere S-Bahn bestiegen. Wir hatten uns schon ein wenig gewundert, was er in Berlin macht, aber wir haben in dann doch in Ruhe ziehen lassen, ohne ihn unnötig zu belästigen… Hätten wir ja alle nichts von gehabt, wenn ihr wisst, was ich meine… Außerdem mussten wir sowieso aussteigen, denn wir wollten ja keine Stadtrundfahrt machen, sondern zum Konzert… Also hopp hopp raus aus der S-Bahn und auf zum Magnet… Auf dem Weg dorthin haben wir gemerkt, dass wir eigentlich mal wieder viel zu früh sind, weswegen wir uns Zeit gelassen haben…






Trotzdem waren wir immer noch zu früh… Also haben wir uns noch in die nächste Kneipe gesetzt und Fußball geguckt… Hatte ja zu der Zeit auch höchste Priorität, neben der Musik natürlich… Leider leider war es uns nicht möglich, das Spiel bis zum Schluss zu begutachten, weil wir dann doch los mussten. Doch bevor wir uns in die nicht wirklich vorhandene Schlange vorm Magnet stellten, haben wir noch ne kleine Runde gedreht und uns das berühmte Lido von Außen angeschaut… Es lag Rock’n’Roll in der Luft… Kurz vor Einlass wollte Spikey sich noch etwas gönnen und so enterten wir einen auf dem Weg gelegenen Subway, wo wir von ganz besonderer Musik begrüßt wurden, nämlich vom guten alten DJ Bobo. Und der Subway-Mensch muss der größte Bobo-Fan der nördlichen Hemisphäre gewesen sein… Ich fand den ja schon irgendwie eigenartig und das hab ich ihm auch gezeigt… Das fand er wiederum der nicht so witzig, weshalb wir uns lieber vom Acker machten… Es war ja bald auch endlich soweit und wir konnten den Club erobern… Beim Einlass wurde wieder mal fleißig aussortiert und so mussten doch ein paar junge Mädels enttäuscht von dannen ziehen, weil sie zu jung waren… Nachdem unsere Ausweise gründlichst kontrolliert wurden (naja, bei Spikey war es dann doch der Führerschein, denn ihren Ausweis hatte sie bei Björnski im Portemonnaie vergessen, der zu dem Zeitpunkt aber in Gambia weilte; ihr seht, es war wirklich das Wochenende des Goldfisches), konnten wir dann doch rein in die gute Stube und uns erstmal umsehen… Recht schnell fanden wir die Garderobe und gaben zum ersten Mal (zumindest soweit ich mich erinnern kann) unsere Jacken, naja, meine Jacken ab. Wir machten es uns dann im Raum, wo das Ganze stattfinden sollte, auf zwei Sesseln in Bühnennähe gemütlich und warteten aufgeregt darauf, dass der Startschuss gegeben würde. Nachdem Spikey quasi schon den ganzen Tag über Schnappschüsse gemacht hat, hat mich dann auch endlich der Fotofloh gebissen und ich kramte meine Kamera raus, um ein wenig rumzuknipsen… Doch, oh Schreck, was musste ich da entdecken? Im Prinzip ja nichts, denn die Kamera ging nicht an… Ich hatte nämlich vergessen, die Akkus aufzuladen und so reihte ich mich auch in den bunten Reigen der Goldfische ein… Naja, also blieb Spikey die einzige, die schöne Konzertfotos machen konnte. Aber das muss auch mal reichen… Wir warteten also auf den doch sehr gemütlichen Sesseln und guckten uns im Raum um… Auffällig waren da die Wölkchen, die die Bühne fein säuberlich dekorierten… Warum, wussten wir zu dem Zeitpunkt nicht, noch nicht… Denn es ging dann doch los mit dem Konzert… Wir wussten außer bei Pinksnotred nicht so recht, was uns mit Von Lehwald und Nias so erwarten sollte, aber was unsere gespannten Augen dann erblicken mussten, konnten wir nicht so recht fassen… Wie versteinert saßen wir da und beobachteten, wie eine singende Killertomate mit einer Gruselmaske auf der Bühne stand und die von der Bühnendecke hängenden Wolken als die Bandkollegen vorstellte…





Singen und entertainen konnte die Tomate dennoch… So langsam schmolz auch bei uns das Eis und wir wagten uns vor die Bühne, wo wir auch schon das Tanzbein schwangen… Da der Club nicht übermäßig gefüllt war (das ist die Untertreibung des Jahres… HA), konnte man gut auch die anderen Leute beobachten. Und was haben wir da nicht alles gesehen… Ein Highlight war definitiv der Typ, der am anderen Ende der Bühne stand und das wohl beste T-Shirt des Abends trug… Damit machte er nämlich allen klar, dass er ein Faible für von Disney gezeichnete Waldtiere hatte, denn es war Bambi mit dem Satz „Ich mag Bambi!“ abgebildet… Gibt es denn nur Verrückte hier in Berlin??? Als dann die Killertomate, also Von Lehwald, fertig war, ging es ans Umbauen für die Jungs von Pinksnotred, was bei uns ein sehr breites Grinsen verursachte… Nachdem dann auch die letzten Wölkchen von der Bühne geschafft wurden, konnten sehr zu unserer Freude Pinksnotred ihre Show starten. Und sie zündeten ein Feuerwerk ihrer Hits des Albums Remedy…






Wir waren wie gefangen von der Bühnenpräsenz der fünf Jungs. Vor allem Simon hatte es Spikey angetan, denn mit der Spielfreude, die er an den Tag legte, konnte man sich nur in den Kerl verschießen. Aber auch der Rest der Bande wusste natürlich zu begeistern. Mein persönliches Highlight war natürlich mein absolutes Lieblingslied vom Album, Electric Life. Ich hab mich aber auch, genau wie Spikey, über die anderen Songs gefreut…






Nebenbei erfuhren wir von Doelk, dass an diesem Wochenende auch der Christopher Street Day in Berlin stattfand. Ach, deshalb war Micheal Stipe da… Nach 10 Songs war das Set von Pinksnotred leider auch schon vorbei und die Jungs machten uns noch kurz auf den Merchstand aufmerksam.






Spikey und ich entschieden uns aber noch den Auftritt von Nias anzuschauen, bevor wir uns dem Shoppingrausch hingeben wollten… Gesagt, getan. Als dann Nias die Bühne enterten, trauten wir wieder mal unseren Augen kaum, denn da stand doch schon wieder jemand mit der Gruselmaske… Dieses Formelwesen ist wohl ne echte Rampensau… Und krasse Dancemoves hatte das Vieh drauf, das muss man einfach selbst gesehen haben.





Die Musik von Nias lässt sich für uns wohl gut als experimentell beschreiben… So richtig vom Hocker rissen sie uns nicht, aber das Formelwesen war recht cool drauf, gerade wegen der Dancemoves. Während des Gigs erspähte ich immer mal wieder die Jungs von Pinksnotred, die Kisten schleppten… Mich beschlich eine gewisse Unruhe und als wir dann genug von Nias hatten und uns auf zum Merchstand machen wollten, wurde es traurige Wahrheit, denn der Merchstand war bereits abgebaut (DUN DUN DUN!!!)… Spikey war schon ziemlich angefressen, hatte sie doch auf Buttons und T-Shirts gehofft… Ich hab noch versucht sie zu beruhigen, aber so recht wollte mir das nicht gelingen. Ich glaub sogar, Doelk, der nur zwei Meter von uns entfernt stand, hat Spikey Rage mitbekommen… Bevor Spikey aus Wut und ich aus Solidarität den Laden auseinander genommen hätten, sind wir dann doch Richtung Tram gegangen, die uns sicher ein Stück in Richtung Betten bringen sollte. Ich glaube, es lag an Spikeys ungestillter Shoppinglust, dass sie direkt nach dem Konzert einen doch eher ungewöhnlichen Ohrwurm hatte, irgendetwas vom Grand Prix, der ja so nicht mehr heißt. Halb 3 kamen wir dann endlich in Julias Studentenbude an und vielen hundemüde ins Bett und träumten von schönen Sachen, ganz bestimmt sogar, glaube ich…


Den Sonntag ließen wir erstmal ruhig angehen, bevor wir uns dann ganz locker um die Mittagszeit wieder in Richtung Heimat aufmachten… Wir machten wieder kurz Halt bei der amerikanischen Burgerkette und diesmal verlief der Besuch sogar ganz ohne Anspucken… Jaaaahaaa… Am Abend musste ich dann noch feststellen, dass ich mich am Luftbett, das ohne Luft nur ein schwerer Klumpen Gummi ist, leicht verhoben hatte… Na toll, der perfekte Abschluss zu diesem Wochenende. Nicht.


Ein dickes Dankeschön geht raus an unsere Spontanität (ähem), Julia fürs Überlassen der Wohnung, den Saturn fürs Übertragen der Fußballspiele, die Killertomate a.k.a. Formelwesen, Gott dafür, dass das Eichhörnchen am Leben geblieben ist, und ganz besonders Pinksnotred für das wundervolle (aber leider etwas zu kurze) Konzert.
Keinen Dank an den leider zu früh abgebauten Merchstand, wodurch wir unser Geld nicht in die ewig leeren Kassen der Musiker stecken konnten.

Mittwoch, 21. Juli 2010

doppelt gemoppelt hält besser...

-Donots im Molotow am 03.06.2010-
-Autoball WM in in der Lanxess-Arena in Köln am 04.06.2010-


Geteiltes Leid ist halbes Leid sagt man… An diesem Ausflugswochenende sollte es aber für alle Beteiligten eher heißen „geteilte Freude ist doppelte Freude“. Auf dem Plan standen die Donots im Hamburger Molotow und die Autoball-WM in der Kölner Lanxess-Arena.

Los ging es am Donnerstag. Alle haben sich wie immer am zentralen Treffpunkt in Spikeys Wohnung getroffen, um sich dort auf die anstehenden Großereignisse vorzubereiten. Nicole konnte schon frühzeitig Feierabend machen und so traf sie sich schon kurz nach 12 Uhr mit Spikey in der Stadt, um dann ganz spontan shoppen zu gehen. Ich hatte leider nicht das Glück so früh von der Arbeit loszukommen und konnte erst 14 Uhr aus Schwerin anreisen. Aber gegen 16:30 waren wir dann alle vereinigt. Nach kurzen Diskussionen über diverse deutsche Zoos, dem Schlemmen von schätzungsweise sehr leckerem, aber einfach nur chemischen Käsekuchen (das Wettessen zwischen Spikey und mir ging vermutlich unentschieden aus; die anderen haben fast gar nichts vom Kuchen abbekommen, weil wir zwei so scharf auf selbigen sind) und dem Entfernen von Neaks Extensions, was allein beim Zuschauen schon extremst wehgetan hat, machten Nicole und ich uns auch schon fertig für das Donots-Konzert, auf das wir heute mal ohne den Rest der ganzen Klappspaten gehen sollten…
So geschnürt und gestriegelt konnte es also zum Molotow auf der Reeperbahn gehen.


Dort angekommen merkten wir schnell, dass es eigentlich noch viel zu früh ist, also haben wir noch ne Runde gedreht und kehrten kurz bei dieser berühmten „Amerikanischen Botschaft“ ein, um dann vorm Club in der Sonne noch ne Runde zu entspannen, bevor es richtig los gehen sollte… Nicole und ich waren schon sehr gespannt, weil wir vorher noch nie im Molotow waren und wir quasi nur wussten, dass ein kleiner Club sein musste. Als wir dann die Kellerräumlichkeiten nach dem Einlass betraten, kamen uns Worte wie niedlich und muckelig in den Sinn… Und das ist wirklich die beste Art, das Molotow zu beschreiben, niedlich und vor allem muckelig. Dennoch roch es verdächtig nach Punkrock, was ja immer ein gutes Zeichen ist. Da wir uns schon sehr sehr alt fühlten, ließen wir uns ob des „Schocks“, dass der Club so muckelig ist, auf einer Couch, die wir mit 2 Mädels, die tatsächlich älter waren als wir (höret, höret), teilten, direkt neben der Bühne nieder, um vor dem Konzert unsere generell eher müden Knochen noch etwas zu schonen… Nach einer kurzen Unterhaltung mit den zu dem Zeitpunkt noch freundlichen Mädels ging es dann auch schon mit Chinaski Jugend los. Und das war mir eine wahre Freude, denn Chinaski Jugend ist im Prinzip ¼ von Jupiter Jones, um genau zu sein der Sänger Nicki Jones und das auch noch akustisch… Ich verehre diesen Menschen seiner Stimme wegen schon längere Zeit… Einfach mal auschecken, bitte…


Die beiden gerade schon erwähnten Mädels fragten wir, ob wir uns irgendwie alle so positionieren, dass wir kleinen beiden vor denen stehen könnten. Diese doofen Gänse wollten aus uns unbekannten Gründen aber nicht, womit sie sich selbst widersprochen haben, da sie vorher noch erwähnten, wie doof es doch sei, wenn sich große Menschen auf Konzerten vor die kleinen Menschen in die erste Reihe stellen… Blöde Kackbratzen. So, genug in Rage geredet. Es gab ja schöne Musik, der wir lauschen konnten. Denn schön ist die Musik von Chinaski Jugend bzw. Jupiter Jones allemal… Leider gibt es ja immer mal wieder Menschen, die so etwas nicht zu würdigen wissen und die Vorbands fast von der Bühne schreien wollen… Aber das gelingt ja doch eher selten und auch heute blieb Chinaski Jugend so lange, wie es auch geplant war. Dabei reagierte Nicki sogar völlig cool und gelassen auf die Deppen. In Your Face sag ich da nur!!!


Während so auf der Bühne dann fein säuberlich alles für die Donots eingestöpselt wurde, stieg in mir dieses Gefühl positiver Aufgeregtheit auf und ich konnte mich eines Grinsens nicht mehr erwehren… Als es dann endlich losging mit „Calling“ (diesmal übrigens ohne stylisches Mobile, weil die Decke einfach zu tief war, aber dazu später mehr), brachen alle Dämme und das Publikum bildete eine hüpfende, grölende und tanzende Masse. Lauthals haben wir das wieder mal wunderbare Set mitgesungen und schön das Tanzbein geschwungen. Zum Glück ist das Molotow im Besitz einer wunderbar funktionierenden Lüftungsanlage, so dass wir nicht das Gefühl hatten, gleich zu zerlaufen. Was man von den Donots nicht behaupten konnte. Die Jungs haben sich mal wieder dermaßen ausgepowert, was man an ihren durchgeschwitzten T-Shirts sehr gut erkennen konnte. Das nennt man dann Einsatz für das Publikum. Am meisten sind mal wieder die Gebrüder Knollmann gerannt… Da blieb kein Stein auf dem anderen. Und auch vor besagter tiefhängender Decke machten sie keinen Halt.





Der arme Eike stieß sich leider an selbiger, als er kurz von seinem Drumkit aufstand. Tja, das macht man ja auch nicht während des Konzertes… Purgen musste sich noch während der Show über die zweifelhafte Größe der Handtücher, die für die Jungs bereitlagen, wundern und fragte sich, ob die Handtücher der Größe der Clubs angepasst werden. Denn dieser Gig war, nachdem die Donots beim Tourauftakt im Übel & Gefährlich hier in Hamburg ihre größte Clubshow dieser Tour gespielt hatten, der kleinste Gig. Und zudem auch noch Tourabschluss… Damit hat Hamburg es wohl geschafft...






Dass das der kleinste und damit familiärste Auftritt war, wurde nochmal dadurch unterstrichen, dass Ingo hin und wieder mal auf das Sofa, auf dem wir uns vorhin noch ausruhten, stieg um den hinteren Reihen noch näher zu sein. Absperrungen gab es übrigens keine, die hätten dem Raum ja auch Platz genommen, weshalb sich einfach zwei Leutz an den Bühnenrand setzten, um als Absperrung zu fungieren.


Den Job hätte ich bei den zurecht abgehenden Menschen nicht machen wollen, zumal ich dazu sicher nicht qualifiziert wäre aufgrund meiner Statur… Während die zwei also da vorne ausharrten, spielten die Donots munter weiter. Die fünf haben sich dabei so sehr ins Zeug gelegt, dass sie zwischen den Songs immer wieder tief Luft holen mussten, um Kraft zu tanken, selbst die eigentlich obligatorische Pause vor der Zugabe viel zu kurz aus, um wirklich mal durchatmen zu können.


Dennoch hielten die Donots sich nicht zurück und legten einfach alles in diesen Auftritt, als wäre es ihr allerletzter. Zu den Höhepunkten dieses Konzertes gehörte definitiv mal wieder Ingos Wunschkonzert mit der Harmonika. Passenderweise wurde sich „Auf der Reeperbahn nachts um halb 1“ gewünscht, was Ingo prompt bereitwillig gespielt hat... Und auch „An der Nordseeküste“ wurde noch kurz angespielt. Es war ein Fest.




Im Zuge dessen haben wir aber von einer Tradition erfahren, die lieber nie das Tageslicht erblickt hätte… Nur so viel, es hat was mit dem Umziehen nach Hamburg, der Elbe und Fäkalien zu tun. Diese Information muss reichen… Zu weiteren Highlights zählen auch das diesmal von Guido sehr gehauchte „To Hell with Love“ (tags zuvor hat sich der liebe Guido wohl so verausgabt und die Stimme niedergeschrien, dass er heute quasi zum Singen und Hauchen gezwungen war), was wohl allen Menschen im Raum mindestens ein Lächeln auf die Lippen zauberte,


wie immer „We’re not Gonna Take It“, bei dem es sich Ingo wieder nicht nehmen ließ und über das Publikum wanderte (und das bei der tiefen Decke; Wahnsinn!!!),


 und auch „Good-bye Routine“, das beim Auftaktkonzert noch ausgelassen wurde




und ach, überhaupt eigentlich alles… Aber der absolute Höhepunkt kam ganz zum Schluss, als Ingo und Guido mitten im sitzenden Publikum „Superhero“ akustisch zum Besten gaben, wie sie es auf der Tour wohl schon oft gemacht haben (nur nicht beim Tourauftakt, tsk tsk tsk).


Es war wirklich wunderschön und der perfekte Konzert- und Tourabschluss…


Bevor Nicole und ich uns dann auf den Rückweg zu Spikey machten, füllten wir unsere leeren Akkus noch mit etwas Wasser und leerten unsere Geldbörsen, indem wir noch Merch und Geburtstagsgeschenke kauften. Nicole hat mir zu meinem baldigen Geburtstag ein Shirt gekauft und ich hab mir zu meinem Geburtstag eine DVD gekauft (die ich mir später sogar noch eingepackt habe, man muss ja den Schein wahren). Dabei bekamen wir noch die Chance, unsere Tickets von Eike und Alex signieren zu lassen. So machten wir uns dann endgültig glücklich endlich auf den Weg, um auch schnell ins Bett zu kommen, wo wir dann auch gegen 1:30 Uhr landeten und unseren wohlverdienten Schlaf fanden.
Der fand bei mir, nach einer sowieso schon unruhigen Nacht, dann doch ein unerwartet abruptes Ende… Um 6 Uhr in der Früh. Nicole wurde kurz durch meine Unruhe wach und meinte, ich solle weiterschlafen… Sie hatte gut reden, sie war ja nicht mehr oder weniger ausgeschlafen und hellwach… Zum Glück wusste ich, dass Spikey und Björnski auch nicht so lange schlafen werden, da sie heute ja noch nach Köln mussten… So ganz getröstet hat mich das aber nicht. Ich versuchte mich in der Zwischenzeit mehr oder weniger erfolgreich zu unterhalten… Als Erstes probierte ich, den Fernseher in Gang zu bekommen, was aber daran scheiterte, dass ich den ausgeschalteten Verteiler nicht finden konnte. SUPER… Nicht. Also musste irgendwas anderes her, was mich auf Trapp hält und die anderen nicht zwangsweise aufweckt. Also hab ich mir die Zeitung geschnappt und durchgeblättert… Bei den Kontaktanzeigen bin ich dann amüsiert hängengeblieben. Durch das Rascheln der Zeitung wurde Nicole dann aber doch richtig wach und so studierten wir gemeinsam die skurrilen Kontaktanzeigen, bis Spikey und Björnski endlich aufgestanden sind. Die beiden waren dann auch sehr verdutzt, dass Nicole und ich schon vor ihnen wach waren. Beide haben geguckt wie ein Auto in der Kurve… Sah ungefähr so aus: o_O Nach kurzer Realisierungsphase war Björnski froh und meinte, dass Nicole und ich dann ja das Frühstück machen könnten… Naja, wir haben dann dabei geholfen… Nach dem Frühstück haben wir dann Spikey und Björnski in Richtung Köln verabschiedet und haben uns auch so langsam zum Aufbruch bereit gemacht… Ganz spontan sind wir dann noch kurz in der City shoppen gegangen, bevor unser Part der zwei Eventtage seinem wohlverdienten Ende zugeführt wurde…
Was alles auf dem Weg nach Köln, in Köln und auf dem Weg zurück passiert ist, wage ich gar nicht zu vermuten. Deshalb reiche ich den Stift weiter und lass Spikey die Geschichte erzählen… Bitteschön, Spikey…

…danke, Nadine!

Wie Nadine schon angemerkt hat, mussten Björnski und ich früh raus. Das hieß: 8Uhr aufstehen, damit wir um 9Uhr losdüsen konnten nach Köln. Nach besagtem kalorienreichem Festmahl konnte es also endlich losgehen. PIVO war bereit und willig, uns bis nach Köln zu bringen, damit wir dort den großen Stefan Raab bei der Autoball WM 2010 anfeuern konnten. Nach einer ereignislosen Anreise landeten wir gegen 13 Uhr in besagter Domstadt und parkten unser Auto im Parkhaus der Lanxess-Arena. Wir lösten noch schnell unser Ticket, damit PIVO auch die ganze Zeit dort warten durfte. Danach machten wir uns erstmal auf, die Stadt ein wenig zu erkunden. Unter anderem wollten wir uns den Dom anschauen und eventuell auch bis nach ganz oben gehen. Erstes hat auch super geklappt: wir schauten uns erst den Dom und seine wahnsinnige Architektur von innen und außen an.
Doch die zweite Aufgabe gestaltete sich etwas schwieriger. Denn auf dem Weg nach oben verließ mich plötzlich mein Mut; ich denke, dieser ist aus einem der zahlreichen Fenster des Doms gesprungen… So ein Mist, dabei kann ich doch gar nicht fliegen. Naja, dann musste Björnski eben seinen Mut packen und alleine hoch. Hat sich dann auch gelohnt, wie die Fotos beweisen.
Danach machten wir uns auf, etwas zu Essen zu suchen, damit wir unsere ausgelaugten Körper stärken, denn wir wollten nicht unbedingt für teuer Geld in der Arena essen. Also auf zur Futtersuche. Wir fanden auch schnell ein Restaurant, in welchem zahlreiche Amerika-Fahnen hingen… Wir entschieden uns dafür, hatten wir doch mal Hunger auf richtig schön amerikanisches Essen. War auch sehr lecker, aber im Nachhinein kam ich mir ein bissl verarscht vor. Denn ein großes Schild pries an, dass das Steak auch wirklich aus Argentinien kommt. HÄ??? Ich denke, wir haben richtig typisch amerikanisch gegessen? Nun gut, war lecker und fertig.
Danach entschieden wir uns, auch noch die Hohenzollernbrücke langzulaufen. Das war eine gute Entscheidung, fanden wir doch an ihrem Geländer zahlreiche, ach was sag ich, wahrscheinlich Millionen Schlösser von verliebten Personen.
Alle Schlösser besitzen Gravuren mit den Namen der Paare und Datum, wann sie da gewesen sind. Das sollten Björnski und ich auch mal machen… Ne richtig schöne Idee.
Da wir noch sooooo viel Zeit hatten, entschlossen wir uns, bis zur nächsten Haltestelle zu laufen und von da aus mit der Bahn zur Arena zu fahren. Doch was sahen wir da? Wir standen schon genau davor. Auch gut, so hatten wir die Zeit rumgebracht und sind wenigstens ein bisschen gelaufen. Wir also schnell zum Auto, die feine Ausgehuniform, sprich Trikot und Deutschlandmütze, übergestreift und ab zum Eingang.
Dort mussten wir noch ein Weilchen warten, denn Einlass war erst um 18 Uhr. Naja, egal… Wir vertrieben uns die Zeit, die ganzen Menschen mit ihren Deutschlandfahne, Trikots und Mützen zu sehen. Als es endlich reinging, dachten wir, dass nun auch die Sitzplätze schnell gefunden sind… Aber nichts da. Es hieß nochmal ne Stunde warten, denn sie öffneten erst gegen 19 Uhr die Türen zur Arena. Doch besagte Stunde verging ziemlich schnell und so konnten wir uns endlich reinsetzen und schon mal die Atmosphäre in uns aufsaugen.
Nebenbei erspähten wir unten schon ein Mal die Prominenz der WM: Harry Wijnvoord, Giovanni Zarrella und Shrek.
Um 20 Uhr ging es dann auch endlich los… Mit Elton und seinem Song zur Fußball WM. Außerdem hatten wir einen äußerst komischen, also nicht lustig-komischen, Animateur, der uns stimmungstechnisch aufheizen sollte. Aber das war eigentlich überflüssig, bebte doch die gesamte Halle, als endlich nach langem Warten STEFAN RAAB mit seinem Deutschland-Polo in die Arena rollte.
Es konnte also losgehen! Und das tat es auch.
Zur kurzen Erklärung: es gab 8 Teams, welche sich zuerst in einer Gruppenphase behaupten mussten. Später traten sich die beiden besten Fahrer im Finale gegenüber. Fahrer waren:

Deutschland – Stefan Raab
Italien – Giovanni Zarrella
Holland – Harry Wijnvoord
Ghana – Daniel Aminati
Frankreich – Henri LeConte
Irland – Joey Kelly
England – Ross Anthony
Brasilien – Ailton

Es versprach also ein lustiger Abend zu werden. Die Bälle flogen hoch durch die Luft, die Arena glich zunehmend einem Hexenkessel. Jeder Fahrer gab sein Bestes, doch schnell konnte man die Favoriten dieses Turniers ausmachen. Während Holland nur stiller Teilnehmer dieses Event zu sein schien (wie sollte es auch anders sein?), entwickelte England ein außerordentliches Gespür dafür, den Rückwärtsgang bis zu Perfektion zu nutzen. Sonja Kraus konnte sich nur mit Mühe ein Lachen und den Spruch, das England hinten herum richtig gut sei, verkneifen, saß doch im englischen Polo Ross Anthony… HAHAHAHA. Und auch Brasilien hatte Startschwierigkeiten. Doch die wahren Champions ruhten in, oh Wunder oh Wunder, in Italien und Deutschland.
Doch auch Ghana und Irland versuchten da noch ein Wörtchen mitzureden.
Die Stimmung heizte sich weiter auf und auch meist die Motoren der kleinen Flitzer.
Diese mussten nun immer öfter ausgewechselt werden, da die Fahrer sehr aggressiv daher kamen und keine Rücksicht auf Verluste nahmen.
Apropos Verluste: die gab es auf einer ganz anderen Seite. Denn schon bald wurden die Bälle, mit denen die Autos eigentlich spielen sollten, ziemlich knapp. Pro Spiel gingen mindestens 1-2 Bälle kaputt… Ich glaub, das war ein Materialfehler, oder?! Naja, Raab betonte nonchalant wie er denn nun ist, dass es noch genug Bälle gäbe. Doch notfalls könne man doch auch mit Elton spielen. Armer Elton!
So langsam ging es aufs Finale zu. Doch vorher mussten die Fronten geklärt werden, wer in besagtes einzieht.
So traten an: Irland – Deutschland und Italien – Ghana. Das erste Spiel war sehr hitzig, Irland (sprich: Joey Kelly) spielte unfair und wirkte frustriert… Versuchte er doch Deutschland und den großen Raab mit unlauteren Mitteln davon abzuhalten, an den Ball zu kommen. Empörung machte sich breit im ganzen Publikum. Doch am Ende gewinnen nun mal sowieso die Deutschen… Mit 5:0… In Your Face Ireland! Das zweite Spiel gestaltete sich nicht weniger spannend. Beide Fahrer lieferten sich ein gutes Match, bei dem lange Zeit nicht klar war, wer nun gegen Deutschland fahren wird. Nur der Punktestand am Ende, 3:1 für Italien, verriet, dass das Endspiel ein prestigeträchtiges werden sollte.
Raab und Zarrella machten sich also auf in ihre Autos und veranstalteten einen Battle, als ob es kein Morgen gäbe. Keiner schenkte sich etwas und so musste nach Raabs Last-Minute-Ausgleich ein Elfmeterschießen her… Oder nennt man das Elfmeterfahren? Ach egal! Leider ging dieses nicht gut für Deutschland aus… So ein Mist…
Hatte doch Italien schon wieder gewonnen. Während also die meisten Zuschauer Buh-Rufe in die Halle warfen, entschieden Björnski und ich uns dafür, dass wir uns auch für Italien freuen konnten… Aber auch nur dieses Mal. Das wird es nicht nochmal geben!
Nachdem wir von den Ordnern sehr sehr höflich rausgeschmissen wurden, entschieden wir uns auch, langsam aufzubrechen. Im Parkhaus angekommen, sahen wir eine monströse Schlange vor dem einen Kassenautomaten… Gut, dass wir unser Ticket schon gelöst hatten, so brauchten wir nicht auch noch anstehen. Also hieß es: rein ins Auto und ab Richtung Seehof. Oh man, das sollte eine lange Fahrt werden. Doch mit abwechselndem Fahren ging es alles. Während Björnski fuhr, schlief ich und während ich fuhr, sang ich lauthals mit den Jungs von Itchy Poopzkid mit und schaffte es sogar, dass Björnski einschlief. Zumindest bildete ich mir das ein. Gegen 7 Uhr waren wir dann endlich zu Hause. Ich hab noch mit meinen Eltern gefrühstückt und bin dann ins Bett, in welchem Björnski schon seelenruhig von der Autoball WM träumte.