Freitag, 6. Mai 2011

Lights out London – oder Bratmaxe rising


 - Itchy Poopzkid am 01.04.2011 im Grünspan –

Alles begann im Dezember 2010 als Nadine ihre Karte für dieses Konzert bekam. Doch sie sollte nicht lange alleine bleiben, denn im Januar 2011 kaufte ich mir auch meine. Als Nicole dies mitbekam, schlug auch sie schnell noch zu und kaufte sich ein begehrtes Ticket, bevor diese restlos ausverkauft waren. Somit konnten wir uns gemeinsam auf dieses Ereignis freuen. Wir verfolgten ständig alles bei Itchy Poopzkid, um immer auf dem neuesten Stand zu sein. War auch wichtig, denn sonst wären wir nicht in der neuen Location „Grünspan“ sondern im Logo gelandet. Wir zählten die Tage durch unseren eingeführten Countdown erfolgreich (naja mehr oder weniger) und so rückte der Tag immer näher; bis er dann schließlich da war.

Wir mussten zwar erst noch arbeiten, doch hielt uns das nicht davon ab, uns ein Loch in den Bauch zu freuen. Ja, ich rede von Loch im Bauch. Denn wir beschlossen, nach unserer Zusammenkunft in Wedel schnell jeweils eine Pizza zu essen. Wir waren alle ausgehungert und in unseren Mägen herrschte gähnende Leere. Also Pizza aufbacken, Zufuhr zur Vene legen und ab dafür. Nach unserer Stärkung ging es schon wieder zurück nach Hamburg zu oben genannter Location.

Es ging alles ziemlich flott und so standen wir zeitig mit 20-30 anderen Leuten vor der Tür und warteten. Nadine und ich mussten schmunzeln, erkannten wir doch jetzt immer mehr, von anderen Konzerten, bekannte Gesichter. Somit kann man schon fast von einem nicht-Band-bezogenen Fandom sprechen. Wir warteten und warteten und glaubten, die Langeweile würde uns langsam aber sicher dahin raffen. Doch Rettung nahte. Spaß und Gelächter kamen in Form eines etwa 8-jährigen Mädchens die Straße entlang. Sie schrie die ganze Zeit wie am Spieß, weil ihre Mutter/Schwester (nicht einwandfrei zu identifizieren) es hervorragend meisterte, sie zu ignorieren. Vor der wartenden Masse blieb das Mädchen dann stehen…unsere Blicke waren auf sie geheftet und warteten mit großer Spannung auf die nächste Reaktion. Wahrscheinlich spekulierten schon einige: heulen, plötzlich loslachen, wegrennen. Aber nichts von alledem geschah. Denn die Kleine ging in einen Schrei über, der durchs Mark ging. Ich kann schlecht beschreiben, wie sich der Laut anhörte, ich weiß nur, dass ihr bei andauerndem Schrei wahrscheinlich die Augen rausgesprungen wären. Erst waren wir geschockt, dann verblüfft und schließlich prusteten wir alle los. Doch die Show hatte noch einen letzten Akt. Das Mädchen lief los und knüpfte sich nun eine ziemlich wehrlose Ampel vor, die sie mit gekonnten Schlägen bearbeitete. Wir kamen voll auf unsere Kosten.

Nach kurzer Zeit flogen die Türen endlich auf wir begaben uns zur Gesichts-…äh Taschenkontrolle. Einige Leute sind doch echt so doof und nehmen Taschenmesser mit zu Konzerten. Dazu sag ich nur eins: „Pack das Messer vorher aus und lieber dein Hirn ein!“ Wir mussten diesmal alle drei unsere Persos vorzeigen, Nadine schon ihren neuen. Der Türsteher war sichtlich irritiert, merkte aber schnell, dass der echt war. Nachdem wir nun alle drin waren, stürmten wir sofort zu Garderobe, waren wir nun überzeugte Nutzer eben dieser. Sie befand sich oben auf dem Balkon. Ganz kurz überlegten wir, dort auch zu bleiben. Allerdings wollten wir bei dem Anblick der Jungs sicher gehen, in der 1. Reihe zu stehen. Also ab nach unten und an die Absperrung direkt vor der Bühne. Dort genehmigten wir uns erstmal sündhaft teure Softdrinks und bereiteten unsere Kameras aufs Konzi vor.

Irgendwann ging es auch endlich los und Attack Attack aus Wales kamen auf die Bühne. Die Jungs waren echt gut drauf und schafften es, dass nach kürzester Zeit die gesamte Location sprichwörtlich in Flammen stand. Alle tanzten; selbst der größte Skeptiker konnte das zappelnde Knie nicht verbergen. Und das, obwohl die meisten diese Band wahrscheinlich gar nicht kannten; wie wir. Das Set war richtig gut und getoppt wurde es (meine persönliche Meinung) mit dem Cover „My Sharona“. Wir gingen nun vollkommen ab und tanzten uns die Seele aus dem Leib. Nach fast einer Stunde waren sie durch und verabschiedeten sich von uns. Wir spendierten einen fetten Applaus und zeigten somit, dass es uns Spaß gemacht hat.

Der Umbau ging ziemlich flott. Wir langweilten uns auch nicht, konnten wir doch zu super Funk-Musik  abgehen. Wir versuchten uns in einer Art Funk-Makkarena, was auch echt fetzig aussah…FETZIG??? Oh man, es klingelt, die 90er wollen ihr Wort wieder...Weiterhin amüsierten wir uns herrlich über ein paar Jungs hinter uns, die jedes Mal bei Jojos Anblick ganz laut „ACHIM“ schrien. Wir schauten uns bei den ersten Malen verdutzt um, sahen wir ihn doch jedes Mal nicht. Nach ner Weile machte es bei uns Klick und wir merkten, dass die Jungs einfach nur keine Ahnung hatten. So lachten wir immer wieder aus vollem Halse und tanzten unseren Makkarena.

Irgendwann ging es weiter und Itchy Poopzkid stürmten in ihrer neuen Formation die Bühne. Opener war „Why still bother“, wie sollte es auch anders sein?! Aber die Version gefiel mir, war es doch die Unplugged-Version. Danach kam gleich die herzliche Begrüßung mit der Bemerkung, dass Sibbi bis vor 5 Minuten noch aussah wie Guido nach seinem Klitschko-Kampf. Denn er hatte Walnüssen den Kampf angesagt und wegen einer Allergie wohl in Runde 1 verloren. Ob es nun stimmte oder nicht, war egal. Das Publikum seufzte erleichtert, stand Sibbi doch „frisch“ und fröhlich auf der Bühne. Und die Show ging weiter. Sie kamen mit vielen neuen Songs im Gepäck und begeisterten jeden. Sibbi und Panzer rannten (wie immer ) wie die Bekloppten über die Bühne und Max entblößte schon nach kurzer Zeit seinen Oberkörper, da es unsagbar heiß in diesem Schuppen wurde. Es war wieder einmal ein Fest, die Jungs zu sehen. Irgendwann spielten sie den Song „Down Down Down“ und jeder im Raum, wusste, dass er sich schon mal körperlich und geistig auf eine entscheidende Passage…nämlich die Pfeifpassage…vorbereiten musste.
Doch nicht nur wir waren sichtlich gespannt, auch Sibbi, Panzer und Bratmaxe wussten nicht, was sie erwartete. Max zeigte uns kurz, wie diese Passage ging. Oder zumindest wollt er das. Denn sein Pfeifen klang mehr als kläglich. Naja, wir wussten ja, was zu tun war. Also legten wir alles in eine Waagschale und pfiffen, was das Zeug hielt. Zu dumm nur, dass aus den vielen, vielen Hälsen nichts rauskam. Lediglich ein paar schafften es; unglücklicherweise zählten wir Mädels nicht dazu. Ziemlich peinlich; aber was will man machen? So brachen wir alle in Gelächter aus, auch die Jungs lachten herzlich mit. Nach kurzer Zeit entschied Sibbi dann, dass wir diese Stelle doch mit „OH-OH-OH“ ausfüllen sollten, was richtig gut klappte. Generell waren die Jungs sehr begeistert, dass wir ziemlich textsicher waren. So konnte Panzer wenigstens von seiner Unsicherheit ablenken, so seine Aussage. Während des ganzen Konzerts vielen uns 2 Dinge auf: 1. gut 2/3 der Leute war 1,90m und 2. die Menge war ziemlich crowd-surf-begierig. Diese beiden Dinge mussten Nicole erleben. Denn ein Crowd-Surfer wurde genau über ihren Kopf gehoben, helfen konnte sie nicht wirklich, war sie doch zu klein. Stattdessen duckte sie sich und wich den um sich tretenden Füßen aus. Sie hatte Glück und wurde nicht getroffen. Das Glück hatte ich nicht, denn einer dieser total euphorischen Junge hinter uns traf mich beim Jubeln mit seinem Ellenbogen direkt auf den Kopf. Aber ohne Schmerz keine Erfahrungen! Und ohne Erfahrungen keinen Spaß! Also raffte ich mich schnell zusammen und sang und gröhlte weiter. Eine nette Beule sollte mich Tage später noch an das Event erinnern.
Langsam neigte sich das Konzert dem Ende zu, doch Sibbi holte noch einen Knaller raus. Er spielte mein neues Lieblingslied „The Enemy“. Ich war total begeistert, doch leider konnte er den Text noch nicht perfekt, somit versang er sich dreimal und verleitete uns dazu, auch falsch zu singen. Es war ihm aber schnell verziehen, war es doch eines der neuen Lieder. Nach einem weiteren Lied verabschiedeten sich die Jungs und heimsten einen heiden Applaus ein, der auch nach fast 3 min nicht abzuklingen schien.


Nach einer Weile lichtete sich die Tanzfläche und wir drei Mädels entschieden uns, schnell was zu trinken zu holen. Nadine und ich exten unsere Becher, Nicole trank wie immer gemütlich. Danach ging es ab zum Merch-Stand, um Buttons zu ergattern. Außerdem wollten wir die Kampagne „Sonar sucks“ unterstützen. Ein kleiner Obolus für die Kasse stimmte uns dann alle sehr fröhlich. Kurze Zeit später wollten wir unsere Jacken holen, wurden aber von einem Typen, der sich als Rowdie von Attack Attack entpuppte, aufgehalten. Wir sollen doch das Album für unglaubliche 5€ kaufen. Kurze Blicke reichten und die CDs waren in unserem Besitz. Doch eine Bedingung gab es da. Er sollte uns sagen, was „banana“ auf walisisch heißt. Er grinste nur und sagte dann „banana“. Denn er wusste es selbst nicht so genau. Daraufhin runzelten wir die Stirn und grinsten ihn an, da es doch unbeschreiblich niedlich war, wie er uns das offenbarte.

Danach ging es „schnell“ hoch zum Jacken abholen und dann auch schon Richtung Wedel. Aber wenn ihr denkt, nun war auch dieser Tag vorbei, dann habt ihr euch geschnitten. Denn aufgrund der Tatsache, dass Freitag war, war die Bahn bis unters Dach gefüllt. Jugendliche, auf dem Weg ins MAXX in Wedel, und Fußballfans, über die Mannschaften diskutierend, saßen in der S1. Wir konnten gerade noch 3 zusammenhängende Sitze für uns erhaschen. Nach einer Weile kam ein Typ und setzte sich zu uns. Nach anfänglicher Scheu fragte er uns, wo wir Mädels denn hinwollten. Wir reagierten nur kurz mit „Heim!“. Er wollte sein Konversationsspiel forttreiben und fragte, wo wir denn herkamen. Nachdem wir ihm alles vom Abend erzählten, war er Feuer und Flamme. Er erzählte von seinem Sohn und dessen Neigung zum Metal; außerdem hakte er immer wieder nach, wo wir noch mal waren. Unsere Antwort „Im Grünspan“ war irgendwann echt perfekt. Allerdings bin ich mir bis heute nicht sicher, ob er es einfach immer wieder vergessen hatte oder einfach nur noch mal auf Nummer sicher gehen wollte. Egal, denn irgendwann hielt die Bahn in Wedel und wir trotteten nach Hause in unsere Betten.

In diesem Zuge möchte ich einen ganz großen Dank an Itchy Poopzkid, an Attack Attack und das Mädchen auf der Straße richten. Durch sie hatten wir einen Abend voller Unterhaltung.
Allerdings können wir den Preisen der Getränke und den Security-Typen nicht danken, da wir durch sie gedacht haben, Fotos seien nicht erlaubt. Allerdings stellt sich raus, dass man doch Fotos machen kann…na toll, ein bisschen spät; denn Attack Attack haben keine Fotos.

Samstag, 23. April 2011

Die Geschichte vom Casio-Taschenrechner


-One Fine Day im Salon Hansen, 25.03.2011-

Nach rund zwei Wochen Abstinenz war es endlich wieder soweit und Spikey und ich konnten wieder mal (zur Abwechslung) auf ein Konzert… Diesmal luden One Fine Day zu einer schnuckeligen Unpluggedshow in Lüneburg mit dem Dicklinger Toni als Vorprogramm…
Noch wussten wir ja nicht, was uns blühte, also rief Spikey eines Tages im Salon Hansen an und lies für uns Klappspaten Karten für den Konzertabend hinterlegen… Sicher ist sicher, dachten wir uns…

Am großen Tag diskutierten wir wie immer über organisatorische Dinge… Schaffen wir es noch zur Wohnung? Wann fahren die Züge nach Lüneburg? Wo essen wir was (GAAAAAAANZ WICHTIG!!!)? Wann fahren die Züge wieder zurück? Schließen wir unser Gepäck ein? Zum Glück konnten wir alles klären, bevor ich mit dem Zug nach Hamburg gedüst bin, sonst hätte das noch gebrochene Rippen und blaue Augen bedeutet… So konnten wir uns dann glücklich und zufrieden am Hamburger Hauptbahnhof in die Arme schließen und uns auf das nahende Konzert freuen… Wir schlossen auch sogleich unsere nicht benötigten Sachen in ein Schließfach und gingen erstmal im Saturn „shoppen“… Das Shoppen sah dann aber eher so aus, dass wir uns in dem „Minikino“ in der DVD-Abteilung schön die Muppets angeguckt haben und dazu sehr gelacht haben… Das war sehr entspannend und fast hätten wir auch die Zeit vergessen, aber wir sind ja Füchse und sind dann doch noch rechtzeitig aufgebrochen…
Am Gleis angekommen, stöpselten wir unsere Mp3-Player zusammen und gingen gut zur Musik ab… So fiel das Warten auf den Zug nicht so schwer…  Aber der Zug kam dann doch sehr pünktlich, denn wir sind mit dem Metronom gefahren und da läuft das wohl anders… Im Zug fiel dann auch gleich auf, dass die Ansagen erstens nicht vom Band kommen und zweitens auch noch viel fröhlicher sind als bei der Deutschen Bahn… Alles gut also auf der Fahrt nach Lüneburg…

In Lüneburg dann angekommen, standen wir Klappspaten, die wir nun mal sind, vor einem kleinen Rätsel… Denn es war schon dunkel und wir hatten so ungefähr gar keine Ahnung, wo wir denn überhaupt ausgestiegen sind und wo wir hin mussten… Leute, lasst euch eins gesagt sein, fahrt nicht im Dunkeln mit dem Zug nach Lüneburg, ihr findet nicht vom Bahnhofsgelände runter… Sehr verwirrend das alles… Zum Glück kam uns unser Ritter in strahlender Rüstung in Form einer netten Einheimischen entgegen und beschrieb uns den Weg raus aus dem Labyrinth namens Bahnhof Lüneburg… Ab da wusste ich, Google Maps sei Dank, den Weg… Wir mussten nur einmal kurz schrechts (jaha, auf dem Weg haben Spikey und ich uns mal wieder Gedanken über schöne Wortneuschöpfungen gemacht; schrechts = schräg rechts; somit ist schlinks schräg links) und an ‘nem Aldi vorbei und dann nur noch geradeaus… Nur lag der Aldi, wie wir feststellen mussten, nicht direkt auf dem Weg… Aber ich kannte mich ja ein kleines Bisschen in Lüneburg aus, weil ich es schon mal im Hellen gesehen hab… Und so hatten wir auch neben der Suche nach dem Salon Hansen auch noch Zeit, um die wunderschöne Architektur  der Stadt zu bewundern… Im Hellen ist Lüneburg also echt eine Reise wert… Den Salon Hansen, der für uns auch Neuland ist, erkannten wir an einer kleinen Gruppe von Leuten, die sich vor dem vermuteten Eingang schon versammelten… Die sprachen uns dann auch prompt an. „Hey, ihr ward doch auch bei den Pinboys in Uetersen.“ Aha, man erkennt uns jetzt also schon… Gut zu wissen… Demnächst werden wir mit unsere Two-Women-Show bei allen TV-Sendern auftreten, vor allem auf Arte… Wenn das so weitergeht, schreiben wir auch bald Autogramme… Naja, wir haben uns dann ganz nett unterhalten und mal kurz geprüft, ob denn die Tür abgeschlossen war… War sie, leider… Das Thema blieb dann noch länger aktuell…
Zwischendurch hauten dann unsere neu gefundenen ab, um in Lüneburg noch am Abend einkaufen zu gehen (sie hatten wohl Hunger)… Lasst euch auch das hier gesagt sein: in Lüneburg ist es nicht weit mit dem Einkaufen am Abend, weil viele Geschäfte schon um 18 Uhr ihre Pforten schließen (aber sonst ist es recht schön da)… Naja, irgendwie waren sie dann doch erfolgreich und erzählten, dass sie fast nicht zurück gefunden hätten und dass sie froh waren, dass sie vorhin mit dem Bus gekommen sind, obwohl der noch ne kleine Stadtrundfahrt gemacht hat… Wir guckten uns verwundert an und informierten sie höflich, dass man vom Bahnhof nur 10 Minuten (wenn überhaupt) zu Fuß geht… Die Jugend heutzutage… Will einfach nicht mehr die Beine bewegen, tse tse tse… Ach, hatte ich erwähnt, dass schätzungsweise 10 mal irgendwelche Leute vorbeikamen und wie wild an der Tür rüttelten, um zu testen, ob sie offen ist? Nicht? Das ist hiermit getan… Wäre die Tür offen gewesen, hätten wir bestimmt nicht bei Nieselregen vor selbiger gewartet… Naja… Eins meiner persönlichen Highlights ereignete sich auch schon vor Einlass vor der verschlossenen Tür… Ein Ehepaar mit Migrationshintergrund kam auf uns wartende Meute zu, weil sie wohl glaubten, hier sei auch was für sie los… Im höflichsten Ton fragte sie uns „Is hier Pardie?“ und höflich gaben wir ihr eine Antwort auf die Frage „Nein, hier ist heute ein Konzert.“. Damit schien ihr liebster Angetrauter aber wohl nicht so einverstanden zu sein, denn seine Antwort lautete simpel „Konzert? NÄÄÄÄH!!!“ Damit verschwanden die beiden auch schon wieder von der Szene und wir warteten wieder auf Einlass… Weil ich so langsam ungeduldig wurde, klopfte ich einfach mal, frei nach dem Motto „Wenn der berg nicht zu Mohammed kommt, klopft Mohammed so lange, bis er kommt.“, an der Tür und schon kam auch schon jemand und schloss auf. Endlich also ins Warme und vor allem Trockene… Der Salon Hansen befand sich im Keller und da sahen wir uns erstmal um. Gut, viel zu sehen gab es nicht, weil es ein ziemlich kleiner Laden ist, aber doch sehr muckelig  und schön… Weil der Rundgang so schnell erledigt war, fielen wir schon mal über den Merchstand her und sofort fiel uns eine Neuheit ins Auge… Kiki verkauft da jetzt auch richtig schmucke Handytasche, die sie alle selbst anfertigt… Weil wir aber so unentschlossen waren, haben wir uns erstmal entschlossen, das zu lassen und haben uns niedergelassen… In unserer Ruhe wurden wir plötzlich gestört… „Na, wie geht’s euch so?“ Der Toni… Er scheint nervös zu sein… „Joah, uns geht’s super. Und selbst?“, „Ach, ich bin so aufgeregt und nervös.“ Hehe, der ist ja niedlich… „Unseretwegen musst du doch nicht aufgeregt sein, wir sind doch so lieb.“, „Ja, aber trotzdem…“, „ Ach quatsch, wir machen nachher auch richtig schön mit, wir werden klatschen und tanzen!“, „Echt? Das ist aber lieb von euch. Ich werd erstmal weiter, bis später.“ Soso, da hatte sich der Dicklinger Toni also persönlich bei uns vorgestellt… Zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, wie sehr er uns mit seinem Charme und seinen Songs vom Hocker reißen würde… Aber zehn Minuten später war es dann soweit und er baute seinen Casio-Taschenrechner, seinen Kassettenrekorder, seine Gitarre und sich selbst auf und startete seine einmalige One-Man-Show…
Schon beim ersten Song konnten Spikey und ich uns kaum halten vor Lachen… War das noch der schüchterne Typ von vorhin, der sich brav bei jedem vorstellte? Jetzt flirtete er ja regelrecht mit uns, seinem Publikum… Mit Songs wie „I Want My Records Back“ riss er jede noch so kleine Amöbe im Raum mit… Und wie versprochen tanzten und klatschten wir… Nach Tonis Aufforderung machten wir sogar den Scheibenwischen… Und das auch sehr gerne… Gegen Ende dann der absolute Höhepunkt seines sehr fabulösen Sets: „Meine Mitbewöhnerin“. Jeder, der zwei Ohren besitzt und noch an den lieben Musikgott glaubt, sollte sich dieses feine Musikstück anhören, denn es ist wirklich wundervoll…
Nachdem Toni dann unter tosendem Applaus, den er kaum fassen konnte, die Bühne verließ, bauten auch die werten Herren von One Fine Day kurz ihre Instrumente auf der Bühne auf und ließen dann auch nicht lange auf sich warten und starteten ihr Unplugged-Set… Und obwohl so ein Unplugged-Konzert doch immer etwas Ruhiger abläuft als normale Rockkonzerte, ging das Publikum so ab, als wären da nicht Akkustikgitarren, sondern Stromgitarren eingestöpselt…
Das schien die Jungs von One Fine Day so sehr anzuspornen, dass sogar Erik mit seinen Drumsticks um sich warf… Nur Marten musste sich notgedrungen zurückhalten, denn er war doch wohl sehr krank… Spikey und ich hatten zwischendurch schon Angst, dass er von seinem Hocker kippen würde. Aber Marten hielt sich tapfer und lieferte trotz Grippe eine Show, die den anderen in nichts nachsteht… Mittendrin fiel Marten dann auf, dass die Beleuchtung im Salon Hansen doch sehr an Knightrider, im Besonderen an Karr, erinnerte…
Auf die Frage, wer denn noch alles Knightrider kennt, rissen alle die Arme hoch. Doch Marten hakte nach und fragte nach dem Original, worauf ca. 90 % wieder ihr Arme verlegen in die Taschen steckten… Doch das Ergebnis hielt niemanden vom Weiterfeiern ab und so konnte es auch unbekümmert weitergehen... Bei „Damn Right“, was bei jedem Konzert ein Highlight darstellt, enterte dann Toni nochmal die Bühne und feierte mit allen zusammen eine Party…
Bei den meisten hieß das dann moshen ohne Ende, Toni übte sich hingegen nochmal im Scheibenwischer… Das sah dann aber auch sehr gekonnt aus…Nach einem bunten Potpourri aus allen großen Hits und den wundervollen Songs des neuen Albums beschlossen One Fine Day dann den Abend wie immer mit „This Is Goodbye“ und entließen uns in die Nacht.
Und wir waren wirklich froh, dass Marten den Abend überlebt hat… Da wir uns ja schon vor Konzertbeginn gegen eine Shoppingtour am Merchstand entschieden hatten, konnten wir uns dann auch auf den Weg zum Bahnhof machen, wo schon unser Zug auf uns wartete… Locker schafften wir, wieder in Hamburg angekommen, unsere Sachen aus dem Schließfach zu nehmen und zur S-Bahn zu gehen… Irgendwann in der S-Bahn auf dem Weg nach wedel fiel uns dann noch auf, dass wir vergessen hatten, eine Fahrkarte für mich zu kaufen… Oopsie, sorry HVV, soll nicht wieder vorkommen… Naja, jetzt war es sowieso zu spät und mir blieb nur zu hoffen, dass es keine Kontrolle gibt… Die gab es dann auch nicht… Hatte ich ein Glück… Also konnten wir unbescholten und beruhigt nach dem sehr schönen Musikabend in unsere Betten fallen und schlafen…

Herzchen und Küsschen gehen an das Mini-Kino im Saturn, den Nicht-Kontrolleuren des HVV und vor allem und ganz besonders den Dicklinger Toni und One Fine Day…
Keine Herzchen und auch keine Küsschen an den in der Dunkelheit sehr verwirrenden Bahnhof von Lüneburg…

Samstag, 9. April 2011

Zu alt für diesen Scheiß!

- She Wants Chaos, Pinboys und 7 (car pile) up im JUZ am 11.03.2011 - 

Ein Blick auf Facebook genügte, damit Nadine und ich überzeugt waren. Die Pinboys spielten tatsächlich mit She Wants Chaos in Uetersen ein Konzert. Erst überlegten wir, ob wir hingehen wollen, doch als She Wants Chaos bekanntgaben, dass es lediglich 200 der begehrten Karten käuflich zu erwerben gab, sagten wir doch zu. Ich also fix nach Moorrege zum Kartenkauf, denn allem Anschein nach (laut FB-Veranstaltung) fanden gut 1000 Leute die Karten begehrenswert.

Am großen Tag mussten wir beiden Klappspaten erstmal arbeiten. Doch schon danach trafen wir uns für unsere „Konzertverschönerung“ in Wedel. Nadine kam mit ERNA, was es uns erheblich erleichterte, nach Uetersen zu gelangen. Wir also…wie immer…die altersbedingt im Gebrauch befindlichen Krücken weggeworfen, Tanzbeine angeschraubt und in heiße Fummel (sprich: Shirt, Jeans und Chucks) geschlüpft.

Es konnte also losgehen. ERNA wartete schon sehnsüchtig, hatte sie uns doch noch nie in diese Gegend chauffiert. Die Fahrt war nicht sehr lang und auch Uetersen schien nicht größer als ein Gartenteich zu sein. Doch mussten wir feststellen, dass der Ort groß genug war, um Nadines Navi UND uns an der Nase…eher um das Jugendzentrum Uetersen drumherum…zuführen. Nach einer kurzen Rundfahrt und durch die Tatsache, dass ein eher unscheinbares Gebäude viele junge Menschen wie ein Magnet anzog, fanden wir das JUZ endlich. ERNA wurde ordnungsgemäß geparkt und so konnten wir uns Richtung Eingang bewegen. Doch kam uns wieder mal die Erkenntnis, dass wir doch eigentlich schon ziemlich alt waren, setzten wir doch dem Altersdurchschnitt wieder ganz schön zu. Wunderte uns nicht allzu sehr! Oder doch? Plötzlich sahen wir vermehrt Erwachsene. JAHA, Erwachsene…wie in „erwachsene Menschen“, die Jugendliche als uncool bezeichnen würden. Erst dachten wir, sie setzten ihre Kinder nur ab und fahren dann weiter. Weitgefehlt! Sie stiegen mit aus und gesellten sich mit freudiger (eher zu beweifeln) Begeisterung zu der Gruppe vorm Eingang. Nun waren wir nicht mehr die ältesten; wobei ich jetzt nicht so genau weiß, was daran gut ist, zählten wir doch immernoch zu der Rentner-Kaffeefahrt-Truppe. EGAL!

Irgendwann ging es endlich rein. Wurde auch Zeit, meine Zehen wurden schon von Frostbeulen heimgesucht. Im JUZ war es dann sehr gemütlich. Wir steuerten direkt einen Stehtisch an, aus zwei Gründen: 1. Wir überließen der Jugend das Tanzfeld und 2. Aufgrund unseres Alters brauchten auch wir schon was zum Festhalten. Die 20 min. bis Show-Beginn verbrachten wir damit, die Menge zu mustern und einen Flyer zu lesen. Naja, lesen kann man das nicht nennen. Wir erahnten, was draufstand. Denn das Licht in diesem Schuppen war alles andere als altersgerecht. So mussten wir eben genannten Flyer ins gleißende Licht eines Scheinwerfers manövrieren und mit zugekniffenen Augen die ziemlich KLEINE Schrift entziffern. Ist uns dann auch endlich gelungen, trotzdem fanden wir es beschämend.

Kurz vor Beginn des Konzerts versammelten sich alle vor der Bühne, somit wurden Plätze neben der Bühne frei, die uns als verletzungssicher erschienen. Wir stellten uns also dort hin und nach wenigen Minuten ging es los. 7 (car pile) up enterten die Bühne und legten sogleich los.
Sie hatten zwar nur 5 Songs aber dafür anscheinend 10x so viele Anänger, die die Songs aus vollem Halse mitsangen. „Höhepunkt“ ihres Auftritts war, als ein MC-Typ seinen Song zum Besten gab. Zu Beginn noch genial, schwenkte Nadines und meine Begeisterung in Entsetzen um. Denn ebengenannter MC war so betrunken, dass er systematisch die Drums auseinandernahm. Wir waren froh, als er durch war, denn wir glaubten, es könne nicht schlimmer kommen. ABER weit gefehlt! Denn als er von der „Bühne“, die nur 20cm höher als der restliche Boden war, kam, taumelte er direkt auf mich zu. Ich wusste nicht, wie mir geschah, geschweige denn, wo ich hinsollte. Denn er kam ins Schwanken und fiel…direkt auf die nächsten Drums. Nadine und ich konnten aufgrund dieses tölpelhaften Benehmens nur die Köpfe schütteln. So ein Vollidiot! Aber zum Glück verließ er uns; oder besser sie verließen ihn.

Der Gig der ersten Band klang dann auch nach 5 Songs aus und es ging an den Umbau für die nächste Band: She Wants Chaos. Wir schauten dem Gewusel gespannt zu und ich schaffte es doch tatsächlich, Sören im Weg zu stehen. Während ich mich bei ihm entschuldigte und er mir ein Lächeln zuwarf, zerflossen wohl die umstehenden Teenies vor Neid. Nadine und ich mussten uns das Lachen verkneifen, ist uns doch klar, dass Sören das bekannteste / beliebteste Bandmitglied ist.

Schon bald ging es weiter im Programm. Mit einem neuen Intro stürmten die Jungs auf die Bühne und legten diese sprichwörtlich in Schutt und Asche. Motiviert und energiegeladen wie eh und je spielten sie ein fantastisches Set.
Während Nadine und ich…unseres Zeichens Genießer der Musik…neben der Bühne abgingen und tanzten, hingen die Mädels vor der Bühne an Sörens Lippen und kreischten sich die Seele aus dem Leib. Wir bemerkten irgendwann, dass es unsäglich heiß in dem Schuppen wurde. Gut zu erkennen war es an der Kondenswasser-Bildung, die die Wände runterlief. Sehr appetitlich…nicht.


Auch Sören wurde die Sache zu heiß und so zog er sein Karo-Hemd aus. Die Mädels machten sich langsam bereit, in der Hoffnung seinen Körper bewundern zu können. Doch er tat ihnen diesen Gefallen nicht, denn unter seinem Hemd trug er einen schwarzen Pullover. Wir prusteten los vor Lachen, sahen wir doch, wie den Mädels nach und nach die Kinnladen runterklappten.

Das Set neigte sich langsam dem Ende zu, doch hatten SWC noch ein kleines Schmankerl aufbewahrt. Sören sang ein Solo und griff dabei zur Gitarre. Ich weiß nicht, wie oder wann es passierte.
Auf jeden Fall bin ich seitdem in den Song verliebt. Vielleicht lag es an Sörens überraschender Performance, an der plötzlich eintretenden schaurig-schönen Atmosphäre oder einfach nur an der Art und Weise, den Song zu singen. Ich war berauscht. Doch auch dieses Lied ging zu schnell vorbei. Die Jungs bedankten sich bei uns und kündigten die Pinboys an.

Wir waren plötzlich wie geladen. Ein Mix aus Neugierde, Vorfreude und vielleicht auch Nervosität machten sich bei uns breit. Wir fieberten diesem Auftritt trotz unseres fortgeschrittenen Alters entgegen. Apropos Alter: Die ganzen Kiddies mussten die Tanzveranstaltung, da es schon weit nach 22Uhr war, verlassen. Nun war der Saal plötzlich leert. Kein Wunder, wenn von 200 Leuten ungefähr ¾ zu jung waren, um die ganze Konzert-Distanz mitzumachen. Wir fanden es gut! Der Umbau lief zügig und Nadine versuchte sich mal nebenbei als Roadie. Sie machte sich sehr gut. Falls sie also ihren Job verlieren sollte (*klopfaufholz*), kann sie als Roadie arbeiten.

Kurze Zeit später war alles bereit und die Pinboys kamen auf die Bühne. Anne legte gleich mal los und lieferte eine tolle Performance ab. Wir waren sichtlich begeistert und tanzten mit. Singen konnten wir nicht, da wir die Texte nicht kannten.
Obwohl die Menschenmenge erheblich geschrumpft war, gingen wir ganz schön ab und ließen die Erde beben. Kein Wunder, bei Songs wie „Hey Man!“ und „The Story Of Their Lives“. Wie die Wilden preschte Jakob bei jedem Lied über die Bühne und motivierte alle zum Äußeren. Da er allerdings nur dürftig bekleidet war, versuchten Nadine und ich, unsere Kameras richtig zu postieren. Denn wir wollten nicht unbedingt sein Maurer-Dekolleté anschauen oder fotografieren. Trotzdem posierte er immer wieder. Haben allerdings kein Foto davon. 
Kurz vor Konzertende teilte uns Jakob mit, dass ein Freund eigentlich zum Konzert kommen wollte, allerdings immernoch in Dänemark feststeckte. Also rief er ihn kurzerhand an, um ihm von der unbeschreiblichen Atmosphäre zu berichten. Erst ging niemand ran, dann rief sein Freund während eines Songs an und keiner hörte es. Doch schlussendlich schaffte Jakob es und wir gröhlten aus vollem Halse und zeigten, wie gut die Stimmung war. Einfach toll!!!

Doch viel zu kurz war die Zeit und so war es dann vorbei. Wir bedankten uns mit einem fetten Applaus bei den Bands. Nach einer kurzen Verschnaufpause entschieden wir uns, langsam aufzubrechen. Am Merch-Stand gab es noch Buttons und dann ging es auch schon glücklich in Richtung Bett.

Ein riesen Dank geht an die Band She Wants Chaos, Pinboys und 7 (car pile) up und den Ticket-Verkauf.
Doch kein Dank können wir dem MC, Uetersen wegen seiner Größe und der umständlichen Fahrerei zukommen lassen.

Freitag, 11. März 2011

Alles hat ein Ende, nur diese Woche hat ZWEI


- bei Facebook  in der Woche vom 31.01. bis 04.02.2011 -

Nie hätte ich geglaubt, dass unsere kleinen aber starken Klappspaten-Herzen in Millionen Teile zerspringen könnten. Hätte es mir jemand gesagt, hätte ich ihm fröhlich ins Gesicht gelacht. Doch in dieser Woche mussten Nadine und ich…unseres Zeichen Klappspaten-Herzen-Träger…schmerzlich feststellen, dass auch diese kleine Herzen einen Knacks bekommen können.

Der Montag schien ein normaler Tag zu sein. Nadine und ich waren fröhlich, witzelten über dies und das und freuten uns darüber, dass bald das neue Album von Itchy Poopzkid herauskommen würde. Doch von einer Sekunde auf die andere war es mit der ganzen Freude schlagartig vorbei. Wir erhielten eine Nachricht, die uns verstummen und unser Lächeln verschwinden ließ. SAIKOV, unser Dannesbär Saikov und Trommler von eben genannter Band, gab bekannt, dass er nicht länger Bestandteil der Punk-Rock-Kombo sein wird. In einem traurigen und zugleich wunderschön geschriebenen Abschiedsbrief erfuhren wir, wie es dazu gekommen war und wie es alles weitergehen wird:

Hallo zusammen.

Ich weiß, dass dies für so gut wie alle sehr plötzlich kommen mag. Ich möchte mich trotzdem für tolle 10 Jahre bedanken. Dafür, dass ich so viele tolle Menschen kennenlernen durfte und eine wahnsinns Zeit haben konnte.
Ich wollte für mein Teil schon immer einfach Musik machen und hatte nie so viel mit den Sachen, die einfach dazugehören, am Hut wie ihr bestimmt alle schon an den Interviews gemerkt habt. Da war ich ja so gut wie nie dabei.
Da es jetzt noch viel mehr zu tun gibt und das ganze nur weiter steil gehen kann wenn ALLE an einem Strang ziehen ist es für mich einfach leider nicht richtig und nicht fair zu wissen, dass Sibbi und Panzer Vollgas geben und ich einfach mehr das musizieren im Kopf habe und damit wäre ich keine große Hilfe.
Da mir jetzt ab April ein Platz in der Yamaha Music School Ulm als Schlagzeuglehrer angeboten wurde, hätte ich noch viel weniger Zeit die erforderlichen Dinge zu erfüllen.
Aber zu Max als Nachfolger kann ich zu 100% sagen, dass er genau der Mann mit Leib und Seele ist den die Band verdient und bin stolz so einen tollen Drummer und Menschen als neuen Trommler der Band zu sehen. Ich freue mich euch alle wieder zu sehen, das nächste mal auf der Tour eben im Moshpit und nicht von der Bühne aus.
Das beste Album das diese Band jemals auf Tonträger gebracht hat nicht von der Bühne zelebrieren zu können ist sehr schade aber dafür kann ich die Songs mit euch feiern und darauf freue ich mich!!! Ich wünsche der Familie Itchy Poopzkid alles gute und viel Erfolg für die Zukunft und freue mich darauf in 2012 auf der Stadiontour zuzuschauen und zu feiern!!!
Habt alle eine gute Zeit und bis bald.

Beste Grüße
Euer SAIKOV

Wir waren richtig geschockt, konnten überhaupt nichts sagen und starrten wie benommen auf den Bildschirm. Gleichzeitig fragten wir uns: „Ist das eben wirklich passiert?“ Doch schnell stellte sich das Gefühl ein, dass das Ganze Realität sein musste.
Nach einer Weile stellte sich auch bei uns das Gefühl ein, dass es allen voran für Saikov die richtige Entscheidung gewesen ist. Gleichzeitig freundeten wir uns mit dem Gedanken an, ab diesem Zeitpunkt Max hinter dem Drumkit sitzen zu sehen. Wir entschieden uns, dass wir uns für alle freuen sollten/mussten/konnten.

Nach zwei Tagen war der Schock dann so gut wie überwunden und wir kamen damit zurecht, dass sich etwas geändert hatte. Somit konnten wir wieder lächeln und kleine Witze machen, die wir vorsichtig mit einem kleinen Lächeln quittierten. Uns war klar, dass wir uns noch nicht so recht wieder gehen lassen konnten, wollten wir doch Saikov den Tribut zollen, den er verdient hatte.

Doch schon am Mittwoch kam die nächste Nachricht, die uns fast umhaute. Auch dieses Mal erfuhren wir die schlechte Nachricht über Facebook und auch dieses Mal standen wir anfänglich ziemlich unter Schock. Denn Pinksnotred, eine tolle Band aus Mainz, gab bekannt, dass sie nun mit dem Musizieren aufhören würden. Wir konnten es nicht fassen, kamen wir doch noch gar nicht so oft in den Genuss, die Jungs live zu sehen. Ihre Abschiedsworte machten deutlich, dass sie sich die Entscheidung zwar nicht einfach gemacht, allerdings gründlich drüber nachgedacht haben:

- DIES IST KEINE ÜBUNG -

Die Band Pinksnotred findet im Jahr 2011 ihr Ende.
Unsere Devise war stets niemals stehen zu bleiben. Und um diese Maxime aufrecht zu erhalten haben wir uns entschlossen musikalisch getrennte Wege zu gehen.
Selbstverständlich wird es ein gebührendes Abschiedskonzert in unserer Heimat geben und wir werden euch rechtzeitig darüber informieren.

Für unsere Fans tut uns diese Entscheidung aufrichtig leid und uns bleibt nichts weiter übrig als Danke zu sagen.
Danke an alle, die uns auf unserem Weg die Jahre über begleitet, kritisiert und unterstützt haben. Es war eine verdammt geile Zeit mit euch!!!

Es grüßt ein vorletztes mal, Eure Bande

Pinksnotred

Wir konnten es nicht glauben. Sie hörten tatsächlich auf. Dabei hatten wir uns für dieses Jahr vorgenommen, Pinksnotred doch mehrere Male live sehen zu wollen. Außerdem dachten wir, dass es eventuell ein neues Album geben könnte. Doch all diese Wünsche zerplatzten bei dieser Nachricht und unsere sich langsam wieder anhebende Laune war im Nu wieder auf dem Nullpunkt angelangt. Nach einer Weile hingegen wurde uns klar, dass es wohl für die Jungs von obiger Band wohl das Beste wäre. Außerdem blieb uns noch der Hoffnungsschimmer, dass KOLOR immernoch fleißig Musik machten und uns damit einen Teil von Pinksnotred erhalten konnten.

In diesem Sinne wünschen wir Saikov und den Jungs von Pinksnotred alles Gute auf ihrem weiteren Weg. Wir hoffen, dass sie weiterhin das machen können, was sie wollen und vor allem, dass sie ihre Entscheidung nicht bereuen.

Freitag, 11. Februar 2011

Rüdldipp


-One Fine Day im Mau Club, 21.01.2011-

Da One Fine Day, wie der geneigte Leser hier schon in vorherigen Blogeinträgen erfahren konnte, uns mit dem neuesten Machwerk mächtig gewaltig überzeugt haben, entschieden Spikey und ich uns im Oktober, als One Fine Day ein paar Konzertdaten rausgaben, doch mal wieder nach langer Zeit (*ähem*) ein Konzert zu besuchen…  Das ganze sollte dann Ende November steigen, doch leider ereilte uns die Nachricht, dass das Konzert aus Gründen, an die ich mich jetzt beim besten Willen nicht mehr erinnern kann, verlegt werden musste… Naja, immerhin hatten wir dadurch länger Zeit, die Tickets zu kaufen. Und der neue Termin am 21.01.2011, einem Freitag (!!!), passte uns noch viel besser…. Nur hieß das eine unanständig lange Wartezeit, die uns unerträglich vorkam… Schließlich hat sich selbige um tierisch lange zwei Monate verlängert… Aber zum Glück konnten wir uns ja mit anderen Ausflügen die Zeit vertreiben und die Tage des Wartens waren dann bald gezählt und wir freuten uns immens, als der große Tag gekommen war.
An diesem Freitag mussten sowohl Spikey als auch ich noch unser Brot verdienen und so kam es, dass wir beide schon früh auf Arbeit warteten, dass die lange „Qual“ ein Ende hat. Aber immerhin konnten wir schon alles durchplanen… So wurde ich zum Beispiel auch angewiesen, Spikey eine leckere Schlemmertasche von der Stadtbäckerei (Schleichwerbung passiert an dieser Stelle nur zufällig), denn sie war ja schon in Hamburg in den IC gestiegen, der uns nach Rostock bringen sollte, und hatte keine Zeit mehr, sich selbst eine zu kaufen. Dadurch bot sich mir die Gelegenheit, mir auch was Leckeres zu kaufen, bevor ich in Schwerin zugestiegen bin. Als wir dann wieder glücklich vereint waren, konnten wir auch den kleinen Snack genießen und freuten uns gleichzeitig auf den Käsekuchen, der eine Stunde später angedacht war.
Am Rostocker Bahnhof wurden wir auch schon von Gesine in Empfang genommen und sind fluchs zu ihrer Wohnung gefahren. Wir hatten ja Hunger, also musste das schnell gehen. In der Wohnung angekommen, haben wir auch gleich unsere Pizzen und die Baguettes in den Ofen geschoben, denn wir hatten ja Hunger. Und als wir so warteten, haben wir uns lustige Videos im Internet angeschaut. Eigentlich wie immer…  Gesine hat uns freundlicherweise auch noch die Bahnverbindung zum Mauclub rausgesucht, damit wir auch heil hin und zurück kommen.
Nach dem Essen haben Spikey und ich uns dann ausgehfertig und auf den Weg gemacht.
Wie immer waren wir viel zu früh da und sind deshalb noch ne Runde um den Blog gelaufen, um uns neben dem Zeittotschlagen auch noch warm zu halten, denn Ende Januar ist es ja für gewöhnlich kalt. Am Ende unserer Runde sahen wir dann auch schon ein paar andere Leute vor den Toren des Maus und so gesellten wir uns zu ihnen… Die Wartezeit vertrieben wir uns wie zwei uralte Frauen mit Geschichten über diverse Krankheiten… Hm, eigentlich sind wir ja auch schon ganz schön alt, denn wir hoben auch dieses Mal den Altersdurchschnitt des Publikums um einiges. Und trotzdem wurden wir beim Einlass nach unseren Ausweisen gefragt… Reine Routine, wurde uns versichert und wir befanden das für gut… Es ist ja schließlich nicht so gut, wenn die Minderjährigen ohne Aufsicht noch nach 12 Uhr irgendwo in dieser gefährlichen Welt herumlaufen… So…
Da wir ziemlich dicke Jacken mit uns rumschleppten und keinen Bock hatten, die auch noch die ganze Zeit am Mann zu behalten, entschlossen wir uns erstmals dazu, uns an der Garderobe einzufinden, um die Klamotten abzugeben… Es gibt immer ein erstes Mal… Nur legte uns der Garderobenmensch kleine Steine in den Weg, denn er hatte noch kein Wechselgeld… Also erstmal was trinken. Danach hatten wir dann auch das nötige Kleingeld, um endlich unsere Jacken abzugeben. Nun konnten wir auch endlich mal die Lage checken… Ich hatte Spikey ja schon vor den hohen Absperrungen im Mau gewarnt, aber von denen war heute nichts zu sehen. Stattdessen fiel uns gleich der Merchstand ins Auge und sogleich kaufte sich Spikey den obligatorischen Button… „My <3 is on Fire“… Was könnte es passenderes geben an diesem Abend… Am Merchstand stand dann auch ein Typ, der mir verdächtig bekannt vorkam… Ich wusste nur nicht, woher ich ihn kannte… Ich dachte mir, dass ich ihn wohl auf irgendeinem Konzert schon mal gesehen haben muss… Spikey kam er aber nicht so bekannt vor… Naja, so musste ich alleine grübeln…
Beim weiteren Umschauen fiel mir dann noch auf, dass sich das Mau seit meinem letzten Besuch, der auch schon zwei Jahre her war, ziemlich verändert hatte… Aber dadurch hatten wir jetzt gemütliche Sitzecken, wo wir es uns bis zum Beginn des Konzertes gemütlich machten. Lange hatten wir aber nicht Zeit zum Entspannen, denn She Wants Chaos postierten sich sogleich auf der Bühne und wir somit vor selbiger… Wie schon im September legten sie eine energetische Show hin, diesmal zu unserer Enttäuschung aber mit Schuhen… Naja, Mitte/ Ende Januar kann man das schon mal entschuldigen… Einen Hit nach dem anderen lieferten sie uns und zeigten, dass sie richtig Bock hatten, allen voran Sänger Sören… Auch wenn der größte Teil des Publikums doch noch eher einen Stock im Arsch hatte… Beim Gassenhauer „California Gurls“ von Katy Perry animierte Sören das Publikum kräftig zum Mitsingen. Ich konnte aber immernoch nicht den Text und so hielt ich es mit dem Ratschlag unserer ehemaligen Chorleiterin Goldi… Wenn du mal nicht weiter weißt, schlag Haken und Ösen… Spikey war da schon textsicherer… Ich glaub ja, sie hat heimlich geübt… Nach einem viel zu kurzen, aber trotzdem arschtretenden Set verließen She Wants Chaos auch schon die Bühne und machten Platz für One Fine Day… Der Saal hatte sich zu dem Zeitpunkt auch schon besser gefüllt, obwohl man sagen muss, dass eigentlich noch viel mehr Leute hätten kommen müssen… Naja, deren Pech, umso mehr Platz blieb uns…
Während der Umbaupause fragte ich mich immernoch, woher ich den Typen vom Merchstand kannte und Spikey flirtete mehr oder weniger mit nem jungen Typen… Vielleicht wurde sie auch angeflirtet, ich weiß es nicht mehr so genau und um genau zu sein, hab ich es nicht mal mitgekriegt, weil ich ja noch in Gedanken war… Ich hab aber auch gegrübelt…
Nach ner kurzen Weile war es dann aber auch soweit, One Fine Day erklommen die Bühne und legten mit ihrer energetischen Show los. Und sogleich rissen sie das Publikum mit und es entwickelte sich ein kleiner Moshpit…
Wenn der mal nicht zugange war, war ein kleines Phänomen zu beobachten, das wir auch schon in Lübeck beobachten konnten… Die Leute im Publikum haben sich NICHT eng vor der Bühne gedrängt, sondern standen im Halbkreis davor, sodass es wieder mal keine wirkliche erste Reihe gab, wenn man mal von Spikey und mir absieht… Vielleicht dünsten One Fine Day einen Geruch aus, den Spikey und ich nicht riechen können… Man weiß es nicht… Wir erfreuten uns derweil der wunderbaren Songs. Wieder einmal haben es One Fine Day geschafft, die perfekte Mischung aus alt und neu zu finden… Natürlich spielten sie Klassiker Goodbye Reality und und und, aber eben auch einen Großteil von The Element Rebellion… Wir hielten uns diesmal aber eher zurück mit dem Singen, weil aus noch ungeklärten Ursachen unsere Stimmen nicht so ganz mitmachen wollten… Aber so sparten wir all unsere Energie für zwei der absoluten Highlights… Als One Fine Day zum Punkt Damn Right auf der Setlist anlangten, wurde es plötzlich voll auf der Bühne, denn She Wants Chaos enterte die Bühne noch einmal, um mit One Fine Day ordentlich abzurocken… Man muss ja schon sagen, dass es sehr eng auf der Bühne wurde, aber trotzdem haben die 10 Leute da oben es geschafft, total abzugehen und der Funke sprang erneut auf das Publikum über, denn auch das drehte nun endgültig am Rad…
Niemand im Raum stand mehr still und das Mau verwandelte sich in eine große moshende Masse des Rocks… Um wieder runterzukommen, wurden dann aber auch ruhigere Töne angestimmt, die dann das zweite Highlight bildeten… Marten kam allein mit eine Akustikklampfe auf die Bühne, um Emily zu intonieren… Ja, richtig gelesen, Emily wurde diesmal mit der Gitarre begleitet, weil, O-Ton Marten, kein Platz im Bus für das Keyboard war, da Marco zu viele Schuhe eingepackt hat. Aber auch diese Version war ergreifend… Marten überlies den Refrain wie immer dem Backup-Chor, sprich dem Publikum...
Aber irgendwie war dieser diesmal nicht sehr textsicher und so haben zum Schluss nur noch Spikey und ich aus vollen Kehlen gesungen, während der Rest Haken und Ösen geschlagen hat… Hendrik kam dann auch noch auf die Bühne, um zusammen mit Marten akustisch Feel Again darzubieten…
Und wieder lagen sich alle in den Armen und schunkelten zu den Wogen der Musik… Das grandiose Set wurde dann wieder von der ganzen Band und This Is Goodbye abgeschlossen…
Als es dann vorbei war, spulten Spikey und ich noch unser obligatorisches Programm ab und begaben uns wieder zum Merchstand, denn Spikey wollte  ja noch eine CD von She Wants Chaos käuflich erwerben… Und wieder wurden uns Steine in den Weg gelegt, denn She Wants Chaos rekrutierten für den Merchstand jemanden, der kein Wechselgeld dabei hatte… Also wieder warten, denn der Typ holte Hilfe in Form von Sören, der dann den Verkauf selbstlos übernahm… Und so wurde Spikey wieder glücklich gemacht…
Vor der Rückfahrt entschlossen wir uns noch, ne Kleinigkeit zu trinken, damit wir auch für den Weg gestärkt sind, und so ließen wir uns leicht ermüdet auf einem der gemütlichen Sofas nieder, genossen unsere Sprites und lauschten der Musik, die mittlerweile vom Band kam. Doch oh Schreck, plötzlich wurden wir mit Blicken von einem der Ordner bedroht, der grad als Rausschmeißer fungierte. Und just in diesem Moment kam auch noch ein Song, den Spikey und ich sehr lange nicht mehr gehört hatten, nämlich Crawling In The Dark von Hoobastank… Und so gingen wir nochmal gut ab und battelten uns mit dem Ordner, der nun bedrohlich nahe kam… Irgendwann mussten wir dann doch aufgeben, denn der Typ war doch wesentlich größer und vor allem wesentlich breiter als und wir hätten ihn wohl nie besiegen können… Also doch Aufbruch in Richtung Tramhaltestelle… Dort angekommen haben wir unsere Bahn um nur zwei Minuten verpasst… Mist, hätten wir mal gleich auf den Ordner gehört… So mussten wir noch ne halbe Stunde auf die nächste Tram warten… Aber die Zeit haben wir dann doch recht gut totgeschlagen… Zum Beispiel haben wir mit Nicole telefoniert und sie ganz nebenbei dazu überredet, mit zum Itchy Poopzkid Konzert im April zu kommen, und sie davon abgehalten, sich diese ominöse Dschungelshow anzutun… Sogar Musik konnten wir hören, da aus irgendeinem Fenster schönste Bon Jovi Mukke schallte… Äh, ja… Wieder in der Straße angekommen, in der Gesine wohnt, standen Spikey und ich vor einem großen Rätsel… In welcher Hausnummer wohnte Gesine noch gleich??? Wir drangen bis zum vierten Aufgang vor und stellten fest, dass sie ihr Name da nicht zu finden war… Also zurück und jeden Aufgang überprüfen… Beim ersten Aufgang angekommen, stellten wir fest, dass wir den eigentlich von vornherein ausschließen konnten… Hm, wir riefen also Gesine an, die wir damit auch noch aus dem Schlaf rissen… Zum Glück, denn sonst hätten wir auf der Straße auf Kartons schlafen müssen… Gesine teilte uns dann mit, dass sie im fünften Aufgang wohnt… Ich hab‘s ja geahnt…
Nur noch kurz haben wir uns ausgetauscht (Gesine hat uns erzählt, dass sie ihr Internetkabel ausversehen wohl geschrottet hat) und dann fielen wir alle hundemüde in die Kojen…
Am nächsten Morgen genossen wir dann ein ausgewogenes Frühstück mit Käsekuchen, den wir ja am Abend zuvor doch nicht mehr gegessen hatten, und Brötchen… Und als Frühsport versuchten Spikey und Gesine, die Steckdose und das Internetkabel wieder in Ordnung zu bringen… Ich hab mich da rausgehalten, denn wenn jemand ‘nen Stromschlag bekommt, dann bin ich das, bei meinem Glück… Und so blieben alle unverletzt…
Zur Mittagszeit hieß es dann Aufbruch und Gesine brachte uns noch zum Bahnhof… In der Tram hatten wir drei Quasselstrippen noch einiges auszuwerten. Doch irgendwie wurden wir von so einer unhöflichen ollen Planschkuh bei unserer immens wichtigen Konferenz unterbrochen… Sie hat uns gebeten, doch mal leiser zu sein, weil DIE ANDEREN ja schon gucken… Die anderen machten aber keinen Mucks und so plapperten wir unbeirrt weiter, bis wir aussteigen mussten… Am Bahnhof dann kamen ganz große Verabschiedungsarien und auch wir sagten Gesine tschüss und ritten in den Sonnenuntergang…
Und so haben wir wieder ein erfolgreiches Konzertwochenende hinter uns gebracht…
Dank gilt natürlich Kiki vom Merch, She Wants Chaos, One Fine Day und ganz besonders Gesine für Unterkunft und Verpflegung…
Keinen Dank an den gemeinen Ordner und der Bar im Mau Club, weil die keine Fanta hatte…

PS: Ein paar Tage nach dem Konzert habe ich dann auch endlich herausgefunden, woher ich den Typen vom Konzert kannte… Der arbeitet doch tatsächlich in der Kaufhalle bei mir um die Ecke… Tja, so klein ist die Welt…

Samstag, 29. Januar 2011

Prädikat: "saugeil - fragwürdig - hörenswert"

-KOLOR im Sinkkasten, Frankfurt, 30.12.2010-

Silvester rückte unaufhaltsam näher und Nadine, Björnski und ich…unseres Zeichens Klappspaten…entschieden uns, diesen letzten Tag im Jahr in Darmstadt bei Kirsten und Flo zu verbringen. Da sich allerdings ein Tag nicht wirklich lohnte, machten wir uns schon am 28.12.2010 auf den Weg dorthin, um auch ein paar ruhige dort zu verbringen. Sagte ich ruhig? Damit war es ziemlich weit her, denn Nadine und ich haben schon Monate vorher geschaut, ob eine Band unseres Geschmacks in Darmstadt und Nähe auflegte. Und tadaaaaaaaaaa! KOLOR sollte am 30.12.2010 im Frankfurter Sinkkasten spielen.

Also Beine in die Hand, anfänglich aufgrund der eigenen Unfähigkeit stolpern und dann ab dafür. Kirsten, Flo und Björnski waren „spontan“ dabei und so ging es an eben diesem Tag abends dorthin. Gegen 20 Uhr sollte Einlass sein, doch ließ der auf sich warten. Da wir, naja eigentlich nur Nadine und ich, sehr aufgeregt waren, mussten wir uns die Zeit noch anderweitig vertreiben. Taten wir auch und so verging die Zeit wie im Fluge. Kurz nach 20 Uhr ging es rein und wir machten es uns vor der Tanzfläche auf den Sitzbänken gemütlich. Ihr fragt euch jetzt bestimmt, warum Sitzbänke…aber jaha, vor dem Bühnenbereich gab es einen Tanzbereich, einen Sitzbereich und einen Barbereich. Ich war irgendwie sehr angetan.



Doch nun saßen wir da und es ging einfach nicht los. Also wieder warten und Bierchen bzw. Fanta trinken. Außerdem begutachteten wir die Menschen, stellten mal wieder fest, dass wir den Altersdurchschnitt absolut in die Höhe rissen, aber auch, dass ziemlich viele Retro-Rocker zugegen waren. Ihr wisst schon: lange Haare, enge Jeans, Bandana, ausgewaschene AC/DC und Led Zeppelin-Shirts. Komisch, komisch; aber irgendwie auch lustig.


Irgendwann kurz vor 21 Uhr kam Doelk an unseren Stühlen vorbeigehirscht…Total außer Atem verschwand er im Backstage-Bereich, nur um dann weitere fünf Minuten später mit der Band KOLOR auf die Bühne zu stürmen. Der Auftritt war der Wahnsinn und die Songs, diesmal deutsche Lieder, waren singbar und somit ohrwurmverdächtig. Sie spielten fast eine Stunde und schafften es, dass wir alle gebannt zuhörten und Beine, Arme und Köpfe zappeln ließen. Sehr gute Musik und definitiv empfehlenswert.

Nach einem kurzen Umbau kam auch schon die nächste Band. Und wen erblickten unsere müden Augen da? Den Retro-Rocker. Hier sollte sich nun herausstellen, dass er der Sänger der Band „Mind the Gaep“ ist. Wir waren nun umso mehr gespannt, was diese uns zu bieten hatte. Doch schon nach den ersten Zuckungen, die der Gute wahrscheinlich als tanzen hielt, mussten Nadine und ich schon etwas schmunzeln. Denn die Songs sowie die Art und Weise, wie er sich bewegte, passten einfach nicht zusammen. Um euch mal kurz ein Bild zu malen: Er stand da, sang den feinsten Klassik-Rock und es hörte sich eigentlich recht gut an. Doch dazu vollführte er Tanzposen, welche stark an gecastete Boybands a la Backstreet Boys und N’Sync erinnerten. Man, war das ein Brüller!

Irgendwann wurde mir warm und so entschied ich, meine Fleecejacke auszuziehen und somit den Blick auf…na, könnt ihr es erraten...genau, mein Pinksnotred-Shirt frei zu geben. Während wir also so dasaßen, kam Doelk an uns vorbei. Im Augenwinkel glaubte ich erkennen zu können, wie er versuchte, Nadine eine zu wischen. Ich hab mir dann aber im Bruchteil einer Sekunde gedacht, dass das schon ziemlich weit hergeholt sei. Also schaute ich schnell hin und erkannte, dass er begeistert auf mein Shirt zeigte. Dabei lächelte er. Jaja, so hatte ich wieder einen Menschen glücklich gemacht, Nr. 4 auf meiner Liste. HAHAHAHAHA!!!

Wir lauschten der Musik weiter, Kirsten und Flo waren begeistert, der Rest (SpiNa und Björnski) amüsierte sich prächtig. Irgendwann musste ich doch mal meinen gefühlten Liter Fanta wegbringen und machte mich auf. Anscheinend tat ich das in einem wohl sehr ungünstigen Moment. Ich sprang also auf und ging geradewegs auf die Toilette zu. Doch irgendwie entschied sich der Gitarrist genau in diesem Moment, die Bühne zu verlassen. Beiden hatten wir eine wahnwitzige Geschwindigkeit drauf und so begegneten wir uns sichtlich irritiert neben der Bühne. Zuerst schienen alle Versuche, unbeschadet aneinander vorbei zu kommen, zu scheitern. Ich schaffte es dann auch noch, selbigen zum Wanken zu bringen. Kein Wunder, bei schlaksigen 1,90m (reine Vermutung)! Als ich jedoch sah, dass er im Begriff war, mir seinen Gitarrenhals um die Ohren zu hauen, machte ich einen Matrix-Move (a la Sibbi beim Burning Summer) und entkam der Gefahr. Nachdem ich wiederkam, musste ich erkennen, dass Kirsten, Nadine und Björnski das ganze Spektakel interessiert beobachtet hatten. Wir kamen aus dem Lachen nicht mehr raus und kringelten uns auf den unbequemen Sitzen.

Doch es sollte noch besser kommen. Denn der Sänger wollte unbedingt das Publikum von einem erhöhten Punkt aus anfeuern…oder so. Dafür hielt er Ausschau nach einer geeigneten Erhöhung und glaubte, diese direkt vor uns gefunden zu haben. Wir allerdings schüttelten wie wild die Köpfe und so musste er weiterziehen. Fünf Meter weiter stellte er sich dann schlussendlich auf die Reling und hockte sich hin, um das Gleichgewicht zu halten. Der hinter ihm sitzende Gast hatte nun wortwörtlich die Arschkarte gezogen, hatte er nun mindestens drei Minuten lang den Hintern des Sängers vor seinem Gesicht. Es war zum Schreien komisch und somit aufgrund des Bauchmuskelschmerzes nicht mehr auszuhalten. Musste es auch nicht, denn die Band steuerte dem Ende entgegen. Also ich meine das Ende ihres Auftritts, nicht ihrer Karriere…*hüstel*…

Ein kurzer Umbau, ein kleines Wirrwarr und schon stand die dritte Band vor uns, Name: „INHUMAN“. Wir ließen uns auch hier überraschen. Vor allem ich, denn der Bassist der Band kam mir verdächtig  bekannt vor. Nach langem Kopfzerbrechen kam ich zu dem Schluss, dass er mit mir zusammen zur Uni gegangen sein muss. Doch auch wenn dem nicht so wäre, so waren wir (also damit meine ich Björnski, Nadine und mich) doch positiv überrascht, was die Jungs aus Dreieich da ablieferten. Die Songs kamen klasse daher und ließen uns hin und her wippen. Doch neben der Band waren auch die Fans, die mehr als offensichtlich nur wegen INHUMAN da waren, nett anzusehen. Eine Horde (so nenne ich ab jetzt ein kleines Grüppchen) Hopper…jaja, von Hip-Hop…stand da, hüpfte, pogte und sang aus vollem Halse. Irgendwann holten sie Wunderkerzen raus, um mit der Band ihres Herzens deren 200. Konzert zu zelebrieren.

Weitere Highlights waren eine Mini-Wall-of-Death, die wahrscheinlich nur aus 10 (in Worten: zehn!) aktiven Menschen bestand und das Gruppenfoto der anwesenden Leute, welche eng zusammenrückten und lauthals anstatt „Käsekuchen“ das Wort „AFFENPENIS“ riefen. Es war ein Fest und sehr genial.

Irgendwann riss uns Flo aus unseren Gedanken und sagte uns, dass die letzte Bahn bald ginge. Wir packten es…nein, nicht UNS…und liefen zur Bahn. Auf dem Weg nach Darmstadt diskutierten wir ausgiebig, wer am besten war, kamen aber zu keinem Ergebnis. Allerdings waren wir uns einig, dass KOLOR das deutsche Pendant zu Pinksnotred sei.

Als wir in Darmstadt ankamen, mussten wir schockiert feststellen, dass weder Bahn noch Bus fuhren. Somit ergaben wir uns unserem Schicksal und traten einen 30-minütigen Weg nach Hause an. Dort angekommen, bauten wir unsere Betten auf und legten uns sogleich rein. Der Abend und das ständige Lachen hatten uns glücklich und müde zugleich gemacht.

Dank geht an: den Sinkkasten, Mind the Gaep für ihr ununterbrochenes Talent, eine Menge zu entertainen, INHUMAN für die Mini-Wall-of-Death und das Wort „Affenpenis“ und natürlich KOLOR für den super tollen Auftritt. Ein besonderer Dank geht an Kirsten und Flo, die es mit uns ausgehalten haben.
Kein Dank geht an den doofen Pfeiler, den wir das ganze Konzert über im Sichtfeld hatten und Doelk für seine Verspätung.