Montag, 18. Juli 2011

neue Band - neues Glück


 -The Gaslight Anthem im Docks am 06.06.2011-

Ja ja, richtig gelesen. Eine neue Band war am Start und galt, angehört zu werden. Naja, die Band selbst existiert schon eine ganze Weile, aber wir haben es bis jetzt noch nie geschafft, uns zusammen diese Band anzuschauen. Eigentlich wären wir auch nicht gegangen, aber auf Dränge von Klappspaten Nadine hin ließ ich mich erweichen und ging mit ihr hin. Leerer Geldbeutel hin oder her, ich wollte ja schließlich auch mal sehen, warum Nadine beim Anblick von Brian Fallon…seines Zeichens Sänger und Gitarrist der Band…immer weiche Knie bekam und warum Patrick ihn als „Bad Boy“ bezeichnete.
Wir kauften die Karten und bereiteten uns wie immer seelisch und vor allem körperlich auf das Konzert vor, waren wir ja (wie ihr sicherlich schon längst mitbekommen habt) nicht mehr die Jüngsten. Außerdem fand das Konzert an einem Montag statt, schlechter Tag wie ich finde, haben wir da doch immer den „Der-Anfang-der-Woche-ist-scheiße“-Blues…naja, was muss das muss. Nadine kam mit dem Auto und quartierte sich bei uns ein. Schnell fuhr ich mit der Bahn heim, zog mich um und schon konnte es losgehen. Dieses Mal spielten sie im Docks auf der Reeperbahn. Angesagt war Regen, Regen und Regen. Also entschied ich mich, meinen Schirm mitzunehmen. Da es aber irgendwie sehr warm war, ließen wir die Jacken zu Hause. Wir saßen also in der Bahn und redeten über dies und das, als es in Othmarschen hieß: „Aufgrund einer Gleisstörung in Altona bitten wir alle Fahrgäste aufzusteigen und mit den als Ersatzverkehr eingesetzten Bussen bis nach Altona zu fahren, dort haben Sie Anschluss an die S-Bahnen“. Da wir recht fröhlich waren, machte uns das nichts…wir also raus und rein in den nächsten Bus. Der war natürlich proppenvoll. Während Nadine sich setze, stellte ich mich hin und machte mit einem Hund Bekanntschaft, der unaufhörlich seinen Kopf zwischen meine Beine hindurchsteckte, um hinaus zu sehen. Es war zum schreien komisch. Weiterhin merkten wir, dass die Spielzeugtechnik heutzutage weit über unsere von vor 15 Jahren hinausging, hatte doch ein Mädchen ein Tamagotchi-förmiges Ei, aus dem unaufhaltsam Rihanna quäkte. Grauenhaft!!!
Zum Glück war es schnell geschafft und so stiegen wir in Altona um in die nächste S-Bahn und fuhren noch gemütlich 2 Haltestellen bis zur Reeperbahn. Dort angekommen, liefen wir erstmal kurz in die falsche Richtung, doch merkten schnell, dass das der falsche Weg war. Also umgedreht und innerhalb der nächsten 5 Minuten vor der Location geparkt. Dort standen wir in einer kleinen süßen Schlange an. Also sie bestand nicht nur aus 10 Personen, aber 100 waren es nun auch nicht. Die Zeit vertrieben wir uns damit, uns die umstehenden Leute anzuschauen und festzustellen, dass wir 1. so gut wie niemanden erkannten (was ein gutes Zeichen zu sein schien) und 2. alle so alt wie bzw. älter waren als wir beiden Klappspaten. Sehr gut, so mussten wir uns nicht wie bei allen anderen Konzerten mit kreischenden Rotzgören abgeben, die beim Anblick irgendeines Bandmitglieds in Ohnmacht fallen. Naja, im Nachhinein muss ich sagen, stimmte das mit den nicht vorhandenen Fangirls leider nicht. Sie waren definitiv vorhanden.
Irgendwann ging es endlich rein und wir machten uns gleich auf die Suche nach einem geeigneten Plätzchen. Den fanden wir sehr schnell und zwar in Form einer Bank an der rechten Seite des Raums. Sehr gemütlich und vor allem mit Geländer. So ließ es sich aushalten. Während ich Getränke holte, schaute Nadine zu, wie sich die heiligen Hallen langsam füllten. Jetzt wurde es doch ziemlich voll…gut so!!! Während wir also dort saßen (und später dann standen), beobachteten wir einen Security-Typen, der neben der Bühne stand und augenscheinlich für den Eingang des Band-Bereichs zuständig war. Naja, Eingang ist ein bissl zuviel gesagt. Es war einfach nur ein Vorhang, der als Tür diente. Der Security-Typ, den wir vom IP-Konzert im April wieder erkannten, hatte es sich zu seiner Aufgabe des Tages gemacht, eben diesen Vorhang immer akribisch zu schließen, damit auch keiner die Ruhe der Bands stören könnte. Als ob ein dämlicher Vorhang den Schall und Lärm abhalten würde. Ihm war das egal, er zog jedes Mal, wenn jemand raus oder rein ging dieses Stück Stoff zu und ließ auch nie eine Lücke offen. Es sollte ja niemand reinschauen können. Wir konnten uns kaum halten vor Lachen, wirkte es doch ziemlich lächerlich. Außerdem sah es zum Schreien komisch aus, wie der Typ immer wieder genervt zum Vorhang ging und diesen zu zog.
Gegen 20 Uhr ging es dann mit der Vorband los. Sie hieß Twopointeight. Waren richtig gut drauf und heizten der Menge schon gehörig ein.

Zumindest hab ich mir das sagen lassen. Kann mich nämlich nicht mehr an die Band erinnern. Aber das ist auch nicht weiter tragisch, konnte ich mich doch damit seelisch und körperlich auf The Gaslight Anthem vorbereiten. Das tat ich dann auch und so ging die Stunde mit der Vorband schnell vorbei.
Nach einem kurzen Umbau auf der Bühne schlug die Stunde der Wahrheit. Während Nadine es kaum erwarten konnte, The Gaslight Anthem zu begrüßen, wurde ich auch ein bisschen nervös. Denn ich hatte mir schon die Wochen zuvor die Songs zu Gemüte geführt und konnte somit von jedem Song ungefähr die Hälfte. Meine Nervosität rührte daher, dass ich nicht so dämlich aussehen wollte mit meinem Gesang, also überlegte ich mir eine super Taktik, wie nicht auffällt, dass ich nur Fetzen der Songs mitsingen konnte.

Doch viel mehr Zeit, um darüber nachzudenken hatte ich nicht. Denn da kamen die Jungs auch schon auf die Bühne. Sie legten nach ihrem tollen Intro („Hells Bells“ von AC/DC) gleich richtig los und brachten die Location zum Brodeln. Nach kurzer Zeit tanzte jeder und sang fleißig mit. Wir machten viele Fotos, die den genauen Beweis dafür erbringen. Irgendwann stellten wir fest, dass ein paar Mädels immer wieder Schilder in die Luft hielten. Erst dachten wir, dort stehen die üblichen Sprüche „Brian, I love you!“ und ähnliches drauf.


Aber da lagen wir vollkommen daneben. Die Mädels hatten auf die Schilder Songtitel geschrieben und so erfüllte die Band ihnen so gut wie jeden Wunsch. Ich fand es cool! So spielten sie viele Songs, die ich auch kannte: „American Slang“, „1930“, „Senor and the Queen“ oder auch „Old White Lincoln“. So langsam wurde auch ich warm und ich merkte, dass mein Unterbewusstsein mehr Songtexte gespeichert hatte, als ich zuerst annahm. So konnten Nadine und ich zusammen schön laut mitsingen und gleichzeitig unsere verrosteten Tanzbeine schwingen. Immer wieder machten wir Fotos, doch wurden wir von dem Vorhang-Security-Typen zurecht gewiesen, doch bitte keine Videos zu drehen. Ich hab gedacht, ich schau nicht richtig, als er uns einen Todesblick zuwarf, machten wir doch nie Videos. Dafür merkte er nicht, dass nur zwei Meter neben vor ihm 2 Mädels rauchten und auf der anderen Seite ein Kerl immer wieder Videos aufnahm. Aber wir kamen schnell zu der Meinung, dass der Typ uns nur deshalb auf dem Kieker hatte, weil wir ihn wegen seines ständigen Hantierens mit dem Vorhang ausgelacht haben. Oh man, so ein großer Kerl und so ein kleines Ego!



Nach gut 1 ½ Stunden war die Band dann auch fertig, mit dem Programm und mit der Welt. Wir hatten sie aber auch ganz schön gefordert. Doch auch wir waren nicht mehr gerade frisch, hatte sich doch das Docks auf gefühlte 100°C erhitzt. Damit wir also nicht an den hohen Temperaturen zugrunde gingen, spendierte Nadine eine Runde kühle Blonde; FANTA!!! Die Becher schienen aber irgendwie Löcher gehabt zu haben, waren sie doch in Windeseile leer. Naja, mussten wir halt bis nach Hause warten. Um den Abend zu krönen, gingen wir noch schnell am Merch-Stand vorbei, um zu schauen, was es so Feines zu kaufen gibt. Wir sahen erstmal…NICHTS!! Es standen so viele Menschen davor und im Grunde war gar kein Platz. Also mussten wir geduldig sein und warten, bis wir auch vielleicht mal nach vorne gequetscht wurden. Das passierte erst gar nicht. Dafür wurden wir von vor Schweiß triefenden Menschen eingeschlossen. Irgendwann ging es dann aber doch so weit nach vorne, dass wir was sehen konnten. Wir stellten fest, dass sie Buttons und Shirts hatten. Allerdings entschied ich mich dagegen und Nadine hatte nicht wirklich eine Wahl, kam sie doch nicht bis nach vorne. Also ließen wir es und gingen los Richtung S-Bahn. Dort angekommen, überlegte ich mir, ob es nicht doch noch Zeit für einen Hot Dog oder einen Döner wäre, entschied mich aber dagegen. Gut für mich, so musste mein Geldbeutel nicht schon wieder leiden J
Zuhause angekommen schmissen wir uns nur in die Betten und träumten den Schlaf der Glückseligen. Ich muss im Nachhinein sagen, dass ich Nadines Euphorie bezüglich Brian Fallon und auch der ganzen Band durchaus nachvollziehen kann. Nicht schlecht anzusehen, aber auch nicht so übel beim anhören. Nein, gar nicht übel!!!

Samstag, 18. Juni 2011

Time to say Goodbye


-Pinboys Abschlusskonzert in der Markthalle, Hamburg, 20.05.2011-

Mit Erstaunen mussten wir im Dezember letzten Jahres erfahren, dass die Pinboys ihr Amt niederlegen und ab 2011 getrennte Wege gehen werden. Schon im März besuchten wir Klappspaten eines ihrer Konzerte der Abschiedstour. Und als das Datum für das allerletzte Konzert und die „Support“-Bands rausgegeben wurden, war ganz schnell klar, dass wir die 3 Goldstücke in Form von 5Bugs, One Fine Day und Pinboys nicht verpassen durften. Die Tickets waren also schnell gekauft und aufgeregt erwarteten wir den großen Tag, wenn auch mit ´ner Träne im Knopfloch.
Wir immer mussten wir uns erstmal im Klaren darüber werden, wie wir unsere Aktivitäten vor dem Konzert gestalten… Erschwerend kam diesmal dazu, dass Spikey auf einer Betriebsreise in Berlin befand und erst Freitag Nachmittag zurück nach Hamburg kam. Und so konnten wir nicht wirklich einen Schlachtplan machen…
Ich bin also zu Nicole auf Arbeit, wo dann ganz spontan entschieden wurde, dass wir doch noch ganz schnell nach Wedel fahren. Aber vorher war noch Zeit, meine Ersatzaugen einzusetzen, was sich doch als schwieriger darstellte als gedacht, denn eine meiner Kontaktlinsen unternahm einen Fluchtversuch… Die Sau… Aber alles endete gut und wir konnten alle drei zusammen rechtzeitig die Vereinigung der Klappspaten in der S-Bahn nach Wedel feiern. Dort angekommen hieß es Sachen abladen und wieder zur S-Bahn hechten, denn wir mussten ja rechtzeitig an der Markthalle sein…
Aber am Bahnhof packte uns erstmal ein so unfassbar großer Hunger, dass wir eine ganze Herde von Kühen hätten verspeisen können… Sind Kühe überhaupt Herdentiere? Gut ausgestattet machten wir uns auf zur nahegelegenen Markthalle, wo wir unseren Festschmaus auch gleich verschlangen. Ziemlich im Anschluss ging es auch schon an den Einlass… Drinnen angekommen haben wir erstmal die Markthalle inspiziert, denn diese kannten wir ja noch nicht… Die Garderobe haben wir schnell gefunden und unsere Jacken fanden einen warmen Unterschlupf… Bevor wir uns unseren Platz in der Markthalle ausgesucht haben, stärkten wir uns noch mit ´ner kleinen flüssigen Erfrischung. Dann aber ging es los mit, wir fuhren unsere Ellbogen aus, um an die besten Plätze in der ersten Reihe zu kommen und rannten wie die Blöden… Doch unser Enthusiasmus wurde leicht gebremst, denn was unsere Augen zu sehen bekamen, war nicht sooooo zufriedenstellend… Stufen… Ca. 5 etwas breitere Stufen… Rund um eine kleine Fläche, vor der sich dann die Bühne aufbäumte… Sehr schnell war uns klar, dass wir zu alt für Stufen im vorderen Bereich waren, also machten wir uns auf den Weg zur Empore am anderen Ende des Raumes… Immerhin war die so hoch, dass wir alles gut überblicken konnten… Hat ja auch was Gutes… Und von da aus hatten wir auch wieder nen guten Ausblick auf die vielen komischen Leute, die sich mal wieder auf dem Konzert herumtummelten… So sahen wir auch wieder einige bekannte Gesichter… Das wird so langsam auffällig…
Um die Wartezeit auf die Pinboys nicht zu lang werden zu lassen, dachten sich die 5 Bugs dann, dass es vielleicht angebracht wäre, ein kleines Konzert zur Bespaßung des Publikums zu spielen, was sie auch prompt taten…
Wir kamen ja zum ersten Mal in den Live-Genuss der Bugsen und sie wussten, uns zu überzeugen… Mit voller Power spielten sie eine halbe Stunde mit vielen unserer Lieblingssongs…
Bei „Automatic“ sind dann Marten und Jakob auf die Bühne gestürmt und unterstützen die Jungs, wie auch schon auf der Albumversion, tatkräftig… Und wir schrieen uns am anderen Ende die Seele aus unseren Leibern… Als sie dann fertig waren, war für uns drei sehr schnell klar, dass wir die 5 unbedingt nochmal live sehen müssen…
In der Umbaupause fiel mir dann ein sehr verliebtes Paar auf, das Spikey vorher schon erblicken musste… Also zumindest glaube ich, dass sie sehr verliebt waren, denn sie konnten einfach nicht die Hände voneinander lassen… Und unsere angewiderten Blicke haben sie anscheinend noch mehr angespornt… Uns wäre es natürlich lieber gewesen, wenn sie gegangen wären, aber man kann ja nicht alles haben…
Zum Glück hatten wir etwas, auf das wir uns freuen konnten, denn One Fine Day waren ja im Begriff die Bühne zu entern… Und die Jungs sind ja immer ein Augen- und Ohrenschmaus für uns… Und weil wir sie in letzter Zeit doch recht häufig gesehen haben, wussten wir, dass das, was kommen sollte, wie immer eine gute Party werden würde… Uns konnte kaum etwas auf unseren Plätzen halten… So ging es auch dem Großteil des Restpublikums… Aber es gibt ja immer die Berühmte Ausnahme von der Regel… Denn auch dieses Mal saßen, wie auch schon vor ziemlich genau einem Jahr bei Itchy Poopzkid, 2 Mädels auf ner Treppe… Diesmal waren sie aber noch härter, denn die Treppe führte direkt zum Ausgang… Da frag ich mich doch, warum man erst Geld für ein Konzert ausgibt, wenn man im Endeffekt mit dem Rücken zu Bühne sitzt und per SMS mit der Freundin kommuniziert, die neben einem sitzt… Die Jugend heutzutage soll mal einer verstehen… Wir konzentrierten uns lieber auf One Fine Day und ihre Show… Und die haute uns wieder mal von den Socken…  Jeden noch so kleinen Hit schmissen sie uns trotz der kurzen Spielzeit von 45 Minuten um die Ohren und wir feierten das gebührend ab... Als dann „Damn Right“ angestimmt wurde, ging die Party richtig los, denn auch One Fine Day wurden, wie es bei dem Song schon Tradition ist, unterstützt, denn Jakob erklomm erneut die Bühne und zerlegte selbige zusammen mit den 4 Jungs von One Fine Day… Leider fand das Set ein jähes Ende, denn heute drehte es sich ja hauptsächlich um die Pinboys… Und so mussten wir anscheinend auch ohne „Emily“ auskommen… Auch irgendwie komisch…
Das wurde dann heiß während der zweiten Umbaupause diskutiert, denn „Emily“ gehört doch eigentlich schon zum Inventar… Aber irgendwie war uns klar, dass da noch was kommen musste…
Und während wir so sinnierten, schlichen sich die Pinboys auf die Bühne, um die letztes Konzert zu geben… Frenetischer Applaus empfing sie und obwohl man meinen könnte, dass sie leicht gehemmt spielen könnten, da es nun mal das letzte Konzert war, legten sie gleich los und rissen das Publikum mit… Anne hatte zu Ehren der Band einen Mantel mit einem riesigen ausgenähten P auf dem Rücken an, was wir wohlwollend aufnahmen.
Da wir bei den Pinboys ja nicht so textsicher sind, haben wir die 4 ihr Set durchziehen lassen und haben ordentlich getanzt… Den Platz hatten wir ja da hinten… Wie schon auf Facebook von den Pinboys angekündigt, lieferten sie uns ein Best of aller Hits in Form von 24 sehr schönen Songs… Und sie hatten sogar ein paar Überraschungen auf Lager… So wurden auch ehemalige Bandmitglieder auf die Bühne zitiert, um ein letztes Mal mit den Pinboys zu spielen… Im letzten Drittel des Konzertes kam dann Chris auf die Bühne, um mit den Pinboys den 5 Bugs Song „We Stop At Nothing“ zu intonieren… Und damit haben sie den Laden auseinandergenommen… Und Marten bekam noch einmal einen großen Auftritt zusammen mit den Pinboys… Und wir kamen endlich in den Genuss von „Emily“…Doch diese Version war etwas anders, um mal nicht völlig anders zu sagen… So schnell haben wir den Song auch noch nicht gehört… Zur Zugabe zog sich Anne nochmal um und jetzt hatte sie einen Mantel mit einem großen A auf dem Rücken… Hm, ob das eine Referenz an der scharlachrote Buchstabe war? Egal… Als das Konzert zu Ende war, wollten wir es noch nicht so ganz wahrhaben, dass es das jetzt war mit den Pinboys… Aber es war dann doch so… Und wir schlurften ein bisschen traurig von dannen… Im Vorraum teilten wir uns in zwei Gruppen auf… Spikey bemühte sich um Buttons und Nicole und ich bemühten uns um unsere Jacken, was für mich sehr anstrengend war, weil ich schon wieder so einen großen Hunger hatte… Und dann kam auch noch Chris von den Bugsen mit nem belegten Brötchen an mir vorbei… Das war schon Folter… Ich hätte ihn fast gefragt, ob ich mal nen Happen abhaben kann… Ich hab es mir dann aber doch verkniffen…
Und so machten wir uns auf den Weg zurück nach Wedel, wo schön Döner auf uns wartete… Und unsere Betten… Wir waren dann aber auch ganz froh, ins Bett zu kommen, weil wir ja am nächsten Tag Björnskis ganz groß gefeiert…
Und so schlummerten wir friedlich in unseren Kojen und träumten vom Konzert… Oder von anderen Sachen… Aber das weiß ich nicht mehr so genau…

Dank gilt diesmal unseren Essenslieferanten, die mir auf jeden Fall das Leben gerettet haben, den 5 Bugs und One Fine Day…
Ganz besonderer Dank geht raus an die Pinboys, die wir sehr vermissen werden, für den wundervollen Abend, den wir mit ihnen teilen durften…

Kein Dank geht an das komische verliebte Pornopaar… Nur ein Wort: EKELHAFT!!!

Freitag, 6. Mai 2011

Lights out London – oder Bratmaxe rising


 - Itchy Poopzkid am 01.04.2011 im Grünspan –

Alles begann im Dezember 2010 als Nadine ihre Karte für dieses Konzert bekam. Doch sie sollte nicht lange alleine bleiben, denn im Januar 2011 kaufte ich mir auch meine. Als Nicole dies mitbekam, schlug auch sie schnell noch zu und kaufte sich ein begehrtes Ticket, bevor diese restlos ausverkauft waren. Somit konnten wir uns gemeinsam auf dieses Ereignis freuen. Wir verfolgten ständig alles bei Itchy Poopzkid, um immer auf dem neuesten Stand zu sein. War auch wichtig, denn sonst wären wir nicht in der neuen Location „Grünspan“ sondern im Logo gelandet. Wir zählten die Tage durch unseren eingeführten Countdown erfolgreich (naja mehr oder weniger) und so rückte der Tag immer näher; bis er dann schließlich da war.

Wir mussten zwar erst noch arbeiten, doch hielt uns das nicht davon ab, uns ein Loch in den Bauch zu freuen. Ja, ich rede von Loch im Bauch. Denn wir beschlossen, nach unserer Zusammenkunft in Wedel schnell jeweils eine Pizza zu essen. Wir waren alle ausgehungert und in unseren Mägen herrschte gähnende Leere. Also Pizza aufbacken, Zufuhr zur Vene legen und ab dafür. Nach unserer Stärkung ging es schon wieder zurück nach Hamburg zu oben genannter Location.

Es ging alles ziemlich flott und so standen wir zeitig mit 20-30 anderen Leuten vor der Tür und warteten. Nadine und ich mussten schmunzeln, erkannten wir doch jetzt immer mehr, von anderen Konzerten, bekannte Gesichter. Somit kann man schon fast von einem nicht-Band-bezogenen Fandom sprechen. Wir warteten und warteten und glaubten, die Langeweile würde uns langsam aber sicher dahin raffen. Doch Rettung nahte. Spaß und Gelächter kamen in Form eines etwa 8-jährigen Mädchens die Straße entlang. Sie schrie die ganze Zeit wie am Spieß, weil ihre Mutter/Schwester (nicht einwandfrei zu identifizieren) es hervorragend meisterte, sie zu ignorieren. Vor der wartenden Masse blieb das Mädchen dann stehen…unsere Blicke waren auf sie geheftet und warteten mit großer Spannung auf die nächste Reaktion. Wahrscheinlich spekulierten schon einige: heulen, plötzlich loslachen, wegrennen. Aber nichts von alledem geschah. Denn die Kleine ging in einen Schrei über, der durchs Mark ging. Ich kann schlecht beschreiben, wie sich der Laut anhörte, ich weiß nur, dass ihr bei andauerndem Schrei wahrscheinlich die Augen rausgesprungen wären. Erst waren wir geschockt, dann verblüfft und schließlich prusteten wir alle los. Doch die Show hatte noch einen letzten Akt. Das Mädchen lief los und knüpfte sich nun eine ziemlich wehrlose Ampel vor, die sie mit gekonnten Schlägen bearbeitete. Wir kamen voll auf unsere Kosten.

Nach kurzer Zeit flogen die Türen endlich auf wir begaben uns zur Gesichts-…äh Taschenkontrolle. Einige Leute sind doch echt so doof und nehmen Taschenmesser mit zu Konzerten. Dazu sag ich nur eins: „Pack das Messer vorher aus und lieber dein Hirn ein!“ Wir mussten diesmal alle drei unsere Persos vorzeigen, Nadine schon ihren neuen. Der Türsteher war sichtlich irritiert, merkte aber schnell, dass der echt war. Nachdem wir nun alle drin waren, stürmten wir sofort zu Garderobe, waren wir nun überzeugte Nutzer eben dieser. Sie befand sich oben auf dem Balkon. Ganz kurz überlegten wir, dort auch zu bleiben. Allerdings wollten wir bei dem Anblick der Jungs sicher gehen, in der 1. Reihe zu stehen. Also ab nach unten und an die Absperrung direkt vor der Bühne. Dort genehmigten wir uns erstmal sündhaft teure Softdrinks und bereiteten unsere Kameras aufs Konzi vor.

Irgendwann ging es auch endlich los und Attack Attack aus Wales kamen auf die Bühne. Die Jungs waren echt gut drauf und schafften es, dass nach kürzester Zeit die gesamte Location sprichwörtlich in Flammen stand. Alle tanzten; selbst der größte Skeptiker konnte das zappelnde Knie nicht verbergen. Und das, obwohl die meisten diese Band wahrscheinlich gar nicht kannten; wie wir. Das Set war richtig gut und getoppt wurde es (meine persönliche Meinung) mit dem Cover „My Sharona“. Wir gingen nun vollkommen ab und tanzten uns die Seele aus dem Leib. Nach fast einer Stunde waren sie durch und verabschiedeten sich von uns. Wir spendierten einen fetten Applaus und zeigten somit, dass es uns Spaß gemacht hat.

Der Umbau ging ziemlich flott. Wir langweilten uns auch nicht, konnten wir doch zu super Funk-Musik  abgehen. Wir versuchten uns in einer Art Funk-Makkarena, was auch echt fetzig aussah…FETZIG??? Oh man, es klingelt, die 90er wollen ihr Wort wieder...Weiterhin amüsierten wir uns herrlich über ein paar Jungs hinter uns, die jedes Mal bei Jojos Anblick ganz laut „ACHIM“ schrien. Wir schauten uns bei den ersten Malen verdutzt um, sahen wir ihn doch jedes Mal nicht. Nach ner Weile machte es bei uns Klick und wir merkten, dass die Jungs einfach nur keine Ahnung hatten. So lachten wir immer wieder aus vollem Halse und tanzten unseren Makkarena.

Irgendwann ging es weiter und Itchy Poopzkid stürmten in ihrer neuen Formation die Bühne. Opener war „Why still bother“, wie sollte es auch anders sein?! Aber die Version gefiel mir, war es doch die Unplugged-Version. Danach kam gleich die herzliche Begrüßung mit der Bemerkung, dass Sibbi bis vor 5 Minuten noch aussah wie Guido nach seinem Klitschko-Kampf. Denn er hatte Walnüssen den Kampf angesagt und wegen einer Allergie wohl in Runde 1 verloren. Ob es nun stimmte oder nicht, war egal. Das Publikum seufzte erleichtert, stand Sibbi doch „frisch“ und fröhlich auf der Bühne. Und die Show ging weiter. Sie kamen mit vielen neuen Songs im Gepäck und begeisterten jeden. Sibbi und Panzer rannten (wie immer ) wie die Bekloppten über die Bühne und Max entblößte schon nach kurzer Zeit seinen Oberkörper, da es unsagbar heiß in diesem Schuppen wurde. Es war wieder einmal ein Fest, die Jungs zu sehen. Irgendwann spielten sie den Song „Down Down Down“ und jeder im Raum, wusste, dass er sich schon mal körperlich und geistig auf eine entscheidende Passage…nämlich die Pfeifpassage…vorbereiten musste.
Doch nicht nur wir waren sichtlich gespannt, auch Sibbi, Panzer und Bratmaxe wussten nicht, was sie erwartete. Max zeigte uns kurz, wie diese Passage ging. Oder zumindest wollt er das. Denn sein Pfeifen klang mehr als kläglich. Naja, wir wussten ja, was zu tun war. Also legten wir alles in eine Waagschale und pfiffen, was das Zeug hielt. Zu dumm nur, dass aus den vielen, vielen Hälsen nichts rauskam. Lediglich ein paar schafften es; unglücklicherweise zählten wir Mädels nicht dazu. Ziemlich peinlich; aber was will man machen? So brachen wir alle in Gelächter aus, auch die Jungs lachten herzlich mit. Nach kurzer Zeit entschied Sibbi dann, dass wir diese Stelle doch mit „OH-OH-OH“ ausfüllen sollten, was richtig gut klappte. Generell waren die Jungs sehr begeistert, dass wir ziemlich textsicher waren. So konnte Panzer wenigstens von seiner Unsicherheit ablenken, so seine Aussage. Während des ganzen Konzerts vielen uns 2 Dinge auf: 1. gut 2/3 der Leute war 1,90m und 2. die Menge war ziemlich crowd-surf-begierig. Diese beiden Dinge mussten Nicole erleben. Denn ein Crowd-Surfer wurde genau über ihren Kopf gehoben, helfen konnte sie nicht wirklich, war sie doch zu klein. Stattdessen duckte sie sich und wich den um sich tretenden Füßen aus. Sie hatte Glück und wurde nicht getroffen. Das Glück hatte ich nicht, denn einer dieser total euphorischen Junge hinter uns traf mich beim Jubeln mit seinem Ellenbogen direkt auf den Kopf. Aber ohne Schmerz keine Erfahrungen! Und ohne Erfahrungen keinen Spaß! Also raffte ich mich schnell zusammen und sang und gröhlte weiter. Eine nette Beule sollte mich Tage später noch an das Event erinnern.
Langsam neigte sich das Konzert dem Ende zu, doch Sibbi holte noch einen Knaller raus. Er spielte mein neues Lieblingslied „The Enemy“. Ich war total begeistert, doch leider konnte er den Text noch nicht perfekt, somit versang er sich dreimal und verleitete uns dazu, auch falsch zu singen. Es war ihm aber schnell verziehen, war es doch eines der neuen Lieder. Nach einem weiteren Lied verabschiedeten sich die Jungs und heimsten einen heiden Applaus ein, der auch nach fast 3 min nicht abzuklingen schien.


Nach einer Weile lichtete sich die Tanzfläche und wir drei Mädels entschieden uns, schnell was zu trinken zu holen. Nadine und ich exten unsere Becher, Nicole trank wie immer gemütlich. Danach ging es ab zum Merch-Stand, um Buttons zu ergattern. Außerdem wollten wir die Kampagne „Sonar sucks“ unterstützen. Ein kleiner Obolus für die Kasse stimmte uns dann alle sehr fröhlich. Kurze Zeit später wollten wir unsere Jacken holen, wurden aber von einem Typen, der sich als Rowdie von Attack Attack entpuppte, aufgehalten. Wir sollen doch das Album für unglaubliche 5€ kaufen. Kurze Blicke reichten und die CDs waren in unserem Besitz. Doch eine Bedingung gab es da. Er sollte uns sagen, was „banana“ auf walisisch heißt. Er grinste nur und sagte dann „banana“. Denn er wusste es selbst nicht so genau. Daraufhin runzelten wir die Stirn und grinsten ihn an, da es doch unbeschreiblich niedlich war, wie er uns das offenbarte.

Danach ging es „schnell“ hoch zum Jacken abholen und dann auch schon Richtung Wedel. Aber wenn ihr denkt, nun war auch dieser Tag vorbei, dann habt ihr euch geschnitten. Denn aufgrund der Tatsache, dass Freitag war, war die Bahn bis unters Dach gefüllt. Jugendliche, auf dem Weg ins MAXX in Wedel, und Fußballfans, über die Mannschaften diskutierend, saßen in der S1. Wir konnten gerade noch 3 zusammenhängende Sitze für uns erhaschen. Nach einer Weile kam ein Typ und setzte sich zu uns. Nach anfänglicher Scheu fragte er uns, wo wir Mädels denn hinwollten. Wir reagierten nur kurz mit „Heim!“. Er wollte sein Konversationsspiel forttreiben und fragte, wo wir denn herkamen. Nachdem wir ihm alles vom Abend erzählten, war er Feuer und Flamme. Er erzählte von seinem Sohn und dessen Neigung zum Metal; außerdem hakte er immer wieder nach, wo wir noch mal waren. Unsere Antwort „Im Grünspan“ war irgendwann echt perfekt. Allerdings bin ich mir bis heute nicht sicher, ob er es einfach immer wieder vergessen hatte oder einfach nur noch mal auf Nummer sicher gehen wollte. Egal, denn irgendwann hielt die Bahn in Wedel und wir trotteten nach Hause in unsere Betten.

In diesem Zuge möchte ich einen ganz großen Dank an Itchy Poopzkid, an Attack Attack und das Mädchen auf der Straße richten. Durch sie hatten wir einen Abend voller Unterhaltung.
Allerdings können wir den Preisen der Getränke und den Security-Typen nicht danken, da wir durch sie gedacht haben, Fotos seien nicht erlaubt. Allerdings stellt sich raus, dass man doch Fotos machen kann…na toll, ein bisschen spät; denn Attack Attack haben keine Fotos.

Samstag, 23. April 2011

Die Geschichte vom Casio-Taschenrechner


-One Fine Day im Salon Hansen, 25.03.2011-

Nach rund zwei Wochen Abstinenz war es endlich wieder soweit und Spikey und ich konnten wieder mal (zur Abwechslung) auf ein Konzert… Diesmal luden One Fine Day zu einer schnuckeligen Unpluggedshow in Lüneburg mit dem Dicklinger Toni als Vorprogramm…
Noch wussten wir ja nicht, was uns blühte, also rief Spikey eines Tages im Salon Hansen an und lies für uns Klappspaten Karten für den Konzertabend hinterlegen… Sicher ist sicher, dachten wir uns…

Am großen Tag diskutierten wir wie immer über organisatorische Dinge… Schaffen wir es noch zur Wohnung? Wann fahren die Züge nach Lüneburg? Wo essen wir was (GAAAAAAANZ WICHTIG!!!)? Wann fahren die Züge wieder zurück? Schließen wir unser Gepäck ein? Zum Glück konnten wir alles klären, bevor ich mit dem Zug nach Hamburg gedüst bin, sonst hätte das noch gebrochene Rippen und blaue Augen bedeutet… So konnten wir uns dann glücklich und zufrieden am Hamburger Hauptbahnhof in die Arme schließen und uns auf das nahende Konzert freuen… Wir schlossen auch sogleich unsere nicht benötigten Sachen in ein Schließfach und gingen erstmal im Saturn „shoppen“… Das Shoppen sah dann aber eher so aus, dass wir uns in dem „Minikino“ in der DVD-Abteilung schön die Muppets angeguckt haben und dazu sehr gelacht haben… Das war sehr entspannend und fast hätten wir auch die Zeit vergessen, aber wir sind ja Füchse und sind dann doch noch rechtzeitig aufgebrochen…
Am Gleis angekommen, stöpselten wir unsere Mp3-Player zusammen und gingen gut zur Musik ab… So fiel das Warten auf den Zug nicht so schwer…  Aber der Zug kam dann doch sehr pünktlich, denn wir sind mit dem Metronom gefahren und da läuft das wohl anders… Im Zug fiel dann auch gleich auf, dass die Ansagen erstens nicht vom Band kommen und zweitens auch noch viel fröhlicher sind als bei der Deutschen Bahn… Alles gut also auf der Fahrt nach Lüneburg…

In Lüneburg dann angekommen, standen wir Klappspaten, die wir nun mal sind, vor einem kleinen Rätsel… Denn es war schon dunkel und wir hatten so ungefähr gar keine Ahnung, wo wir denn überhaupt ausgestiegen sind und wo wir hin mussten… Leute, lasst euch eins gesagt sein, fahrt nicht im Dunkeln mit dem Zug nach Lüneburg, ihr findet nicht vom Bahnhofsgelände runter… Sehr verwirrend das alles… Zum Glück kam uns unser Ritter in strahlender Rüstung in Form einer netten Einheimischen entgegen und beschrieb uns den Weg raus aus dem Labyrinth namens Bahnhof Lüneburg… Ab da wusste ich, Google Maps sei Dank, den Weg… Wir mussten nur einmal kurz schrechts (jaha, auf dem Weg haben Spikey und ich uns mal wieder Gedanken über schöne Wortneuschöpfungen gemacht; schrechts = schräg rechts; somit ist schlinks schräg links) und an ‘nem Aldi vorbei und dann nur noch geradeaus… Nur lag der Aldi, wie wir feststellen mussten, nicht direkt auf dem Weg… Aber ich kannte mich ja ein kleines Bisschen in Lüneburg aus, weil ich es schon mal im Hellen gesehen hab… Und so hatten wir auch neben der Suche nach dem Salon Hansen auch noch Zeit, um die wunderschöne Architektur  der Stadt zu bewundern… Im Hellen ist Lüneburg also echt eine Reise wert… Den Salon Hansen, der für uns auch Neuland ist, erkannten wir an einer kleinen Gruppe von Leuten, die sich vor dem vermuteten Eingang schon versammelten… Die sprachen uns dann auch prompt an. „Hey, ihr ward doch auch bei den Pinboys in Uetersen.“ Aha, man erkennt uns jetzt also schon… Gut zu wissen… Demnächst werden wir mit unsere Two-Women-Show bei allen TV-Sendern auftreten, vor allem auf Arte… Wenn das so weitergeht, schreiben wir auch bald Autogramme… Naja, wir haben uns dann ganz nett unterhalten und mal kurz geprüft, ob denn die Tür abgeschlossen war… War sie, leider… Das Thema blieb dann noch länger aktuell…
Zwischendurch hauten dann unsere neu gefundenen ab, um in Lüneburg noch am Abend einkaufen zu gehen (sie hatten wohl Hunger)… Lasst euch auch das hier gesagt sein: in Lüneburg ist es nicht weit mit dem Einkaufen am Abend, weil viele Geschäfte schon um 18 Uhr ihre Pforten schließen (aber sonst ist es recht schön da)… Naja, irgendwie waren sie dann doch erfolgreich und erzählten, dass sie fast nicht zurück gefunden hätten und dass sie froh waren, dass sie vorhin mit dem Bus gekommen sind, obwohl der noch ne kleine Stadtrundfahrt gemacht hat… Wir guckten uns verwundert an und informierten sie höflich, dass man vom Bahnhof nur 10 Minuten (wenn überhaupt) zu Fuß geht… Die Jugend heutzutage… Will einfach nicht mehr die Beine bewegen, tse tse tse… Ach, hatte ich erwähnt, dass schätzungsweise 10 mal irgendwelche Leute vorbeikamen und wie wild an der Tür rüttelten, um zu testen, ob sie offen ist? Nicht? Das ist hiermit getan… Wäre die Tür offen gewesen, hätten wir bestimmt nicht bei Nieselregen vor selbiger gewartet… Naja… Eins meiner persönlichen Highlights ereignete sich auch schon vor Einlass vor der verschlossenen Tür… Ein Ehepaar mit Migrationshintergrund kam auf uns wartende Meute zu, weil sie wohl glaubten, hier sei auch was für sie los… Im höflichsten Ton fragte sie uns „Is hier Pardie?“ und höflich gaben wir ihr eine Antwort auf die Frage „Nein, hier ist heute ein Konzert.“. Damit schien ihr liebster Angetrauter aber wohl nicht so einverstanden zu sein, denn seine Antwort lautete simpel „Konzert? NÄÄÄÄH!!!“ Damit verschwanden die beiden auch schon wieder von der Szene und wir warteten wieder auf Einlass… Weil ich so langsam ungeduldig wurde, klopfte ich einfach mal, frei nach dem Motto „Wenn der berg nicht zu Mohammed kommt, klopft Mohammed so lange, bis er kommt.“, an der Tür und schon kam auch schon jemand und schloss auf. Endlich also ins Warme und vor allem Trockene… Der Salon Hansen befand sich im Keller und da sahen wir uns erstmal um. Gut, viel zu sehen gab es nicht, weil es ein ziemlich kleiner Laden ist, aber doch sehr muckelig  und schön… Weil der Rundgang so schnell erledigt war, fielen wir schon mal über den Merchstand her und sofort fiel uns eine Neuheit ins Auge… Kiki verkauft da jetzt auch richtig schmucke Handytasche, die sie alle selbst anfertigt… Weil wir aber so unentschlossen waren, haben wir uns erstmal entschlossen, das zu lassen und haben uns niedergelassen… In unserer Ruhe wurden wir plötzlich gestört… „Na, wie geht’s euch so?“ Der Toni… Er scheint nervös zu sein… „Joah, uns geht’s super. Und selbst?“, „Ach, ich bin so aufgeregt und nervös.“ Hehe, der ist ja niedlich… „Unseretwegen musst du doch nicht aufgeregt sein, wir sind doch so lieb.“, „Ja, aber trotzdem…“, „ Ach quatsch, wir machen nachher auch richtig schön mit, wir werden klatschen und tanzen!“, „Echt? Das ist aber lieb von euch. Ich werd erstmal weiter, bis später.“ Soso, da hatte sich der Dicklinger Toni also persönlich bei uns vorgestellt… Zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, wie sehr er uns mit seinem Charme und seinen Songs vom Hocker reißen würde… Aber zehn Minuten später war es dann soweit und er baute seinen Casio-Taschenrechner, seinen Kassettenrekorder, seine Gitarre und sich selbst auf und startete seine einmalige One-Man-Show…
Schon beim ersten Song konnten Spikey und ich uns kaum halten vor Lachen… War das noch der schüchterne Typ von vorhin, der sich brav bei jedem vorstellte? Jetzt flirtete er ja regelrecht mit uns, seinem Publikum… Mit Songs wie „I Want My Records Back“ riss er jede noch so kleine Amöbe im Raum mit… Und wie versprochen tanzten und klatschten wir… Nach Tonis Aufforderung machten wir sogar den Scheibenwischen… Und das auch sehr gerne… Gegen Ende dann der absolute Höhepunkt seines sehr fabulösen Sets: „Meine Mitbewöhnerin“. Jeder, der zwei Ohren besitzt und noch an den lieben Musikgott glaubt, sollte sich dieses feine Musikstück anhören, denn es ist wirklich wundervoll…
Nachdem Toni dann unter tosendem Applaus, den er kaum fassen konnte, die Bühne verließ, bauten auch die werten Herren von One Fine Day kurz ihre Instrumente auf der Bühne auf und ließen dann auch nicht lange auf sich warten und starteten ihr Unplugged-Set… Und obwohl so ein Unplugged-Konzert doch immer etwas Ruhiger abläuft als normale Rockkonzerte, ging das Publikum so ab, als wären da nicht Akkustikgitarren, sondern Stromgitarren eingestöpselt…
Das schien die Jungs von One Fine Day so sehr anzuspornen, dass sogar Erik mit seinen Drumsticks um sich warf… Nur Marten musste sich notgedrungen zurückhalten, denn er war doch wohl sehr krank… Spikey und ich hatten zwischendurch schon Angst, dass er von seinem Hocker kippen würde. Aber Marten hielt sich tapfer und lieferte trotz Grippe eine Show, die den anderen in nichts nachsteht… Mittendrin fiel Marten dann auf, dass die Beleuchtung im Salon Hansen doch sehr an Knightrider, im Besonderen an Karr, erinnerte…
Auf die Frage, wer denn noch alles Knightrider kennt, rissen alle die Arme hoch. Doch Marten hakte nach und fragte nach dem Original, worauf ca. 90 % wieder ihr Arme verlegen in die Taschen steckten… Doch das Ergebnis hielt niemanden vom Weiterfeiern ab und so konnte es auch unbekümmert weitergehen... Bei „Damn Right“, was bei jedem Konzert ein Highlight darstellt, enterte dann Toni nochmal die Bühne und feierte mit allen zusammen eine Party…
Bei den meisten hieß das dann moshen ohne Ende, Toni übte sich hingegen nochmal im Scheibenwischer… Das sah dann aber auch sehr gekonnt aus…Nach einem bunten Potpourri aus allen großen Hits und den wundervollen Songs des neuen Albums beschlossen One Fine Day dann den Abend wie immer mit „This Is Goodbye“ und entließen uns in die Nacht.
Und wir waren wirklich froh, dass Marten den Abend überlebt hat… Da wir uns ja schon vor Konzertbeginn gegen eine Shoppingtour am Merchstand entschieden hatten, konnten wir uns dann auch auf den Weg zum Bahnhof machen, wo schon unser Zug auf uns wartete… Locker schafften wir, wieder in Hamburg angekommen, unsere Sachen aus dem Schließfach zu nehmen und zur S-Bahn zu gehen… Irgendwann in der S-Bahn auf dem Weg nach wedel fiel uns dann noch auf, dass wir vergessen hatten, eine Fahrkarte für mich zu kaufen… Oopsie, sorry HVV, soll nicht wieder vorkommen… Naja, jetzt war es sowieso zu spät und mir blieb nur zu hoffen, dass es keine Kontrolle gibt… Die gab es dann auch nicht… Hatte ich ein Glück… Also konnten wir unbescholten und beruhigt nach dem sehr schönen Musikabend in unsere Betten fallen und schlafen…

Herzchen und Küsschen gehen an das Mini-Kino im Saturn, den Nicht-Kontrolleuren des HVV und vor allem und ganz besonders den Dicklinger Toni und One Fine Day…
Keine Herzchen und auch keine Küsschen an den in der Dunkelheit sehr verwirrenden Bahnhof von Lüneburg…

Samstag, 9. April 2011

Zu alt für diesen Scheiß!

- She Wants Chaos, Pinboys und 7 (car pile) up im JUZ am 11.03.2011 - 

Ein Blick auf Facebook genügte, damit Nadine und ich überzeugt waren. Die Pinboys spielten tatsächlich mit She Wants Chaos in Uetersen ein Konzert. Erst überlegten wir, ob wir hingehen wollen, doch als She Wants Chaos bekanntgaben, dass es lediglich 200 der begehrten Karten käuflich zu erwerben gab, sagten wir doch zu. Ich also fix nach Moorrege zum Kartenkauf, denn allem Anschein nach (laut FB-Veranstaltung) fanden gut 1000 Leute die Karten begehrenswert.

Am großen Tag mussten wir beiden Klappspaten erstmal arbeiten. Doch schon danach trafen wir uns für unsere „Konzertverschönerung“ in Wedel. Nadine kam mit ERNA, was es uns erheblich erleichterte, nach Uetersen zu gelangen. Wir also…wie immer…die altersbedingt im Gebrauch befindlichen Krücken weggeworfen, Tanzbeine angeschraubt und in heiße Fummel (sprich: Shirt, Jeans und Chucks) geschlüpft.

Es konnte also losgehen. ERNA wartete schon sehnsüchtig, hatte sie uns doch noch nie in diese Gegend chauffiert. Die Fahrt war nicht sehr lang und auch Uetersen schien nicht größer als ein Gartenteich zu sein. Doch mussten wir feststellen, dass der Ort groß genug war, um Nadines Navi UND uns an der Nase…eher um das Jugendzentrum Uetersen drumherum…zuführen. Nach einer kurzen Rundfahrt und durch die Tatsache, dass ein eher unscheinbares Gebäude viele junge Menschen wie ein Magnet anzog, fanden wir das JUZ endlich. ERNA wurde ordnungsgemäß geparkt und so konnten wir uns Richtung Eingang bewegen. Doch kam uns wieder mal die Erkenntnis, dass wir doch eigentlich schon ziemlich alt waren, setzten wir doch dem Altersdurchschnitt wieder ganz schön zu. Wunderte uns nicht allzu sehr! Oder doch? Plötzlich sahen wir vermehrt Erwachsene. JAHA, Erwachsene…wie in „erwachsene Menschen“, die Jugendliche als uncool bezeichnen würden. Erst dachten wir, sie setzten ihre Kinder nur ab und fahren dann weiter. Weitgefehlt! Sie stiegen mit aus und gesellten sich mit freudiger (eher zu beweifeln) Begeisterung zu der Gruppe vorm Eingang. Nun waren wir nicht mehr die ältesten; wobei ich jetzt nicht so genau weiß, was daran gut ist, zählten wir doch immernoch zu der Rentner-Kaffeefahrt-Truppe. EGAL!

Irgendwann ging es endlich rein. Wurde auch Zeit, meine Zehen wurden schon von Frostbeulen heimgesucht. Im JUZ war es dann sehr gemütlich. Wir steuerten direkt einen Stehtisch an, aus zwei Gründen: 1. Wir überließen der Jugend das Tanzfeld und 2. Aufgrund unseres Alters brauchten auch wir schon was zum Festhalten. Die 20 min. bis Show-Beginn verbrachten wir damit, die Menge zu mustern und einen Flyer zu lesen. Naja, lesen kann man das nicht nennen. Wir erahnten, was draufstand. Denn das Licht in diesem Schuppen war alles andere als altersgerecht. So mussten wir eben genannten Flyer ins gleißende Licht eines Scheinwerfers manövrieren und mit zugekniffenen Augen die ziemlich KLEINE Schrift entziffern. Ist uns dann auch endlich gelungen, trotzdem fanden wir es beschämend.

Kurz vor Beginn des Konzerts versammelten sich alle vor der Bühne, somit wurden Plätze neben der Bühne frei, die uns als verletzungssicher erschienen. Wir stellten uns also dort hin und nach wenigen Minuten ging es los. 7 (car pile) up enterten die Bühne und legten sogleich los.
Sie hatten zwar nur 5 Songs aber dafür anscheinend 10x so viele Anänger, die die Songs aus vollem Halse mitsangen. „Höhepunkt“ ihres Auftritts war, als ein MC-Typ seinen Song zum Besten gab. Zu Beginn noch genial, schwenkte Nadines und meine Begeisterung in Entsetzen um. Denn ebengenannter MC war so betrunken, dass er systematisch die Drums auseinandernahm. Wir waren froh, als er durch war, denn wir glaubten, es könne nicht schlimmer kommen. ABER weit gefehlt! Denn als er von der „Bühne“, die nur 20cm höher als der restliche Boden war, kam, taumelte er direkt auf mich zu. Ich wusste nicht, wie mir geschah, geschweige denn, wo ich hinsollte. Denn er kam ins Schwanken und fiel…direkt auf die nächsten Drums. Nadine und ich konnten aufgrund dieses tölpelhaften Benehmens nur die Köpfe schütteln. So ein Vollidiot! Aber zum Glück verließ er uns; oder besser sie verließen ihn.

Der Gig der ersten Band klang dann auch nach 5 Songs aus und es ging an den Umbau für die nächste Band: She Wants Chaos. Wir schauten dem Gewusel gespannt zu und ich schaffte es doch tatsächlich, Sören im Weg zu stehen. Während ich mich bei ihm entschuldigte und er mir ein Lächeln zuwarf, zerflossen wohl die umstehenden Teenies vor Neid. Nadine und ich mussten uns das Lachen verkneifen, ist uns doch klar, dass Sören das bekannteste / beliebteste Bandmitglied ist.

Schon bald ging es weiter im Programm. Mit einem neuen Intro stürmten die Jungs auf die Bühne und legten diese sprichwörtlich in Schutt und Asche. Motiviert und energiegeladen wie eh und je spielten sie ein fantastisches Set.
Während Nadine und ich…unseres Zeichens Genießer der Musik…neben der Bühne abgingen und tanzten, hingen die Mädels vor der Bühne an Sörens Lippen und kreischten sich die Seele aus dem Leib. Wir bemerkten irgendwann, dass es unsäglich heiß in dem Schuppen wurde. Gut zu erkennen war es an der Kondenswasser-Bildung, die die Wände runterlief. Sehr appetitlich…nicht.


Auch Sören wurde die Sache zu heiß und so zog er sein Karo-Hemd aus. Die Mädels machten sich langsam bereit, in der Hoffnung seinen Körper bewundern zu können. Doch er tat ihnen diesen Gefallen nicht, denn unter seinem Hemd trug er einen schwarzen Pullover. Wir prusteten los vor Lachen, sahen wir doch, wie den Mädels nach und nach die Kinnladen runterklappten.

Das Set neigte sich langsam dem Ende zu, doch hatten SWC noch ein kleines Schmankerl aufbewahrt. Sören sang ein Solo und griff dabei zur Gitarre. Ich weiß nicht, wie oder wann es passierte.
Auf jeden Fall bin ich seitdem in den Song verliebt. Vielleicht lag es an Sörens überraschender Performance, an der plötzlich eintretenden schaurig-schönen Atmosphäre oder einfach nur an der Art und Weise, den Song zu singen. Ich war berauscht. Doch auch dieses Lied ging zu schnell vorbei. Die Jungs bedankten sich bei uns und kündigten die Pinboys an.

Wir waren plötzlich wie geladen. Ein Mix aus Neugierde, Vorfreude und vielleicht auch Nervosität machten sich bei uns breit. Wir fieberten diesem Auftritt trotz unseres fortgeschrittenen Alters entgegen. Apropos Alter: Die ganzen Kiddies mussten die Tanzveranstaltung, da es schon weit nach 22Uhr war, verlassen. Nun war der Saal plötzlich leert. Kein Wunder, wenn von 200 Leuten ungefähr ¾ zu jung waren, um die ganze Konzert-Distanz mitzumachen. Wir fanden es gut! Der Umbau lief zügig und Nadine versuchte sich mal nebenbei als Roadie. Sie machte sich sehr gut. Falls sie also ihren Job verlieren sollte (*klopfaufholz*), kann sie als Roadie arbeiten.

Kurze Zeit später war alles bereit und die Pinboys kamen auf die Bühne. Anne legte gleich mal los und lieferte eine tolle Performance ab. Wir waren sichtlich begeistert und tanzten mit. Singen konnten wir nicht, da wir die Texte nicht kannten.
Obwohl die Menschenmenge erheblich geschrumpft war, gingen wir ganz schön ab und ließen die Erde beben. Kein Wunder, bei Songs wie „Hey Man!“ und „The Story Of Their Lives“. Wie die Wilden preschte Jakob bei jedem Lied über die Bühne und motivierte alle zum Äußeren. Da er allerdings nur dürftig bekleidet war, versuchten Nadine und ich, unsere Kameras richtig zu postieren. Denn wir wollten nicht unbedingt sein Maurer-Dekolleté anschauen oder fotografieren. Trotzdem posierte er immer wieder. Haben allerdings kein Foto davon. 
Kurz vor Konzertende teilte uns Jakob mit, dass ein Freund eigentlich zum Konzert kommen wollte, allerdings immernoch in Dänemark feststeckte. Also rief er ihn kurzerhand an, um ihm von der unbeschreiblichen Atmosphäre zu berichten. Erst ging niemand ran, dann rief sein Freund während eines Songs an und keiner hörte es. Doch schlussendlich schaffte Jakob es und wir gröhlten aus vollem Halse und zeigten, wie gut die Stimmung war. Einfach toll!!!

Doch viel zu kurz war die Zeit und so war es dann vorbei. Wir bedankten uns mit einem fetten Applaus bei den Bands. Nach einer kurzen Verschnaufpause entschieden wir uns, langsam aufzubrechen. Am Merch-Stand gab es noch Buttons und dann ging es auch schon glücklich in Richtung Bett.

Ein riesen Dank geht an die Band She Wants Chaos, Pinboys und 7 (car pile) up und den Ticket-Verkauf.
Doch kein Dank können wir dem MC, Uetersen wegen seiner Größe und der umständlichen Fahrerei zukommen lassen.