-Donots Unplugged im Saturn Hamburg am 30.03.2010-
Obwohl in einer Woche das Konzert der Donots im „Übel und Gefährlich“ steigen sollte, taten uns die Jungs den Gefallen und spielten am 30.03.2010 Unplugged im Hamburger Saturn. Dort sollten sie nicht nur ein paar Songs spielen…nein nein, sie gaben auch noch Autogramme. Nadine, Björn und ich entschieden uns also, dorthin zu gehen...da Nicole ja in HH arbeitet, fragten wir auch sie und sie sagte spontan zu. Toll! Somit waren wir also zu viert…drei kleine und ein großer Mensch, coole Kombi!
18Uhr sollte es losgehen. Da ich schon seit 15Uhr in Hamburg war, holte ich erst Nadine und dann mit ihr Nicole von den jeweiligen Gleisen am Bahnhof ab. Björn stieß kurz vor 18Uhr zu uns…somit waren wir also komplett.
Wir sahen ziemlich schnell, dass es ganz schön voll ist. Also entschieden wir uns, dass weiter hinten die Plätze besser sind, da man dann wenigstens noch ein bissl was sehen kann. Irgendwie falsch gedacht, denn nachdem eine nette Saturnmitarbeiterin eine Durchsage machte, dass im 4.OG die Donots einen kleinen Auftritt hatten, kamen nochmal ein paar Leute und versperrten uns die sicher geglaubte Sicht. Nur gut, dass wir Björn hatten…der konnte wenigstens über die Menge fotografieren…bei uns wären auch Fotos entstanden, aber mit ausschließlich vielen Rücken.
Und schon ging es los…die Donots spielten „Calling“, „Let It Go“ und „Stop The Clocks“...zwischendurch kamen wieder lustige Ansagen und Anekdoten von seiten der Donots zu stande. Wir fanden es toll. Da ich zwischendurch auch mal sehen wollte, ob es auch wirklich die Donots sind ;), stellte ich mich auf das leergefegte Angebote-Regal…ein ganzes Lied hindurch ging das auch gut, aber irgendwie störte mich mitten im nächsten Song ein Mann mit nem komischen Ausweis, dass diese Regale nicht zum draufstellen seien. Als ich mir den Ausweis, den er sinnfreier Weise meinen Füßen und nicht mir zeigte, anschaute merkte ich, dass dieser nicht gerade autoritär wirkende Herr vom Sicherheitsdienst war. Ich hielt es also für ratsam, seiner etwas ängstlich wirkenden Aufforderung nachzukommen…wollte ich doch noch Autogramme haben und nicht vorm Saturn auf Nadine, Nicole und Björn warten. Nach diesen drei Songs entschieden sie sich, noch eine Zugabe zu spielen, nur um danach noch eine Zugabe zu spielen. Wir fanden es gut. So hörten wir also noch „Superhero“ und „The Years Gone By“.
Doch leider ist auch der beste Kurzauftritt mal zu Ende…die Donots bedankten sich, wir bedankten uns und schon ging es ab zum Autogramme holen. Während es zu Beginn noch ein bissl unorganisiert wirkte, bildete sich schnell eine immens lange Schlange…also hieß es für uns: in der Schlange einreihen. Nadine holte schon mal ihr Booklet raus und ich entschied mich kurzerhand, den wundervoll vorgedruckten Zettel vom Saturn, auf dem die Donots für diesen Tag angekündigt waren, signieren zu lassen. Hatte meine LP ja noch nicht, also musste ich mir was einfallen lassen. (Ich weiß, es lagen auch Autogrammkarten vorne, aber das wäre ja Mit-dem-Strom-Schwimmen…nicht so mein Ding) Langsam aber gemächlich ging es voran in der Schlange und plötzlich standen wir vorne am Tisch der Jungs. Ich legte also ganz brav meinen Flyer auf den Tisch und zeigte auf die Stelle, an der ich die Autogramme gerne hätte. Alex‘ Gesichtsausdruck sprach Bände. Er fragte mich nur, während er pflichtbewusst signierte, was das denn sei. Als ich schon vor Guido stand, sagte ich: „Hab doch meine LP noch nicht!“ Guido konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Weiter ging es mit den Autogrammen und auch Nadine war sehr erfolgreich, nicht zuletzt deshalb, weil sich ein kleines Super-Gespräch mit Ingo entwickelte. Nadine sprach ein großes Lob aus, dass das Album echt gut geworden sei. Ingo erwiderte darauf: "Danke schön, wir sind auch echt stolz drauf." Und Nadine setzte noch einen drauf und bestärkte die Jungs: „Da habt ihr auch allen Grund dazu.“ Ingo konnte sich sein (nebenbei bemerkt) sehr sympathisches Lächeln nicht verkneifen.
Nachdem wir unsere Autogramme hatten, gingen wir glücklich zu unserem Paparazzo Björn und seiner Assistentin Nicole, die das ganze überwachte (HAHAHAHAHA).
Ich muss schon sagen, war schon ein toller Auftritt, da freu ich mich doch schon auf das Konzert nächste Woche.
Endlich war es soweit…der langersehnte Tag des Itchy Poopzkid-Konzertes am 18.12.2009 in der geilen Location „Pumpe“ in Kiel war endlich da.
Es ging alles ganz entspannt los. Ich holte Nadine um 13.19 Uhr von der S-Bahn in Wedel ab. So ging ich also zu Itchy Poopzkid tanzend und zappelnd Richtung Haltestelle. Ich war fast pünktlich bei Nadine, doch irgendwie war selbige nicht geduldig genug, das machte mir auf jeden Fall mein Handy in sekündlichem Takt deutlich.
Der Rückweg gestaltete sich sehr ruhig, wir entschieden ganz ritterlich und edelmütig, das Mittagessen in Form von Spaghetti mit Tomaten-Käse-Sauce zuzubereiten, um Björn die Arbeit zu ersparen…zu dumm nur, dass auf besagtem Weg unsere Motivation (ein kleines gemeines Tierchen, welches öfter mal verschwindet) ins nächste Gebüsch gesprungen ist und sich einfach in die entgegengesetzte Richtung auf und davongemacht hat...so ein Mist, die brauchten wir doch noch für die nächsten Aktivitäten. Naja, nachlaufen lohnt sich da aber auch nicht mehr…
Zuhause angekommen, machten wir uns daran, dass Essen vorzubereiten. Nadine und ich…unseres Zeichens klein und rumwuselnd...beschäftigten uns damit, welche Songs denn eventuell auf die Setlist kommen könnten. So hörten wir also die ganze Zeit Itchy Poopzkid und quasselten am laufenden Band. Irgendwann so gegen 15 Uhr kam Björn.
So ging es dann auch zum Mittag essen, besser gesagt zum Mittag schaufeln. Während wir also aßen, entschied ich für mich selbst, ein Wettessen zu veranstalten. Gesagt, getan! Wir saßen also am Tisch, Schaufelutensilien in der Hand und den Teller voll mit Spaghetti und Tomaten-Käse-Sauce. Ein kurzes Nicken und schon ging es los. Böse Blicke meinerseits schienen zu fruchten, denn schon nach 1 1/2 Portionen gab Nadine auf. Bei Björn war die Sache schon kniffliger, denn er ist 1.ein Kerl (isst also THEORETISCH mehr als Weiber) und 2. größer als ich (braucht also THEORETISCH mehr als kleine Knirpse)…Ich entschied mich also in der zweiten Runde, schneller zu essen, um meinen Gegner zu verwirren…schien zu funktionieren, denn er gab auf. Da ich aber wirklich gewinnen wollte und eigentlich auch noch GAR nicht satt war, nahm ich noch eine dritte Portion. Die Gesichter der beiden hättet ihr mal sehen müssen. Allerdings weiß ich nicht, ob es Futterneid, pure Verwunderung oder einfach nur Ärger über das verlorene Match war…naja egal, es stand 1:0:0 für mich und die beiden wussten nichts davon HAHAHA. Somit war ich schon lange vor dem Konzert glücklich wie ein Eichhörnchen auf Koks…
Nach dem Mittag machten wir drei uns dann langsam aber sicher auf den Weg, denn wir wollten schon rechtzeitig da sein…die Fahrt war eigentlich sehr entspannt. Es gab weder Stau noch zu viel Schnee…allerdings verabschiedete sich unser Navi andauernd von der Fensterscheibe…(irgendwie erinnert mich das an Nadines Autofahrt nach Berlin, ob da eventuell ein Zusammenhang besteht?)…da ich aber keine großartige Lust hatte, mit dem Navi zu kämpfen, hielt ich es Björn, der sich bei Antritt der Fahrt gleich mal hinters Lenkrad geschmissen hat, direkt unter die Nase und fragte in wohlüberlegten kurzen zeitlichen Abständen: „Ist gut so? Oder kannste nichts sehen?“ Ich glaube, Björn war in diesem Moment ganz froh, dass seine Hände mit dem Lenkrad beschäftigt waren…sonst hätte er mich wahrscheinlich lächelnd erwürgt…naja, ich wollt ja nur nett sein! Nadine und ich schwärmten also so von Itchy Poopzkid und beteuerten immer wieder, wie cool die doch seien…nicht nur aufgrund ihrer Musik sondern auch wegen diverser Aktivitäten, welche in Konzertberichten immer wieder schön Erwähnung finden. Plötzlich fiel mir auf, dass ja Björn auch ganz toll ist…um ihm das zu zeigen, sagte ich ihm ganz ehrlich: „Aber du kannst den Jungs eh nicht das Wasser reichen, ehrlich!“ Während er weiterfuhr, prustete Nadine von hinten laut los und schrie doch immer wieder: „Wie geil, wie geil!“ Erst nach ein paar Kilometern begriffen Björn und ich, was ich da wieder Schlaues vom Stapel gelassen habe…also stimmten wir mit ein und schmissen uns hin und her vor Lachen…was für ein Fest.
Da fuhren wir nun kurz vor 18Uhr in Kiel rein und schon nach kurzer Zeit fanden wir die Location; „Die Pumpe“. Wir also erstmal hin und die Lage checken…war noch niemand da. Nur eine Frau, bei der wir uns nicht sicher waren, ob sie sich aufgrund der Kälte draußen nur ein bisschen aufwärmen wollte oder tatsächlich kam, um Itchy Poopzkid anzuschauen. Wir wussten es nicht, war uns dann aber auch egal! Jetzt hieß es warten, da Einlass erst ab 20Uhr war…also erkundeten wir erstmal die Räumlichkeiten. Naja, das brauchte nicht lange, da die Pumpe jetzt nicht so mördergroß ist…trotzdem wissen wir, jetzt wo das Klo ist und das ist schon mal viel wert. Während wir so weiter warteten, kamen drei Mädels mit einem auffällig älteren Mann durch die Eingangstür…auffällig deshalb, weil die Mädels wahrscheinlich gerade mal 15 waren und er aussah, als könnte er der Vater von einer oder gar aller Mädels sein. Irgendwie beschlich uns so langsam das Gefühl, dass wir mit der Vater-Tochter-Annahme gar nicht so falsch lagen…denn immer wieder wuselten die Weiber überall rum, kamen aber schon nach kurzer Zeit zu besagtem Mann zurück, um sich zum x-ten Male versichern zu lassen, dass die Konzertkarten auch sicher in der Männer-Jackentasche verwahrt seien. Auch sie inspizierten die Räumlichkeiten, aber nicht der Toiletten wegen, sondern nur, um eventuell einen Blick auf einen Arm oder Fuß oder gar eine Haarsträhne der Jungs von Itchy Poopzkid zu erhaschen. Für uns war es recht amüsant mit anzusehen, wussten wir doch, dass wir in diesem Alter auf keinen Fall so groupiemäßig unterwegs waren und auch nicht alle zwei Sekunden einen ohrenbetäubenden Schrei ausgestoßen haben, sobald wir etwas gesehen haben, was eventuell vielleicht möglicherweise zu einem Bandmitglied gehörte...wir lachten also immer wieder über besagte Mädels, deren Namen ich hier fairerweise einmal nennen möchte: Ally, Kesha und Kaddi (soweit uns das bekannt war). Komisch fand ich dann allerdings, dass sich Papi (unser liebevoll gewählter Name) immer weiter zu uns gesellte, um immer wieder zu betonen, dass er vorher nicht wusste, worauf er sich einlässt. Ja, bei solchen Mädchen wäre mein Pflichtgefühl, auf diese drei Hupfdohlen aufzupassen, wahrscheinlich auch in pure Verzweiflung umgeschlagen. Er versuchte uns klar zu machen, dass er auf der ganzen Fahrt sowohl nur die EINE Musik als auch neue Pläne für die nächsten Konzerte in „Ganz-weit-weg“ gehört hatte. Für ihn sei klar, dass er das nächste Mal jemand anderen von den Eltern zu so einem Konzert schicken würde.
Irgendwann ging es endlich auf 20Uhr zu und nun wurden auch wir drei ein bisschen kribbelig, wollten wir doch endlich zu den Jungs von Itchy Poopzkid so richtig abzappeln. Vor uns, wie sollte es auch anders sein, standen die Mädels aus…keine Ahnung, war uns egal…Mittlerweile war das Groupie-Dasein der drei nicht mehr ganz so lustig. Wir schüttelten nur immer wieder den Kopf und dachten uns: „Die stehen nicht neben uns!“ Also hieß es: Konzertkarten vorgezeigt, Bändchen ums Handgelenk und schnell rein und so weit wie möglich nach vorne…hat irgendwie gut geklappt. Wir standen in der 1. Reihe (in Worten: ERSTEN!!!), ziemlich links. Und oh Wunder, es gab keine Absperrung…wir standen direkt an der Bühne.
Gegen 21Uhr ging es dann endlich los und der erste Support enterte die Bühne: „Three Chord Society“. Coole Band, hat richtig gut Stimmung gemacht. So konnten wir uns also schon mal richtig schön warmtanzen. Danach sollte eine Band aus Slowenien auftreten, wir waren also gespannt. „Elvis Jackson“, das ist der lustig-komische Name der Band. Die ganze Zeit fragten wir uns, ob die Jungs eventuell bekifft gewesen waren, als sie sich den Bandnamen ausdachten…als sie dann schließlich auf die Bühne kamen und loslegten, war uns klar, dass die wirklich so durchgeknallt sind und der Bandname definitiv gerechtfertigt ist. Neben geilen Songs, die es Björn gleich angetan haben, hatten sie noch andere Mittelchen, um auch den letzten misstrauischen Konzertbesucher aus der Reserve zu locken: Luftmatrazen, Klopapier, ein Wasserball und !oh Freude! Seifenblasen sorgten dafür, dass alle schon nach kurzer Zeit ausgelassen mittanzten.
Nachdem Elvis Jackson ihren letzten Song präsentierten, merkten wir, wie es langsam unruhig wurde im Raum…und das konnte nur einen Grund geben. Ja klar: ITCHY POOPZKID sollten gleich auf die Bühne kommen…ES GING ALSO ENDLICH LOS!!!
Das Licht ging aus, das Intro setzte ein und der ganze Raum schrie…super Voraussetzung dafür, dass sich die Jungs von Itchy Poopzkid raus trauten. Sie legten endlich los…
mit einer absolut geilen Setlist schafften es die Jungs, die komplette Bude auseinander zu nehmen…und wir standen in der erste Reihe. Naja, Nadine und ich…Björn hat sich in die dritte Reihe zurückfallen lassen, was sich später als sehr klug rausstellen sollte. Aber dazu später mehr. Während die Jungs also rockten, was das Zeug hielt, tanzten wir uns die Beine kaputt und sangen uns die Seele aus dem Leib und die Stimme aus der Kehle.
Es war einfach zu geil…immer wieder wagten wir einen Blick zu Björn, denn dieser war ja zum ersten Mal auf einem Punkrock-Konzert und ist ja auch so eher ein Stiller…aber wir sahen, dass er sehr zufrieden mitzappelte und es eigentlich ziemlich genoss. Panzer und Sibbi waren so richtig in ihrem Element und sprangen und rannten auf der Bühne herum als ob es kein Morgen gäbe. Unter anderem verschlug es die beiden (naja, eher Panzer, aber auch Sibbi, weil Panzer wieder so schnell weg war) immer wieder direkt an den Bühnenrand, wo wir standen.
Das war zu geil…immer wenn er kam, beugten wir uns erst zurück, zückten die Kameras und fotografierten paparazzi-like Panzer mit Bass oder nur Hose mit Bass oder ein Stück Arm…es war auf jeden Fall der Hammer. Aber eins kann ich sagen, wir können froh sein, dass wir so klein sind…so sauste der Bass-Hals immer wieder über unsere Köpfe hinweg, traf uns aber nicht. Bei Björn wäre das wahrscheinlich bei einem unvorsichtigen Moment entweder mit einem blauen Auge oder einem ausgeschlagenen Zahn ausgegangen…also gut, dass er in der dritten Reihe in Sicherheit vor Panzers Bassattacken war. Es gab aber noch mehr Highlights während des Konzerts…so unter anderem Sibbi auf dem Gitarrenkasten, sein ultimativer Gitarrenscratch (der auf einem Bild nicht unbedingt wie einer aussah), sein musikalisches Talent am Akkordeon, Panzer mit „Against the Wall“, die Wall of Death und zu guter Letzt „Tricky“ mit Hinsetzen, Lauschen, Aufspringen und Abzappeln.
Nadine hatte sogar das Glück, „Tricky, Tricky, Tricky, Tricky“ in Sibbis vollgesabbertes Mikrofon zu schreien…da war ich schon ein bisschen neidisch. Aber ich gönn es ihr!
Doch irgendwann geht auch so ein „amazing“ Konzert zu Ende…schade eigentlich. Allerdings merkten Nadine und ich, wie alt wir eigentlich sind…nachdem das Licht anging, mussten wir uns gleich mal auf die Bühne setzen, um unsere Knochen wieder in die richtige Position zu bringen. Björn holte uns, zwei absolute Wracks, von der Bühne ab und spendierte uns ziemlich lässig jedem ein Glas Wasser…man tat das gut!
Nach einer Stärkung entschieden wir uns, nach Shirts zu schauen. Nadine entschied sich für ein T-Shirt und ich für das Super-Sonder-Spar-Rabatt-Angebot, welches aus T-Shirt und LP bestand. Also schlug ich gleich zu. Danach gingen wir auf die Jagd. Unser erstes Opfer fanden wir in Panzer. Mit ihm machten wir schnell ein Foto…hinterher wurde uns klar, dass Jagd eigentlich sehr stimmig war, denn Panzer schaute wie ein aufgescheuchtes Reh in die Kamera.
Hinterher suchten wir auch noch Sibbi, den wir schon nach kurzer Zeit fanden. Ich fragte ihn, ob wir ein paar Fotos mit ihm machen könnten und er sagte ohne zu Zögern: „JA!“ Ich stellte mich also hin, er stützte sich halb auf mich, als plötzlich eine Stimme aus dem Hintergrund meinte: „Pass auf, der stinkt!“ Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte, wollte ich doch das Foto haben. Ich sagte darauf, dass das nicht stimmt und lächelte glücklich in die Kamera.
Björn fotografierte auch noch Nadine mit Sibbi, was eine sehr geile Unterhaltung zur Folge hatte:
Björn: „Mensch, du siehst aber ganz schön verpeilt aus auf dem Foto.“
Sibbi: „Ja keine Ahnung, ich seh immer verpeilt aus.“
Björn: „Dann können wir ja noch 1000 Bilder machen und es wird nicht besser!“
*grabesstille*
Sibbis Gesichtsausdruck war göttlich, er wusste nicht, was er dazu sagen sollte, nahm es aber gelassen auf und verließ uns dann. Wir fanden es lustig, toppte diese Unterhaltung doch meinen liebevollen Ausspruch über Björns Höherrangigkeit gegenüber den Jungs, welchen ich im Auto von mir gegeben habe.
Irgendwann verließen wir die Location und machten uns auf Richtung Auto, denn wir hatten ja noch eine Fahrt bis nach Wedel vor uns. Wir also rein ins Auto und los nach Hause. Während wir also in Kiel an einer Ampel ankamen, sprang plötzlich ein Typ vor unser Auto und signalisierte uns auf penetrante Weise mit seinem ausgestreckten Daumen, ihn doch bitte mitzunehmen…das ist in Filmen immer die Stelle, wo die netten Leute im Auto den Typen mitnehmen und danach von ihm umgebracht werden, das ließ uns also nicht gerade hoffen. Nachdem wird den ersten Schock überwunden hatten, erkannten wir, dass es der Schwimmer vom Konzert war. Na toll! So ein Vollpfosten hat uns gerade noch gefehlt…Björn fackelte nicht lange und trat aufs Gas, um schnell an ihm vorbei zukommen. Denn wir wussten ja nicht, ob der Spinner nicht doch ein Serienkiller war…die sind in den Filmen auch immer eigenartig.
Noch in Kiel bekamen wir dann auch noch irgendwie Hunger, also hieß es die nächste Tanke plündern. Doch irgendwie war das nicht so von Erfolg gekrönt. Björn und ich fanden zwar was, aber für Nadine lag nichts sonderlich Ansprechendes in der Auslage…also weiterfahren und eine Tankstelle auf der Autobahn ansteuern. Dort gibt es ja meistens was richtig Geiles. Wir also auf die Autobahn und bei der nächsten Tankstelle mit so nem Bistro anhalten. Björn suchte gleich mal das Klo auf und Nadine und ich sahen uns die Auslage an…wow massenweise Essen an: NICHTS! Lediglich drei Sandwiches lagen ziemlich traurig dreinblickend im Kühler…wahrscheinlich waren die von gestern, zumindest sahen die nicht mehr so geil aus. Naja, Nadine hatte Hunger und nahm das, was noch nicht so sh** aussah. Wie heißt es doch so schön: „Der Hunger treibt‘s rein…“ Björn kam wieder und meinte: „So jetzt aber nach Hause!“ Wir also raus, ab ins Auto, Motor an, Licht an…Licht an??? Hmm…irgendwie sah das so aus, als ob unser PIVO (Björns Auto, Anm. d. Red.) kein Licht mehr besaß. Beide Birnen des Abblendlichtes (Ja, auf beiden Seiten…mal ein seltener Fall) waren kaputt. Also verzögerte sich der Boxenstopp, um Glühbirnen tauschen. Gut, dass Björn ein Ersatz-Set an Glühbirnen hatte…so musste er nicht in der Tankstelle für teuer Geld welche kaufen. Wir merkten selbst, dass es eine eigenartige Situation war, denn das zeigte sich auch darin, dass alle Leute, die vorbeiliefen, ziemlich irritiert schauten. War uns egal, wir waren schließlich heute beim Konzert zu den „incredible“ Itchy Poopzkid…wir waren also selig.
Zu Hause angekommen, fielen wir in unsere Kojen und träumten weiterhin von dem Konzert, unseren tollen Unterhaltungen, schlauen Sprüchen und Glühbirnen.
An dieser Stelle danke ich Itchy Poopzkid, Elvis Jackson, Three Chord Society, den Seifenblasen, Papi und Björns Ersatz-Set Glühbirnen.
Ein teilweiser Dank geht an Ally, Kescha und Kaddi, deren anfängliches Entertainment in reines pubertäres Rumgenerve umschlug. Jedoch keinen Dank erhält der Schwimmer, der mir ehrlich gesagt ein bisschen Angst machte.
-Billy Talent in der Color Line Arena in Hamburg am 17.11.2009-
Nun war es endlich soweit. Nadine, Nicole und ich gingen zum 1. Mal gemeinsam auf ein Konzert. Es versprach also spannend und lustig zu werden.
Doch erstmal von Anfang an. Ein paar Monate vorher erfuhren Nadine und Nicole, dass Billy Talent in Hamburg ein Konzert geben werden. Das hieß also: Klappspatenköpfe zusammenstecken, fix absprechen, ob wir hingehen wollen (was eigentlich außer Frage stand), Karten kaufen und fleißig die Musikalben immer wieder anhören.
Und dann endlich am 17.11.2009 war es soweit. Der Tag begann damit, dass wir erstmal zusammenkommen mussten. Meine Anfahrt war nicht sehr lang, musste ich mich doch nur in den HVV schwingen und bis zur Colina tingeln. Bei Nadine und Nicole sah das ganze schon anders aus. Denn Nadine kam nach Arbeitsschluss, was 12 Uhr war, mit dem Auto aus Schwerin und gabelte Nicole in Boizenburg auf (und machte nebenbei noch ein schönes Blitzerfoto), damit sich beide mit mir vor der bereits genannten Location treffen konnten. Da Einlass um 18 Uhr war, wurde der Entschluss gefasst, sich 16.30 Uhr zu treffen. Wir wollten doch schön weit nach vorne, damit wir richtig viel sehen konnten.
Da es ja schon November war, hatten wir alle verhältnismäßig viele Klamotten an. Doch tat sich schnell die Frage auf, ob wir Jacken, Mützen und Schals im Auto lassen sollten, wollten wir diese Sachen doch nicht die ganze Zeit auf dem Konzert mit uns rumschleppen. Wir, das heißt Nadine und ich, entschieden uns, einige der besagten Utensilien (also Schals und Mützen) Nadines Erna zu überlassen. Sie versprach, gut drauf aufzupassen. Danach gingen wir zum Ort des Geschehens und somit zum Eingang der Colina. Dort reihten wir uns brav in die noch nicht vorhandene Schlange ein. Wir stellten schnell fest, dass wir den Altersschnitt doch wieder erheblich anhoben. Nun ja, so ist das eben.
Während wir also so warteten, unterhielten wir uns über Verschiedenes: mögliche Songs beim Konzert, Disney-Filme und die dazugehörigen Lieder, Schweinegrippe…sagte ich Schweinegrippe? Ja richtig! Kurz zur Erklärung: Wie jeder weiß, ist die Schweinegrippe ein kleines gemeines Virus, dass vor allem die schwachen Menschen mit seinen Symptomen ärgern möchte. Folgerichtig ist es etwas Schlechtes. Doch irgendwie schafften wir es, dem ganzen etwas Gutes abzugewinnen. Denn wir versuchten durch permanentes Gequatsche über eben dieses lästige Virus, die Leute in unserem unmittelbaren Umfeld zu vergraulen oder zumindest einen Abstand von 10 m und mehr zwischen uns und eben diesen Menschen zu schaffen. Dies geschah mit nur mäßigem Erfolg. HMPF!!!!!!!!! Wenigstens ernteten wir die obligatorischen komischen Blick.
Gegen 18 Uhr ging es dann ENDLICH rein in die heiligen Hallen. Denn nicht nur unsere Ungeduld machte sich bemerkbar, auch unsere Füße, Nasen und Hände zeigten uns, dass allerlei Körperbedeckungen zu dieser Jahreszeit durchaus angebracht sind. Doch bevor wir wirklich in der Colina standen, mussten wir erst noch durch die Taschen- und Ausweiskontrolle. Klingt entspannt, muss es aber nicht sein. Dazu jetzt mehr.
Während wir also ganz lieb, aber nicht mehr geduldig, darauf warteten, dass ein Paar Hände an unseren Jacken und Hosen hoch und runter glitten und gleichzeitig unsere Taschen befingerten, machte sich vor uns Unruhe breit. Denn viele Leute, die zum Konzert wollten, waren noch nicht alt genug und brauchten die Erlaubnis der Eltern, die sie dann doch immer wieder vergessen haben bzw. gar nicht erst bekommen haben. Also mussten sie nach langem Lamentieren das Feld für alle anderen räumen, denn mit Ordnern ist ja bekanntlich nicht zu spaßen. Als wir dann an der Reihe waren, fragte uns einer der Ordner wie alt denn das Mädel vor uns sei. Es muss ziemlich dumm geklungen haben, als wir alle mit dem gleichen bescheuerten Gesichtsausdruck sagten: „Keine Ahnung, die kennen wir doch nicht!“ Somit hatten wir die Lacher auf unserer Seite. Doch nachdem wir endlich durchgecheckt worden sind und sich die Sicherheitskräfte sicher waren, dass wir keine übermotivierten Fans waren, die verbotene Dinge dazu verwenden, die Bands zu bewerfen, konnten wir endlich in die heiligen Hallen laufen. Wir dachten, wenn wir uns beeilen, dann haben wir die Möglichkeit unsere kleinen zierlichen Körper in die erste Reihe zu verfrachten. Guter Plan, aber scheiß Umsetzung! Denn in der Arena gab es nochmal Absperrungen, die wir erst einmal überwinden mussten. Nachdem wir also unsere Bändchen bekamen, liefen wir nun schlussendlich rein und standen wie durch ein Wunder ganz vorne…YAY!!!!!! Es war noch viel Zeit und so beschäftigten wir uns damit, unsere Bändchen zu begutachten. Aber oh Schreck! Wo starrte ich denn da drauf? Mein Bändchen war mit den Buchstaben E M I N E M verziert…so ein Mist. Das konnte ich doch keinem zeigen. Nadine und Nicole hatten es besser getroffen, ihre Bändchen waren noch vom Grönemeyer-Konzert…naja, da musste ich nun also durch.
Gegen 21 Uhr ging es dann endlich los. Zwei Vorbands versuchten uns aufzuheizen, unsere müden und eingefrorenen Beine zum Zappeln zu bringen und gleichzeitig, uns ihre Musik gut zu verkaufen. Erste Band: FAIL!!!!!! Nicht nur, dass sie einen komischen Namen, Cancerbats, und sehr komische Musik spielten, auch war der Sänger anscheinend so betrunken, dass er sich permanent selbst und mit Absicht (ja ihr habt richtig gelesen) angespuckt und sich darüber gefreut hat. Außerdem verstand kein einziger in diesem Raum, was er zwischen den Songs sagte, schrie er doch in demselben Tonfall weiter. Uns war es anfänglich schleierhaft, wie diese Band erfolgreich sein kann. Doch am Ende war es uns dann doch egal, bereiteten wir uns seelisch und körperlich auf Billy Talent vor.
Bei der zweiten Band sah es schon ein wenig anders aus. Silverstein, so der Name, rockte ziemlich gut ab und verleitete uns dazu, auch ein bisschen mitzutanzen. Wir hatten also schon bei diesen Jungs sichtlich unseren Spaß.
Denn der Sänger sah nicht nur gut aus, er konnte auch richtig geil singen. Wir waren mehr als erstaunt über seine doch extrem rockige Stimme, sah er doch eher so aus, als ob er einer Boyband entsprungen ist. Hat uns aber doch ziemlich gefallen, vor allem auch deshalb, weil diese Band es schaffte, uns richtig auf Billy Talent einzustimmen. Apropos…
…endlich war es soweit. Die Jungs kamen auf die Bühne und rockten, was das Zeug hielt. Ben war absolut in seinem Element und schrie die gesamte Colina mit seiner absolut genialen Stimme zusammen.
Doch auch Ian, Jon und Aaron legten sich mächtig ins Zeug und schafften es, uns zu beeindrucken. Wir tanzten und sangen (schrien) sehr gut mit, machten nebenbei richtige viele Fotos. Naja, wir? Ich war so schlau und hab meine Handtasche vor Konzertbeginn hinter die Absperrung geschmissen…da war meine Kamera drin. Ich bin echt soooo bescheuert. Hier bestätigt sich meine Vermutung, dass ich wahrscheinlich den Regenschirm aufgespannt hatte, als Gott hat Hirn regnen lassen. Also machte Nadine die Fotos, an denen wir uns hinterher nicht satt sehen konnten. Doch war es ein sehr schwieriges Unterfangen, denn eine mitten im Raum sorgsam (und ich behaupte mal frech: auch absichtlich) aufgehängte Leiter wollte anscheinend nicht, dass wir das Paparazzi-Dasein ausleben konnten. Ständig mussten wir sie wegnehmen, um die Jungs in Action zu fotografieren. Doch die vielen Fotos zeigen, dass wir den Kampf mit besagter Leiter dann doch noch gewonnen haben…In Your Face Leiter!
Es wurden viele geile Lieder gespielt, zu denen nicht nur Ben richtig abging. Auch die Masse tobte und nahm die Colina regelrecht auseinander. Alle hatten sichtlich ihren Spaß und waren hinterher gut ausgepowert. So will ich‘s haben!
Nach dem Konzert machten wir uns gleich mal auf in Richtung Merch-Stand. Dort fanden wir allerdings nicht so recht das, was wir wollten. Also ging es weiter zur Bar, wo wir uns schnell was zu Trinken kauften. Unsere müden, aber immernoch sehr aufmerksamen Augen erspähten hinter der Theke ganz viele Billy-Talent-Becher. Geil geil geil! Unser Verstand setzte aus und unser Herz siegte…wir wollten auch solche Becher haben. Doch als wir an der Reihe waren, hatten sie keine mehr, versicherten uns allerdings, dass für Nachschub gesorgt werden würde. Also hieß es wieder wie kleine Schulmädchen brav dastehen und warten. Doch nach nur 5 min. bekamen auch wir unsere Becher prall gefüllt mit Fanta bzw. Wasser. Wir suchten uns einen Platz und ließen die kalten Getränke durch unsere ausgelaugten Körper strömen, dabei versuchten wir, unsere geschundenen Stimmen, die nur noch ein Krächzen waren, mit dieser Kühlung zu beglücken. Ist uns nur mittelmäßig gelungen. Denn hinterher hörten wir uns an wie drei Hühner im Stimmbruch, schrecklich. Während wir also so da saßen, Nadine und ich tranken alles fast in einem Ritt aus, resümierten wir schon einmal den Abend. Fazit: für gut befunden. Naja, das trifft es nicht ganz. Es war bombastisch, einmalig, einfach genial. Gerne wieder…
Nach einem kurzen Toilettengang ging es dann zum Auto. Nadine und Nicole setzten mich noch schnell in Wedel ab und fuhren dann weiter. Hab zwar beiden angeboten, bei uns zu schlafen, aber Nadine wollte am nächsten Tag in Schwerin zum Friseur. Um 11 Uhr vormittags, so eine bescheuerte Zeit. Aber sie hat es ja nicht anders gewollt. Wer schön sein will, muss leiden. Ich bin also in mein Bett gefallen und Nadine und Nicole in das ihre in Boizenburg. Alle drei träumten wir vom Konzert und allem, was passiert ist. Wir waren wohl die glücklichsten Menschen auf der Welt…abgesehen von anderen Menschen, die an diesem Abend etwas Geiles erlebt haben.
Unser Dank geht an: Billy Talent, insbesondere Ben (der Nadine und Nicole angeblich tief in die Augen schaute, JAHA), Silverstein, die Billy-Talent-Becher, Erna, unsere gute Laune.
In diesem Zuge NICHT danken können wir: dem Blitzer, der Leiter, der Kälte, meiner Dummheit, die Kamera in der Tasche zu lassen und meinem blöden Bändchen, welches mich als Außenseiter dastehen ließ.
Da ist er nun, der große Moment, der erste Blog… Aber erstmal von vorne
Nach schätzungsweise einer großen Ewigkeit in Form von reellen 4 Monaten, jedoch gefühlten 10 Jahren stand in meinem Kalender ENDLICH mal wieder KONZERTAUSFAHRT für Samstag, den 06.06.2009. Und es ging sogar mal wieder in „südlichere“ Gefilde… Nach Berlin, um genau zu sein…
„Berlin, Berlin, ich fahre nach Berlin…“ Diesmal ging es auch mit Julia aufs Konzert… Mit ihr war ich auch wirklich eine lange, lange, lange Zeit nicht mehr auf einem Konzert… Wir versprachen uns also eine gute Zeit am Samstag… Aber ich musste auch erstmal nach Berlin kommen… Das hab ich schon am Freitag gemacht. Ich rollte also mit einer 15-minütigen Verspätung, von denen ich bestimmt 5 Minuten versucht habe, mein Navi ordnungsgemäß an der Windschutzscheibe meiner Erna (mein Auto, Anm. d. Red.) zu befestigen, los. Mit besagtem Navi stand ich allerdings ein wenig auf Kriegsfuß, bzw. meine Windschutzscheibe stand auf Kriegsfuß mit dem Navi… Ganze 4 Mal (!!!), in Worten VIER, verabschiedete sich das Navi von der Windschutzscheibe… Ich musste also 4 mal während der Fahrt das Navi wieder anbringen (zum Glück sind wir Frauen multitaskingfähig)… Seit wann sind alle guten Dinge 4??? Immerhin hat mich die Musik abgelenkt… Eines möchte ich aber jedem empfehlen: Singt nicht, während ihr im Auto esst und selbiges lenkt… Ich wäre fast an einem Brotkrümel erstickt (ähm, wie war das noch mal mit dem „multitaskingfähig“?)… Aber ich lebe noch, offensichtlich…
Als ich dann das Ortseingangsschild von Berlin passierte, überlegte es sich meine undefinierbare Allergie, mich so zu ärgern, dass ich vor lauter Juckreiz und Tränen in den Augen alles nur noch verschwommen wahrnehmen konnte. „Das macht die Berliner Luft, Luft, Luft…“ Paul Lincke hatte also Recht...
Nach einer echt anstrengenden Fahrt bin ich dann aber doch noch gesund, aber nicht wirklich munter bei Julia angekommen… Jetzt musste ich nur noch mein Bett bauen, das während des Aufblasprozess in etwa die Lautstärke eines Presslufthammers erreicht… Julia behauptet ja gerne, dass das Bett eher einem Wasserbett ähnelt, als einer Luftmatratze… Ich finds urgemütlich und kann super drauf schlafen, im Gegensatz zu Julia… Aber die hat ja ihr eigenes Bett in Berlin…
Später haben wir dann noch dafür gesorgt, dass wir am Samstag mit Essen (mmhhh, lecker Kekse) vesorgt sind… Julia hat mir bei der Gelegenheit Tipps für ein billiges Studentenessen gegeben. Da ich mich nach dem Abi gegen das Studieren und für das Geldverdienen entschieden hab, war es mal interessant, hinter die Kulissen des Studentenlebens zu schauen. Ist nichts für mich…
Abends sind wir dann auf ein paar Cocktails in die Stadt gefahren… Olli war auch dabei… Wir ließen uns in einer Bar nieder namens, hm, ich hab den Namen vergessen… Irgendwas mit Pool… Baden konnte man da aber nicht, eher Wasserpfeife rauchen. Aber wir als überzeugte Nichtraucher haben das lieber gelassen. Lieber einen trinken. Wir alle waren aber doch ziemlich fertig von dem Tag und sind dann auch relativ früh wieder aufgebrochen. Es war dann aber doch auch schon so spät, dass unser Bus nicht mehr fuhr und wir die 1,4 Kilometer von der S-Bahn-Station laufen mussten… Auf dem Weg zur Bushaltestelle (wir wollten doch noch mal gucken, ob doch noch ein Bus fährt) meinte Julia, dass wir von einer dunklen Gestalt mit Kapuze verfolgt werden… Der letzte Cocktail war wohl einer zu viel… Oder aber in den Wasserpfeifen waren nicht so ganz legale Substanzen und Julia bekam das Passivrauchen nicht. Ich hab mich dann breitschlagen lassen und hab mich umgedreht. Und tatsächlich verfolgte uns unser Mörder… Der hat uns dann noch ganz lieb gefragt, ob denn noch ein Bus fährt. War ein netter, unser Mörder. Als wäre es nicht genug, von einem gemeinen Meuchelmörder verfolgt zu werden, schlug Julia eine Abkürzung durch einen „Wald“ vor… In Horrorfilmen immer eine schlechte Idee… Julia, die sowieso schon lustig drauf war, malte dann noch diverse Horrorszenrien aus… Und unser Mörder hat uns immernoch verfolgt… Zu allem Überfluss ging dann auf dem kurzen unheimlichen „Waldstück“ eine sehr verdächtig leuchtende Laterne genau dann aus, als wir grade an dieser vorbeigingen… Julia hat mich vor Schreck fast angesprungen… Ich hab mich ein bisschen an Scooby Doo erinnert… Ich weiß nur nicht, ob ich Scooby oder Shaggy war… Wir waren heilfroh, als wir sicher hinter verschlossen Türen unseren wohlverdienten Schlaf fanden…
Am nächsten Morgen wurde ich dann gegen 7 Uhr von den warmen Sonnenstrahlen geweckt. Ich habe mir aber noch mindestens 2 Stunden weiter die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Julia wurde übrigens schon um 5 Uhr von der Sonne geweckt. Das kommt davon, wenn man keine Vorhänge hat. Ich habe mich dann aber auch irgendwann aufgerafft, aber nur aus Angst vor einem Sonnenstich. Es schien also, dass das Wetter für das Open Air perfekt werden würde. Wir sollten später eines besseren belehrt werden. Denn je weiter der Tag so fortschritt, desto mehr Wolken zogen auf. Aber Julia und ich sahen positiv in die Zukunft. Es durfte einfach nicht regnen. Nach dem Mittagessen (Nudeln mit Tomatensoße; das billige, aber superleckere Studentenessen; danke Julia, für die Köstlichkeit) machten wir uns auf den Weg, auf zum Funkhaus, direkt an der Spree. Schön.
Dort angekommen, mussten wir natürlich erstmal durch die „Sicherheitskontrolle“. Und was soll ich sagen, ich glaube, ich habe noch nie Ordner getroffen, die ihren Job so gar nicht ernst nehmen bzw. verstehen. Die haben nur kurz gefragt, ob wir Getränke dabei haben und haben unsere Taschen nicht mal ansatzweise kontrolliert. Ich hab denen natürlich rotzfrech ins Gesicht gelogen. Und weil wir Julia gerade das Lügen beibringen wollen, war das der perfekte Anlass, ein wenig zu üben.
Wir inspizierten dann also erstmal mit unseren Wasserflaschen in den Taschen das Gelände. Es war jetzt nicht so überragend groß und auch nicht so überragend voll, aber die Location hatte Potenzial. Da noch nicht viel los war, haben wir uns erstmal zwischen die anderen Besucher (die bis zu 10 Jahre jünger waren als wir) an die Spree gesetzt und genossen die Aussicht. Mal abgesehen von den Musikern und ihren Begleitern haben wir zwei den Altersdurchschnitt gewaltig in die Höhe getrieben.
Während wir so auf den Hauptact des Tages (ITCHY POOPZKID, YEAH!!!) warteten, haben wir uns die anderen Bands, die teilweise sehr skuril waren (da hat doch einer sich tatsächlich ein Kissen unter sein Hemd gepackt und mit dickem Kissenbauch getanzt), angeschaut oder wir haben uns auf die vergebliche Suche nach Tee gemacht. Es gab nirgends welchen, nur Kaffee und diverse Kaltgetränke. Glücklicherweise hatten wir ja unser Wasser. Die Suche nach einem Klo hätte sich in dem alten Gemäuer einfacher gestaltet. Einfach nur der Nase nach.
Draußen habe ich immer mal wieder nass-kalte Tropfen abbekommen. Hm, das war ein schlechtes Omen. Oder einfach Julias und mein schlechtes Karma. Gegen 16 Uhr fing es dann doch richtig an zu regnen und zwar aus gutgefüllten Kübeln. Und es wollte nicht mehr aufhören. Dank der „Weisheit“, die wir in unseren fast 24 Jahren gesammelt hatten, wussten wir, dass es besser wäre, wenn wir uns drinnen aufhielten und uns die „tolle“ Messe anschauten. Wir hatten aber auch noch eine ganz schön lange Zeit totzuschlagen. Immer wieder richteten wir unsere Blicke hofnungsvoll nach draußen, um zu schaun, ob der Regen schon nachgelassen hat. Aber der Regen war ein hartnäckiges Biest. Zwischendurch kamen immer mal wieder ein paar Leute von den schätzungsweise 50 Besuchern von draußen rein, die in ihrem jugendlichen Leichtsinn sehr lange im Regen ausharrten, um sich ein wenig abzutrocknen. Uns kamen bei dem Anblick Gedanken wie „Viel Spaß mit der Lungenentzündung“ oder „Wenn ich du wäre, wäre ich lieber ich…“.
Wir wanderten auch immer mal wieder drinnen rum und amüsierten uns köstlich. Da werden doch gestandene Berufsmusiker gefragt, ob sie an einem Gewinnspiel für diverse Kurse, bei denen sein Können verbessern könnten, teilnehmen möchten oder ob sie ihre Gesgangsstimmen testen wollen. Sehr witzig alles, herrlich. Uns liefen dann auch hin und wieder die Musiker von Itchy Poopzkid über den Weg, meist gefolgt von einer Traube von blutjungen Anhängern. Naja, auch die müssen ihre Zeit ja irgendwie rumbringen.
Wir machtenes uns auch immer wieder auf diversen Fensterbrettern gemütlich. Beweise, dass wir da gesessen haben, hinterließen wir in Form von Müll. Naja, also ich hab ihn liegen lassen. Bei der Gelegenheit wollte ich Julia von einem losen Haar, das sich auf ihrer Nase befand, befreien. Ich nahm also besagtes Haar und zog daran. Wie sich genau dann rausstellte, war das Haar gar nicht lose. Naja, zumindest nicht bis zu diesem Zeitpunkt. Ich habe Julia also aus Versehen (und darauf bestehe ich) eines ihrer sowieso schon wenigen Haare mit voller Wucht herausgerissen. Ich hab noch nie so geschockt ausgesehen. Julia auch nicht.
Je näher dann das ersehnte Konzert kam, desto sicherer waren wir uns, dass es auch dann noch regnen würde. Auf uns lastet ein Fluch. Naja, wenigstens wurden keine U-Bahnschächte überflutet, wie beim letzten Mal, als wir zwei auf nem Open Air in Berlin waren. Spätestens jetzt wussten wir, dass Karma ein kleiner, hinterhältiger Floh ist, der dir in den Allerwertesten beißt. Oder dich mit Wasser begießt.
Wir platzierten uns dann gegen 19 Uhr frierend unter einem Baum, damit wir während des Konzertes nicht ganz so nass würden, und warteten darauf, dass bald 20:30 Uhr werden würde. Leider ging das Konzert von Itchy Poopzkid mit ner Verspätung los. Es ist, wie es ist, pflegt das Karma so zu sagen.
Immerhin standen wir einigermaßen trocken unter besagtem Baum und hatten massig Platz. Könnte daran gelegen haben, dass sich insgesamt nur 80-100 Leutchen am Abend auf dem Gelände verirrt hatten.
Julia und ich hatten uns dann zwischendurch gefreut, dass wir Schaulustige werden könnten, weil vielleicht irgendwo auf dem Gelände etwas Spektakuläres passiert hätte sein können (dieser Satz ist mit Sicherheit falsch), weil der Arbeiter-Samariter-Bund auftauchte. Aber die jungen Burschen, die wahrscheinlich Zivieldienst ableisteten, postierten sich nur vor der Bühne, um ebenfalls dem Konzert beizuwohnen. Gute Arbeitsmoral. Nicht.
Dann ging es aber auch endlich los. Die Sonne versank so langsam am Horizont (welche Sonne???) und Itchy Poopzkid enterten auch die Bretter, die die Welt bedeuten. Trotz des schlechten Wetters und der geringen Zuschauerzahlen legten sie ein klasse Gig ab mit viel guter Musik und vielen lustigen Sprüchen. Auch Pogo wurde vom Publikum betrieben. Ich hab mich anderweitig warm getanzt. Julia nicht. Sie war trotz ihres Müllsacks (eigentlich ein Regencape, sah aber verdächtig nach einem Mülsack aus, erzählt man sich) total durchnässt und steifgefroren und konnte sich dementsprechend nicht mehr viel bewegen.
Das Konzert musste dann verfrüht beendet werden, weil es dann ja auch schon 22 Uhr war und man dann ja nicht mehr laut sein darf, weil es drumherum ganz viele Anwohner gab. Nicht. Schade eigentlich.
Wir hätten dann noch an der Aftershowparty teilnehmen können, weil wir ja über 18 und so, aber wir waren dann doch zu müde und wollten nur noch ins warme Bett. Und wir hatten ja auch noch eine schöne Strecke heim vor uns. Wir sind dann also zur Tramhaltestelle gegangen und haben geschaut, wann denn die nächste Tram fährt. Auf dem Fahrplan stand dann 22:14. Unser Uhrenvergleich hat uns gesagt, dass es schon 22:17 war und wir somit die Tram verpasst haben mussten. Wir haben uns dann dafür entschieden zum nächsten Umsteigepunkt zu gehen, schlappe 2 Kilometer. Wir waren gerade mal 500 Meter (wenn überhaupt) unterwegs, als dann die Tram, die ja eigentlich schon weg war, an uns vorbeifuhr. Scheiße. Wir konnten dann aber auch nur lachen, weil man an einem Tag echt nicht so viel Pech haben kann. Wir schon. Also sind wir über eine sehr unwegsame Baustelle zur nächsten Haltestelle gegangen, an der wir hätten umsteigen müssen, wenn wir die Tram gekriegt hätten. Ab da ging es es dann zum Glück alles gut. Wir haben sogar noch den letzten Bus bekommen. Das war aber auch noch knapp, weil ich meine Pfandflasche im Kaisers an der Bushaltestelle abgeben wollte. Total geschafft und müde sind wir dann irgendwann in unsere Betten gefallen und wachten bis zum nächsten Morgen nicht mehr auf.
Danke an Julia, Itchy Poopzkid, Wasserflaschen, für den Job nicht geeignete Ordner, Musiker mit Kissen unterm Hemd, Gummibärchen, Schokokekse, (nicht) loses Haar auf Julias Nase und Baum.
Keinen Dank an Petrus und seine Freunde, die Wassertropfen, Karma und dem nicht vorhandenem Tee.