Donnerstag, 19. Juli 2012

Blondies just wanna have fun

 - Donots in der Großen Freiheit 36, 11.05.2012 - 

Nach langer Zeit war es wieder so weit, die üblichen Verdächtigen: Björnski (neuerdings Alpha genannt), Spikey, Nadine und ich gingen mal wieder auf ein Konzert…
Ja,  ich weiß DAS ist nichts Neues ;-)…
Zu bestaunen gab es mal wieder die Donots, welche Ihr neues Album betourten.

Es fing alles damit an, dass wir im idyllischen Wedel mit PIVO losführen, nach einer spannenden Parkplatzsuche sind wir dann auch auf der Reeperbahn in der schönsten Stadt der Welt angekommen (HAMBURG!!!!!!!!).

Zu Fuß gingen wir 4 dann zu der besagten Location, wobei wir an ein paar Frauen des horizontalen Gewerbes (wenn ich mich noch recht daran erinnern kann… J .
Ein langes Warten vor der Großen Freiheit gab es aber nicht. Wir sind gleich rein und weil man jetzt schon etwas älter ist, sind wir, nachdem wir einen ersten Blick auf den Merchstand erhascht haben, hoch auf den Balkon gegangen…
Traurig aber wahr, man wird halt nicht jünger, naja und die Sicht ist halt auch besser. Vorteil: wir als kleine Persönchen, Björnski mal ausgeschlossen (bitte nicht böse sein darüber), können keine übergroßen Menschen (die meist wohl auch jünger sind als wir) vor uns stehen haben UND das Gedränge bleibt aus J .

Naja, wir also oben auf der Tribüne und weil uns allen warm war, besorgten wir uns eine feucht fröhliche Abkühlung, ABER NEIN, halt nicht das was ihr jetzt denkt, wir als anständige Leute haben uns NUR mit unalkoholischen Getränken betrunken. Ob ihr's glaubt oder nicht, mit zuckerhaltigen Getränken kann man durchaus sich aufputschen… Aber nein, dies ist ja nicht bei uns der Fall, wir sind von Natur aus SO wie wir sind. Gute Laune liegt wohl an unseren Genen, Gleich und Gleich gesellt sich wohl gerne…

Nachdem wir und also gestärkt hatten und uns unserer üblichen sinnvollen/sinnlosen Konversationen hingegeben und VIEL gelacht haben, fing das Konzert auf einmal an. Zeitvertreib mit seines Gleichen kann ja sooooooooooooooooooo schnell gehen.

Die Vorgruppe heißt … und ich fand sie … . OK, ich muss zugeben, ICH besitze ein Siebgedächtnis und wenn die Band extrem gut gewesen wäre, dann hätte ich wohl auch noch Erinnerungen gehabt aber so eben nicht, shit happens….

AHHHHHHHH SPIKEY und NADINE helft mit hier aus per Patsche… BITTE (mit Hundeblick, kenn euch… ihr könnt euch nicht diesen Blickes verwähren…).
Nein, aber mal ehrlich, schlecht waren sie nicht. Der einleuchtendste Grund, der mit einfällt ist, dass ich mich nicht über sie mokiert habe. Es ist also alles in Ordnung und Daumen nach oben.

Nach einer kurzen Umbaupause, war es aber dann so weit, der Grund weshalb wir 4 uns mal wieder zusammen gefunden haben. DIE DONOTS betraten energiegeladen wie immer die Bildfläche. Es wurde das neue Album „Wake the Dogs“ betourt und live zum Besten gegeben. Die „alten“ Lieder kamen dabei aber nicht zu kurz und es war ein Freudentaumeln unserer musikliebhabenden Gefühle…. YEAH, Frittengabel Galore…
Eine Verwunderung gab es aber, wer war dieser blonde Typ auf der Bühne????
Nach langem überlegen, fiel es uns wie Schuppen von den Haaren… ES WAR GUIDO… und nein blonde Haare schmücken ihn nicht…. Ingo hatte auch nicht seine Kapitänsmütze auf, wohl wissend, dass wir sie sonst für Spikey weggefunden hätten… Dann eben beim nächsten Mal.

Eines muss ich aber noch dringend erwähnen, neben bzw. hinter uns standen kleine pubertierende Mädchen, die uns alteingesessene Konzertgänger die Ohren weg gekreischt haben…. Ohhh man, waren wir auch so????
Hmmm ich kann mich gar nicht dran erinnern, muss wohl an meinem löchrigen Gedächtnis liegen.
Nein, wir waren bestimmt nicht so; wer was anderes behauptet, soll’s uns ins Gesicht sagen, ach nein, wir sind ja klein und da könnte es Schwierigkeiten geben… tja Pech für alle, die behaupten wollen, was eh nicht stimmt….

Das Konzert war natürlich, wie soll es auch anders sein, wieder einmal super… Da wir uns aber zu diesem Zeitpunkt das neue Album noch nicht käuflich erworben hatten, sah es mit dem Gesinge der NEUEN SONGS bei uns doch recht mager aus… Dafür wurde bei den alten eben lauter mit gebrüllt, das macht diese Schwäche wett….

Eine große Ungeflogenheit des Rock am Ring wurde auch bei diesem kleinen aber feinen Konzert praktiziert… Die Donots riefen dazu auf!!!! JA, es ist das an was ihr gerade gedacht habt… lautstark schrieen die Leute vor der Bühne hoch zu uns auf die Tribüne „SCHEIß TRIBÜNE….“
WIE BITTE? WAS? ich für meinen Teil fand es nicht nett, Spikey + Nadine wohl eher lustig, Björnski wohl eher gelassen und erst nachdem die Leute, die es starteten, es unterbanden, wurde damit aufgehört. Kleiner Tipp am Rande, DAS KANN BEI ROCK AM RING bleiben, in Hamburg braucht das kein Mensch…

Aber Schluss mit dem ganze hin und her, es war wie immer super genial und wir sehen die Donots wieder.
Darauf kann ich euch Brief und Siegel geben, wenn ich ein Siegel hätte…

Also bis zum nächsten Mal…..
Tschö
Eine der furchtlosfuriosen Klappsparten

Freitag, 29. Juni 2012

Ich will nicht nach Berlin

- Kraftklub in der Columbiahalle, 05.05.2012 -

Kraftklub – eine Band aus dem tiefsten Osten, mit einem gewissen Charme und einer gehörigen Portion Selbstironie.
„Kennengelernt“ haben wir die Jungs bei einer nächtlichen Eins Festival-Session bei meinen Eltern. Wir waren sofort Feuer und Flamme und wollten diese Band am liebsten sofort live sehen. Also schauten wir immer wieder nach Konzerten in Hamburg und Umgebung. Schon bald kamen die Tourdaten raus, doch wir mussten leider feststellen, dass Hamburg mitten in der Woche stattfinden sollte. Zu unserer Begeisterung allerdings sollte es ein Konzert in Berlin geben…was wir sofort für die geilste Idee überhaupt fanden. So konnten wir unseren lang gehegten Traum, einmal einen Roadtrip zu machen, endlich in die Tat umsetzen.

Gesagt, getan. Wir fragten Nicole und Björnski, ob sie vielleicht mitkommen wollten. Leider entschied sich Nicole dagegen und blieb lieber zu Hause. So kauften wir 3 Karten für das Konzert in Berlin: 2 für die Klappspaten schlechthin und 1 für Björnski, der mitkam, damit uns nichts passierte J Wir überlegten fröhlich und heiter, wie das Wochenende nun aussehen sollte und das kam dabei raus:

Am Samstag fuhren Björnski und ich mit dem Zug um 12.24 Uhr nach Schwerin. Dort erwartete uns Klappspaten Nadine und wir stiegen in den nächsten Zug nach Berlin. Ganz entspannt wollten wir nach Berlin mit dem Zug gondeln und somit die ersten Minuten Roadtrip-Geschichte  schreiben. Wir hatten herrliche Begleitung mit 5 Jungs, die offensichtlich auch zum Konzert wollten, hatten sie doch die Kraftklub-Arbeitsbekleidung an. Diese Jungs, von uns liebevoll „Verlorene Jungs“ genannt, hatten richtig gute Laune und ließen das den ganzen Zug spüren. Doch erstmal musste das erste Ritual eingehalten werden…SUPERLECKERE SCHLEMMERTASCHEN! Sie waren so wohlgeformt und heiß und schmeckten wie Glückseligkeit, wir konnten nicht anders als sie gnadenlos zu verputzen. Doch kurz bevor wir fertig waren, kam eine Horde wildgewordener Mädels vorbei, die Junggesellinnen-Abschied feierten. Zu uns kamen sie auch und veranlassten uns dazu, aus der Tombola ein Los zu kaufen. Natürlich hatten wir nicht wirklich Glück und bekamen nur Trostpreise, die sich aber hinterher als absolut geniale Dinge erweisen sollten. Nadine suchte sich nämlich ein Hot Wheels Auto aus ( ein grüner Mustang), Björnski nahm einen Schnaps, der ihm gut mundete und ich bekam eine Pfeife mit der man einen kleinen Plasteball immer wieder in die Luft pusten konnte. Ich hatte sichtlich Spaß daran, bis Björnski mich bei meinem Blasversuch ablenkte und der kleine Ball auf den Boden fiel. Man könnte ja meinen, ich hätte ihn schnell wieder aufheben und mein Prozedere fortführen können. Doch leider befand sich der Zug in ständiger Bewegung, was den Ball in eine konstante Bewegung Richtung Rückraum des Zuges machen ließ. Immer wieder warf ich einen verzweifelten Blick unter meinen Sitz in der Hoffnung, der Ball würde wiederkommen. Doch er tat es nicht. Der kleine Scheißkerl machte es sich lieber zwischen den Füßen einer 80-jährigen gemütlich und lachte mir immer wieder ins Gesicht. Ich sah schon meine Felle dahin schwimmen und gab die Hoffnung nach 2 ½ Stunden Hinterherschauen schon fast auf, als ich bemerkte, dass die alte Dame gar nicht mehr auf diesem Platz saß und somit der Ball frei war…doch wo war der Ball??? Ich suchte verzweifelt nach meinem kleinen Freund und fand ihn schließlich griffbereit im Gang wieder. Schnell rannte ich hin, nahm ihn auf und ging cool zurück auf meinen Platz. Nadines und Björnskis verdatterte Blicke igonierte ich einfach, war ich doch wieder der glücklichste Mensch auf der Welt. So konnte die letzte Phase der Zugfahrt nach Berlin fortgesetzt werden, die dann auch ziemlich ereignislos war.

Als wir in Berlin ankamen, machten wir uns gleich auf in Richtung Columbiahalle. Dort wollten wir uns vor Ort was zu Essen kaufen, da wir ja wussten, dass der Abend lang werden kann und es ne Weile dauert, bis man wieder was zu essen bekam. Doch irgendwie machte uns das Viertel, in dem sich die Location befand, einen Strich durch die Rechnung. Denn alle Läden waren bereits geschlossen…wir hatten irgendwie das Gefühl, dass die Ladenbesitzer schnell ihre Läden dicht gemacht hatten, weil wir im Anmarsch waren. Das war nicht fair und ließ uns erst einmal in dem Glauben, bis nach dem Konzert warten zu müssen.

Da wir ja nun nichts bekamen, entschieden wir uns, direkt zur Location zu gehen. Dort stellten wir uns unter einen Baum und suchten Schutz, da es plötzlich anfing zu regnen. So ein Mist, hatten wir doch nicht wirklich die richtige Kleidung fürs draußen im Regen stehen mit. Es sollte auch erst 19Uhr Einlass sein, was uns noch über 1 Stunde warten ließ. Also vertrieben wir uns die Zeit damit, Leute zu beobachten und über eben diese zu lästern. Doch gegen 18Uhr bekam der Location-Betreiber Mitleid mit uns Menschen und öffneten die heiligen Pforten. So kamen wir schon knapp 2 Stunden vor Beginn in die Halle und konnten uns dort einen tollen Platz aussuchen. Wir entschieden uns mal wieder, unsere Jacken abzugeben (was sich im Nachhinein als ziemlich dumm erweisen sollte) und gingen dazu in den Keller. Dort gab es ein kleines aber gemeines „Tunnel“-Sytem, das uns nach dem Konzert noch zum Verhängnis werden sollte.

Danach schauten wir uns ganz zielgerichtet nach dem Aufgang zum Balkon, den wir ziemlich schnell fanden. Oben angekommen, nahmen wir kurz „Sheldon-Gebaren“ an und suchten uns mit Gehör- und Sehtest den besten Platz für das Konzert…dieser war schnell gefunden und so machten wir es uns gemütlich. Wir stellten leider fest, dass wir hätten dort unsere Jacken hinlegen können...aber zu spät war es nun mal! Während des Wartens hörten wir immer wieder ein leisen Grummeln und Knurren und hatten schon Angst, ein rasender Hund würde uns angreifen…aber als wir ganz plötzlich Brezeln vor unseren Augen vorbeilaufen sahen, wussten wir, was mit uns geschehen war. WIR HATTEN HUNGER, IMMERNOCH!!! Also machte sich Björnski schnell auf den Weg und besorgte ein paar, um unseren Hunger zu stillen. Er kam mit riesigen Brezeln wieder, die uns auch echt super duper gut schmeckten. Während wir also so warteten und warteten, fanden wir in der langsam größer werdenden Masse unsere verlorenen Jungs wieder. War ziemlich schwer, da irgendwie fast alle Menschen dort weiße T-Shirts und rote Hosenträger besaßen J Auch bei uns oben wurde es langsam voll. Der Balkon war also auch ein sehr beliebtes Plätzchen.

Schon bald war die Zeit rum und gegen 20 Uhr kam die Vorband namens „The World Domination“ auf die Bühne. Der Sänger war mir von Anfang an suspekt, denn er trug einen ganz komischen Mantel.
Anzuhören war diese Band allerdings, machte auf jeden Fall Laune und ließ unsere Beine schon ein bissl zappeln. Es war recht gut anzusehen und anzuhören…aber schon nach dem ersten Lied riss sich der Sänger (der auch Pseudo-Gitarrist zu sein schien) seinen Mantel vom Leib und entblößte etwas, wovon man nachts Albträume bekommen könnte. Es war ein halber Anzug, bei dem die linke Seite seines Körpers bedenkt war und die andere Seite nicht. Komisches Ding, sag ich nur.
Als sich unsere Augen an den Anblick gewöhnt haben, holte die Band Kraftklub auf die Bühne, um ein paar Töne mit ihnen gemeinsam zu trällern. So bekamen wir alle einen Eindruck von den Jungs, die wir schon bald sehen sollten. Es war jetzt schon ein Fest und wir freuten uns auf weitere Ereignisse.

Nach gut 45 Minuten war dann auch mit der Vorband Schluss und es ging ans Umrüsten für Kraftklub. Wir schauten schon einmal, was es alles so gab und entdeckten das überdimensionale K, welches die Bühne zierte. Wir waren davon sehr angetan, wussten wir ja noch nicht, was es alles so kann J Die Wartezeit beim Umbau war schnell vorbei und so kamen die Jungs nach einem tollen Intro nach und nach rein und verzauberten die Masse gleich in eine wogende Welle, die nicht mehr zu tanzen aufhören konnte.

Auch wir waren gleich voll und ganz bei der Sache und tanzten und sangen fröhlich mit. Es war der Wahnsinn, bekamen wir doch mal einen Eindruck in das Dasein der Berliner Konzert-Szene. Wie wir feststellen mussten, unterschied sich diese ganz erheblich von der Hamburger Konzert-Szene, sowohl niveau-mäßig als auch ausraste-technisch. Den Menschen in der Masse wurden anscheinend die Plastikbecher zu schwer, deshalb warfen sie wahllos eben diese durch die Gegend und erleichterten sich gleichzeitig jedes Mal einem Wert von 1 Euro. Hm, konnten wir nicht ganz nachvollziehen, waren doch die Hamburger Menschenmassen nicht so drauf. Weiterhin zeigte sich ein gewisses Unverständnis der Masse im Pit gegenüber dem Balkon…dieses ließen sie immer wieder verlautbaren, indem sie ständig „Scheiß Tribüne!“ riefen. Uns machte es nicht wirklich was aus, hatten wir doch perfekte Plätze für das Konzert und fühlten uns so wohl wie ein Welpe, der gerade seine Bauch-Streicheleinheiten bekam…also konnten sie soviel gröhlen wie sie wollten. Denn am Ende standen wir immernoch oben und hatten die Möglichkeit, auf die Menschen da unten zu spucken…natürlich taten wir das nicht, wir sind ja nicht wie die, HAHAHA!

Die Stimmung wurde immer besser und die Jungs von Kraftklub wollten immer noch einen drauf setzen. Nicht nur beim Gesang gaben sie alles, auch bei der Performance konnten sie bei uns ziemlich punkten. Denn Felix entschied sich, den Delfin zu machen.
Ihr kennt den Delfin nicht? Das ist eine eigens von Felix entworfene Sprungpose von der „ach so beschissenen“ Tribüne direkt auf die „ach so tolle“ Masse im Pit. Soviel zum Thema, wir sind scheiße…wir sind auf jeden Fall nicht die, die unten stehen und Gefahr laufen, sich die Hände oder so zu brechen :DDD Aber zurück zum Delfin. Felix lief mal fix die Treppe hinauf und kam am Geländer der Tribüne wieder zum Vorschein. Er schaute nach unten und musste mit Entsetzen feststellen, dass die Masse ihn überhaupt nicht wahrnahm. Sie pogten und wogten im Kreis herum und kümmerten sich nicht darum, was über ihren Köpfen passierte. Also fing Felix an, mit seiner engelsgleichen Krächzstimme, die Masse zu beruhigen, was nach wenigen Minuten dann auch endlich gelang. Er holte einmal tief Luft und machte dann den Delfin, für den wir ihm sehr gerne die Note 10 sowohl für den Abschluss als auch für die Haltung gaben.
Die letzten Songs klangen an und wir legten noch einmal einen Zahn zu. Es wurde noch einmal gestampft, getanzt und ein bissl gepogt, sodass sich langsam unsere Schuhabdrücke in den Fußboden drückten…ein tolles Gefühl.

Doch leider ist alles einmal zu Ende! Denn irgendwann sind auch mal die größten Band-Mitglieder und die genialsten Klappspaten geschafft und außer Atem. So verabschiedeten sich Kraftklub von uns und gingen in ihren wohlverdienten Feierabend. Und auch wir entspannten uns einmal kurz und genehmigten uns zwei Fanta und ein Bier. Wir setzten uns also hin und beobachteten, wie das große K in seine Einzelteile zerlegt wurde und wie sich die Massen langsam in Richtung Ausgang bzw. Garderobe bewegten. Für uns stand fest, dass wir erst einmal ein bissl abwarten, wollten wir uns doch nicht auch dazustellen und weitere 30 Minuten warten. Doch irgendwie wurden wir von unserem Vorhaben, gegen den dummen Menschentrieb der Wanderung anzukämpfen, abgehalten. Denn eine für diesen Job hochqualifizierte, aber höchstwahrscheinlich auch die Hochschule besuchende, Rausschieberin sagte uns auf äußert unhöfliche Weise, dass wir oben auf dem Balkon nicht mehr sitzen können. Ich fragte sie, ob wir unsere Getränke (die wohlbemerkt nur noch jeweils einen Schluck von der totalen Vernichtung entfernt waren) noch schnell austrinken könnten. Wir erwarteten eine folgerichtige Antwort, die nur „Ja“ oder „Nein“ lauten konnte. Doch das Mädel entschied sich zu der weitaus unsinnigsten Antwort, die uns mit vielen Fragezeichen zurückließ. Sollten wir jetzt aufstehen und gehen oder eher ein Rad schlagen oder doch lieber noch ein Bier kaufen? Wir wussten es nicht, entschieden uns dann aber lieber, in Richtung Garderobe zu gehen, auch wenn uns das noch äußerst bescheuert erschien.

Unten angekommen, standen wir vor einer riesigen Traube…aus Menschen. Diese standen alle vor dem 70 Zentimeter breiten und einem Meter hohen Durchgang, der die Menschenmenge direkt zur Jackenausgabe führte; ob die Leute irgendwo wieder rauskamen, wussten wir bis dato noch gar nicht. Wir stellten uns deshalb erstmal vor die Tanzfläche und beobachteten das rege Treiben beim Abbau. Anscheinend gab es viel zu tun, denn die ganzen Techniker wuselten durch die Gegend wie kleine Ameisen, die noch super viel zu tun haben. Wir hingegen hatten nichts zu tun, fanden es aber auch nicht so schlimm, nicht rauszugehen, da es wahrscheinlich immernoch regnete. Langsam aber stetig wurde die Traube vor dem Durchgang kleiner und wir entschieden uns, auch mal langsam in diese Richtung zu gehen. Es ging voran, man watschelte im langsamen Trott zum Ziel „Jacke“. Doch glaubt nicht, dass das ein Ding von 10 Minuten gewesen ist! Nein, nein!!!! Wir standen auch in dieser Schlange noch ein mal 20 Minuten…außerdem zeigte sich bei diesem Schlangestehen, dass die menschliche Intelligenz abnahm und zu einer Art Stumpfsinnigkeit ausartete, wenn zu vielen Mernschen die gleiche Tätigkeit (also hier das Schlange stehen) ausübten. Denn der Weg machte direkt nach dem Treppenende eine 180° Biegung. Man sollte meinen, die Menschen gehen dann direkt dort lang…aber weit gefehlt! Die Menschen gingen noch 3 oder 4 Meter weiter gerade aus, um erst dann diese 180° Biegung zu vollziehen. Die Frage, die ich mir stellte, und sie auch laut aussprach: „Warum zum Geier sind Menschen so dumm?“ wurde von Nadine und Björnski mit einem Lachen abgetan, weil sie es auch nicht verstanden. Alle anderen schauten mich nur verdutzt an. Ich hielt also lieber meinen Mund, wollte ich doch keine Rebellion gegen mich anzetteln. So gingen wir weiter zur Garderobe und holten unsere Jacken ab.

Beim Rausgehen überlegten wir, was wir denn nun machen. Es war 23.40 Uhr und wir mussten bist 4.10 Uhr warten, damit wir den ersten Zug nach Schwerin bzw. Hamburg nehmen konnten. Wir entschieden uns dafür, in die Warschauer Straße zu gehen, um dort etwas zu essen und zu trinken und einfach nur zu chillen und abzuwarten. Da es regnete, beeilten wir uns und landeten nach kurzer Zeit bei einem Döner. Dort gab Nadine erstmal einen aus, doch leider mussten wir feststellen, dass es nicht der perfekte Döner ist…wir wünschten uns augenblicklich nach Wedel zu unserem Lieblingsdöner. Nachdem wir den Döner eingenommen haben, gingen wir weiter und suchten uns ein kleines aber feines Fleckchen, in dem wir uns niederlassen konnten. Dieses fanden wir in einer kleinen Bar, die auf den Namen „Cayetano“ hörte. Wir ließen uns dort nieder und suchten uns etwas zu trinken aus. Björnski suchte sich einen Cocktail aus, wie konnte es auch anderes sein. Nadine entschied sich für einen Tee, den sie aber nicht mehr hatten, also nahm sie einen Milchkaffee. Ich konnte nichts Warmes trinken, also entschied ich mich für ein Bionade MIT Strohhalm. Nach einer kleinen Weile kamen dann unsere Getränke und alle fingen an. Nadine hatte auf ihrem Getränk überraschender Weise Sahne drauf, die ich ihr bereitwillig abnahm. Beim letzten Löffel schmeckte ich etwas Bitteres und dachte mir, so schmeckt also Kaffee…igitt! Ich gab Nadine ihre Tasse (oder besser gesagt das Glas…was uns auch schon wunderte) zurück und sie machte sich wie immer Zucker rein. Dann fing sie an zu trinken, setzte dieses aber schnell wieder ab. Sie schaute uns ungläubig an und schob das Getränk in Björnskis Richtung. Nadine war der Meinung, dass dort Alkohol drin war, was Björnski nach zweimal Nippen dann auch bezeugte. Wir bestellten die Kellnerin noch einmal zu uns und sagten, dass wir das nicht haben wollten, da dort Alkohol drin ist. So einen verwirrten Blick habe ich noch nicht gesehen. Nach einer Minute hatte sie sich wieder gefangen und fragte nur, dass wir doch Irish Coffee bestellt hätten. Da konnten wir nur lachen und den Kopf schütteln. Letztendlich bekamen wir dann ja doch noch den Milchkaffe und wir waren glücklich.

Gegen 3.00 Uhr mussten wir dann so langsam raus…also machten wir uns auf zur Station „Ostbahnhof“, wo wir dann in den Zug einsteigen sollten. Nach einer dreiviertel Stunde war dann der Zug auch da und wir stiegen ein, um es uns auf ein paar Sitzen bequem zu machen. Da der Zug leer war (auch kein Wunder zu dieser Uhrzeit), konnten wir uns schön breit machen. Auch die verlorenen Jungs gesellten sich zu uns. Jeder nahm eine einigermaßen gute Position ein und versuchte zu schlafen. Nadine allerdings konnte nicht schlafen und beschäftigte sich damit, aus dem Fenster zu schauen bzw. mir dabei zuzuschauen, wie ich andauernd aus dem Halbschlaf schreckte. Nach 2 Stunden Fahrt stiegen wir dann in Schwerin aus, da der Zug nicht nach Hamburg fuhr. Dementsprechend mussten wir also in Schwerin 1Stunde warten, um mit dem nächsten Zug nach Hause zu fahren. Da es ja mittlerweile morgens war, hatten wir alle tierischen Hunger. McDonalds  schien uns dafür geeignet zu sein. Doch leider machte uns eben dieses Schnell-Restaurant einen Strich durch die Rechnung; konnte ja keiner ahnen, dass die Mitarbeiter am Sonntag ausschlafen wollen. Nun ja, gingen wir also zu Stadtbäckerei und genehmigten uns dort Schlemmertaschen.
Die Zeit verging super schnell und schon bald kam der Zug. Wir verabschiedeten uns von Nadine und stiegen ein. Sie ging schon mal ins Bett und wir nahmen noch einmal eine kleine Reise auf uns, damit vielleicht in Wedel irgendwann ins Bett fallen konnten. Doch erst mussten Björnski und ich unseren Bürgerpflichten nachgehen und in Wedel wählen gehen. Müde wie wir waren, gingen wir zum Wahllokal, wählten und schleiften danach unsere müden Körper nach Hause. Dort entschieden wir uns allerdings, noch wach zu bleiben. Ein bissl hardcore aber was soll’s. Irgendwann abends ging es für uns aber doch auf die Couch, um ein bissl auszuruhen.  So beendeten auch wieder das Wochenende…ich kann nur sagen, jetzt waren wir alle um eine Erfahrung reicher.

Wir danken: der Bahn, die uns heil hin und wieder zurück gebracht hat, den verlorenen Jungs für ihre tolle Gesellschaft, natürlich den Bands in Berlin und den Betreibern der Location, die uns schon früher reinließen.

Kein Dank geht an die Kellnerin in der Bar, die einen Irish Coffee und einen Milchkaffee nicht unterscheiden kann, sowie der Rausschmeißerin.

Samstag, 14. April 2012

She Loves You. YEAH YEAH YEAH


-Recartney im Speicher, 03.03.2012-

Irgendwie haben wir Klappspaten schon vor zwei Jahren ein stillschweigendes Abkommen abgeschlossen, dass wir das Recartneykonzert im Speicher zu Schwerin zu einer jährlich Sache machen. Und in so einer Sache sind stillschweigende Abkommen immer gut. Kann ich jedem wärmstens empfehlen. Sollte man häufiger machen.
Zum Problem wird dann allerdings, wenn das Abkommen durch andere Pläne gekreuzt wird. Und so mussten wir auch diesmal wieder schauen, dass wir den Termin überhaupt wahrnehmen können… Das Ergebnis war, dass nur Spikey und ich uns den Samstagabend irgendwie freischaufeln konnten… Was natürlich schade ist, denn ohne die anderen fehlt natürlich immer was… Aber geteiltes Leid ist halbes Leid. Oder so…
Ich besorgte schon früh genug die Tickets für uns beide, denn es handelt sich hier schließlich um die Recartneys, eine Beatles-Coverband. Und wenn sie den Beatles nacheifern, sind die Konzerte selbstredend sehr schnell ausverkauft.

Spikey und ich waren uns vorher schon früh einig, dass wir uns vorm Konzert noch stärken müssen. Denn mittlerweile jammert mindestens einer von uns während eines Konzertes, dass er Hunger hat. Also lieber vorsorgen. Und womit macht man das am besten? Na klar, mit Döner. Da wir aber nicht im Hamburg bzw. Wedel waren, konnten wir nicht zu unserem Stammdöner in Wedel gehen. Also auf den nächsten Döner in Schwerin ausweichen. Der Vorteil hierbei ist, dass es im Osten der Republik noch süßsaure Soße gibt. Das ließ Spikeys Herz ungemein höher schlagen. Gibt’s doch im Westen keine süßsaure Soße mehr. Skandal! Den Döner können wir im Nachhinein mit ner 2 bewerten. Er kommt aber nicht an den Döner in Wedel ran (auch wenn wir in Schwerin süßsaure Soße hatten).

Frisch gestärkt machten wir uns also auf den Weg zum Speicher, wo die Recartneys traditionsgemäß spielen. Gerade richtig zum Einlass angekommen, schafften wir uns einen Überblick über die Lage. Es kristallisiert sich mittlerweile immer mehr heraus, dass die Leute immer später kommen, soll heißen, erst kurz vor Ultimo wird es erst voll. So hatten wir noch ausreichend Zeit, um ein erfrischendes Kaltgetränk zu schlürfen. Oben an der Bar platzierten wir uns auf sehr ausgefallenen wackeligen Tonnen, solche die man aus den ganzen Gangster-Rapper-Videos kennt und die da immer so schön brennen. Nur das die Tonnen im Speicher nicht brannten, sondern zu Sitzgelegenheiten umgebaut wurden. Zum Glück, denn sonst wäre es ziemlich heiß am Hintern geworden. Wir amüsierten uns tierisch auf den Dingern, das sollte später aber noch WEIT übertroffen werden.
Die Fantas exten wir dann zügig und so erfrischt ging es dann wieder zurück in den Konzertsaal und schnurstracks in die erste Reihe. Die Plätze teilten wir uns dann mit dem Originalfanclub der Recartneys. Die reisen denen richtig hinterher und so. Quasi wie damals die Fans bei den echten Beatles. Haben die vom Recartneys-Fanclub damals mit den echten sicherlich auch gemacht.
Neben Spikey stand dann aber ein Mädel, das vorher nicht so begeistert schien. So Marke „Was zum Henker tu ich hier eigentlich? Warum musste ich mitkommen???“ Zuerst fanden wir das ein wenig irritierend, aber es kam nicht an das ran, was wir schon bei früheren Shows der Recartneys gesehen haben. Emily the Strange, die die Recartneys damals fast totgestarrt hat, ist einfach unschlagbar. Die war ja vor ein, zwei Jahren mit ihrer ganzen Clique im Speicher und die haben den ganzen Laden zusammengekreischt. Aber dieses Jahr schienen wir verschont zu werden.
Dann legten die Recartneys gewohnt souverän mit allen bekannten Hits los und Spikey und ich tanzten uns die Beine ab. Die Stimmbänder schonten wir mal ein wenig, es war ja schließlich Erkältungszeit und unsere Samtstimmen (haha, lange nicht mehr so gelacht) brauchen wir ja noch. Und so ging es munter weiter. Der Laden brannte und das ganze Publikum ging wie immer ab. Hab ich „das ganze Publikum“ gesagt? Ich meine natürlich alle außer dem miesepetrige Mädel neben Spikey, das zwischendurch immer wieder geseufzt hat, als würde sie grad den schwersten Moment des Lebens durchmachen. Das soll mal einer verstehen, so ein junges Ding und dann hat sie es schon so schwer im Leben.
Naja, kann man nichts ändern, unserer Stimmung tat das keinen Abbruch.

Nach dem Seitenwechsel, ach ich meine nach der Halbzeitpause, ach Quatsch, nach dem ersten Set wurde das Publikum ein wenig durchgemischt. Und so begab es sich, dass Emilys Freunde plötzlich neben und hinter uns auftauchten. KREISCHALARM! So mischte sich also die tolle Beatlesmusik mit dem Kreischen der verkleideten Mädels. Sogar ein Schlüpfer, ja richtig gelesen, ein Schlüpfer flog auf die Bühne, so wie damals, als die originalen, ach, ihr wisst schon. Aber irgendwie waren die Recartneys nicht ganz so begeistert. Wir auch nicht. Naja, immerhin drohte der Schlüpfer nicht, mir ins Gesicht zu fallen, so wie vor zwei Jahren. Gruselige Erinnerung. Ich will gar nicht mehr dran denken. Warum musstest DU wieder damit anfangen, he?

Damit wir den Kreischgirls nicht die Oberhand überlassen, sangen und grölten wir dann doch etwas mit, vor allem bei Hey Jude, das dann wie immer nicht enden wollte. Aber alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei und so steuerte dann auch das Recartneyskonzert dem Ende entgegen. Die Kreischgirls warteten dann darauf, dass die Jungs der Recartneys schnell wieder aus dem Backstage kommen würden, damit sie dann Fotos und Autogramme abstauben könnten und wir machten und wieder auf den Weg zur Bar, um uns nochmals zu erfrischen.
Leider waren unsere Barhockertonnen schon besetzt, also mussten wir uns eine andere Sitzgelegenheit suchen. Die fanden wir dann in Form von Hockern. Also wenn man das so nennen will. Die Hocker muss man einfach gesehen und drauf gesessen haben. Keine 20 cm hoch, dreieckig, viereckig und sogar fünfeckig waren diese. Die geringe Höhe lässt auch folgerichtig auf eine kleine Sitzfläche von ca. 20 cm Durchmesser schließen. Und auf diese Dinger wollten wir uns dann setzen. War gar nicht so einfach, sich aus den luftigen Höhen, in denen wir uns aufgrund unserer Körpergröße ja normalerweise befinden, hinunterzuschaffen. Als wir mit unseren Allerwertesten auch auf Bodenniveau angekommen sind und uns auf den Hockern platzierten, hätten wir uns zu allem Überfluss noch fast die Knie in die Nase gerammt. Dann hieß es auch noch bloß nicht kippeln, denn sonst wären wir runtergefallen. Und das war bei den Lachsalven, die wir abfeuerten, schon sehr gut möglich. Aber ich frag mich, warum wir uns darüber solche Gedanken gemacht haben. Tief gefallen wären wir so oder so nicht. Unsere Situation hat durch die äußeren Einflüsse nicht grad gebessert. Unsere Sitznachbarn macht es sich zum Beispiel auf Affen gemütlich. Klingt komisch, ist aber so. Ich frag mich grad, warum wir von all dem keine Beweisfotos oder gar ein Beweisvideo gemacht haben. Aber so könnt ihr euch ja mal selbst die Sitzgelegenheiten im Schweriner Speicher angucken. Das ist DIE Sehenswürdigkeit.
Über das ganze Lachen hätten wir fast vergessen, dass wir ja noch was zu trinken hatten. Aber auch das wurde noch vertilgt. Und so taumelten wir dann lachend aus dem Speicher und machten uns auf den Weg.

Irgendwie machte sich dann auch unser Alter bemerkt und wir waren dann doch ziemlich fertig. Also hab ich Spikey fix zu Ihren Eltern gebracht, wo sie dann auf der Couch ihren Schlaf fand und ich bin auch wieder Heim gefahren und dann ab ins Bett. Wir sind halt nicht mehr die jüngsten. Also nicht meckern, dass mit uns auch nichts mehr los ist. Macht das erst mal alles mit…

Dank gilt diesmal dem Döner und seiner süßsauren Soße, dem Speicher, weil er immer wieder die Recartneys einlädt und so wunderbar skurrile Sitzgelegenheiten hat, und natürlich den Recartneys.

Kein Dank geht raus an die Kreischgirls und den Schlüpfer.

Mittwoch, 29. Februar 2012

Endlich auch in unseren Blog-Memoiren

- Twin Atlantic im Molotow, 20.01.2012 -

Viele Anläufe hatte es gebraucht, doch endlich schafften es Nadine und ich, die Oberklappspaten vom Dienst, Karten für Twin Atlantic zu ergattern. Okay, der Kauf war nicht die Schwierigkeit. Eher die Tatsache, dass die Jungs einfach nicht so oft in good old Germany vorbei schauten und wenn sie es mal taten, dann eben nur in ausgewählten Locations und Orten. Also grundsätzlich dann, wenn wir nicht kommen können. Aber wie schon gesagt, dieses Mal war es anders und wir konnten uns schön auf das Konzert im bitterkalten Januar freuen.
So kam der Tag auch ziemlich schnell nahe und wir bereiteten wir uns am Freitag vor, um zur Reeperbahn zu fahren. Denn man muss ja mal sagen, wo gibt es besseres Flair für solche tollen Konzert-Gigs? Eben nur auf der Reeperbahn.
Als wir vor dem Molotow ankamen, stand ein Typ schon vor der Tür…ja, richtig gelesen. Doch schon zwei Sekunden später kam ein Mädel wild gestikulierend auf uns zu gerannt und machte uns auf ziemlich komische Weise klar, dass sie doch mit dem Typen schon vor uns da gewesen sei und ihr somit der vordere Platz zustünde. OKAY!! Wir dachten uns unseren Teil und ordneten sie in die Berufsgruppe „Band-Stalker“ ein. Während wir also dort so standen und warteten mussten wir uns von diesem Mädel, nennen wir sie Emily the Strange, irgendwelche abstrusen Stories anhören…angefangen bei „Ich kenn die Band schon richtig gut, war bei denen schon oft Backstage eingeladen!“ bis hin zu „Ich war ein Jahr in England und kann super Englisch, also kommt mir bloß nicht mit eurem Amateur-Englisch in die Quere!“ Beides entpuppte sich als (wie soll ich es sagen???) Selbstüberschätzung. Denn als die Jungs von Twin Atlantic kurz vorbeikamen, kreischte sie nur rum und die Jungs rollten sichtlich die Augen. Außerdem war ihr Englisch mäßig gut, wie sich herausstellte, als sie einem Engländer sagte, „that one of her favorite things are Snowboarden….“ Okay, nun war uns klar, dass sie wirklich eine 16-jährige Teenie-Göre ist, die ja so rebellisch, wie sie war, die letzte Stunde geschwänzt hat. WOW!!!
Die Meute vor dem Club wurde zunehmend größer und so gegen 20 Uhr ging es dann auch endlich rein, war aber auch irgendwie nicht so warm draußen J. Drinnen gaben wir dann nach einer kleinen verwirrenden Aktion die Jacken ab und kauften uns erstmal ne Fritz Limonade. Natürlich jeder eine…sollte ja auch für beide genug da sein. Schnell inspizierten wir den Tanzbereich und Nadine stellte fest, dass der Raum nicht so aussah vom Aufbau, wie damals bei den Donots. Aber auch so konnten wir uns eine Position direkt an der Musikbox sichern. Schlechte Entscheidung, sollte sich dann später herausstellen. Naja, nun standen wir da und beobachteten die Groupie-Stalker (wahrscheinlich ein neuer, aber weitaus treffender Begriff für diese abgedrehten und realitätsfremden Mädchen), wie sie sich einen Platz an der Bühne, mit Schlagen und Beißen erkämpften. Na gut, so schlimm war es nicht, aber für uns Normalo-Fans sieht es immer wieder so aus. Neben diesen komischen Geschehnissen sahen wir in weiter Ferne eine Enten-Lampe, die unwillkürlich unsere Aufmerksamkeit auf sich zog. Wir machten Fotos und versuchten, ihre Form perfekt einzufangen.
Ach, die sah aber auch zu witzig aus. Doch irgendwann ließen wir unsere Blicke weiter wandern und so verflog die Zeit bis zum Gig-Beginn wie im Flug.
Schon bald kam die Vorband rein, die sich selbst „Zen Zebra“ schimpfte. Wir kannten sie nicht, aber irgendwie passte der Bandname, schien der Sänger doch immer wieder in einen meditativen Zustand zu verfallen.
Doch das soll nicht negativ gemeint sein, war die Musik sehr eingängig. Nadine und ich konnten gar nicht anders, als schon mal ein bissl rumzuhüpfen. Auch die anderen schienen das Ganze gut zu finden, also befand sich die Masse nach nur kurzer Zeit in einem wogenden Zustand, was immer sehr schön ist. Doch irgendwie wurde ich plötzlich von hinten belagert; nicht von der Menschenmasse…nein, nein; da kam ein Typ und stellte sich so hinter mich, wie es Björnski (seines Zeichens mein Klappspaten-Freund) eigentlich tun würde. Nadine und ich waren sichtlich irritiert, kannten wir diesen Typen doch nicht mal. Er stand mit einer Selbstverständlichkeit hinter mir und trank sein Astra Bier mit einem Strohhalm. JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!! Ein Strohhalm für Bier, ich bin so schwach geworden. Wie kann man das nur machen??? Ich mein‘, ist er ein Mann oder ‚ne Maus??? Boah, das ging mal gar nicht. Wir konnten nicht aufhören zu starren und uns zu fragen, was ihn dazu verleitet hatte, einen Strohhalm in die Bierflasche zu tun. Da konnten wir dann schließlich nur den Kopfschütteln und das ganze ad acta legen. Die Band rockte immer fleißig weiter und wir wurden langsam warm. Doch nach einer Stunde war das Ganze vorbei und die Jungs von Zen Zebra verließen die Bühne. Das hieß also, schon langsam auf die Hauptband vorbereiten. Taten Nadine und ich dann auch, indem wir uns in Position stellten, um später auch alles mitzubekommen.
Nach einem wirklich kurzen Umbau kamen die Jungs von Twin Atlantic dann auch endlich aus ihren Löchern gekrochen und legten los. Wir waren auch gleich vollkommen dabei mit tanzen und singen. Naja, hier übernahm wiedermal Nadine das Ruder, da ich bei Twin Atlantic nicht so recht auf dem songtextsicheren Stand bin. Fand ich aber auch nicht schlimm, so konnte ich wenigstens schön zuhören und abhotten. Es war eine richtig coole Nummer, mal die Songs live zu hören, also zumindest für mich J Sie legten so los, dass wir schon in kurzer Zeit keine stillstehenden Menschen sahen.
Lediglich die Groupie-Stalker machten unaufhaltsam Fotos von Sam (ja, schon ein Hübscher) und belästigten ihn und die anderen mit Anweisungen, wie sie ihren Kopf oder sonstige Gliedmaßen zu drehen und wenden haben. Nadine und ich konnten echt nicht anders, als unaufhaltsam den Kopf schütteln bei so viel Dummheit. Wir dachten, dass das der Gipfel des Ganzen sein sollte. Doch weit gefehlt. Während die Band so absolut in ihrem Element waren und das Publikum sich nicht mehr halten konnte, machten die Mädels Fotos von Sam und küssten daraufhin immer wieder das gemachte Foto von ihm; VOR SEINEN AUGEN!!! Oh man, da möchte man doch als Fan im Boden versinken…wie krass!!! Irgendwann war es auch den Jungs zu dumm und sie winkten ständig ab. Denn immerhin waren sie auch für die anderen da und außerdem waren sie Musiker, die gerne zeigen wollten, was sie wieder so produziert haben. Die Jungs taten uns unsäglich leid. Doch gab es auch viele andere Fans, die mit den Songs mitgingen und lauthals mitsangen. Es war mal schön, so viele Menschen mit so viel Bewegungsbereitschaft zu sehen.
Sie standen nicht nur rum, sondern tanzten und sangen, was das Zeug hielt. Ich konnte irgendwann nur noch Lippenlesen, da ich das erste Mal in unserem gesamten Klappspaten-Dasein einen Hörsturz erlitten habe. Zu krass, da ich nicht wusste, was für Songs gespielt wurden. Aber irgendwann regulierte sich das Ganze und ich konnte dumpf ein paar Sachen wahrnehmen.
Irgendwann ist auch mal das tollste Konzert zu Ende und so gingen die Jungs nach einer schönen Zugabe langsam von der Bühne. Schade, eigentlich! Kam doch mein Hörvermögen so nach und nach wieder zurück. Nun gut, so ist es nun mal! Also gingen wir zur Bar, holten uns was zu trinken und machten es uns vor dem TV gemütlich. Wir schauten einen saukomischen Film. Sie zeigten das Original mit deutschem Untertitel. Doch die Beschriftung der Dialoge war so schlecht gemacht, dass jeder Text total dümmlich bei uns ankam. Wahrscheinlich kam der Film nicht nur so an, sondern war auch nicht wirklich intelligent gemacht. Nach einer Weile wurde uns der Film dann doch zu doof und wir entschieden uns wieder, Menschen anzuschauen. Das ist immer wieder ein Fest. Auf der einen Seite sahen wir die Groupie-Stalker, die Fotos mit der Band ergatterten und auf der anderen Seite normale Menschen, die Merch kauften und Bier tranken. Also alles ziemlich normal und nicht ungewöhnlich. Doch ein Typ in der Menge verschaffte sich bei uns Aufmerksamkeit, in dem er erst disko-mäßig sein Handy suchte und dann wie ein Kapitän über die Wellen hinwegschaute und seine Freunde suchte. Wir konnten nicht mehr vor Lachen. Das sah zu lustig aus, wie er seine Hand an die Stirn hielt und Ausschau hielt.
Nach einer Weile entschieden wir uns, dass es Zeit ist, nach Wedel aufzubrechen. Denn immerhin wartete auch Björnski auf uns, aber wahrscheinlich war er schon auf dem Weg ins Lala-Land. So gingen wir also los zur S-Bahn Haltestelle. Eine Stunde später kamen wir sicher zu Hause an und fielen in unsere Betten. Während Nadine sich mit Twin-Atlantic-Ohrwürmern in den Schlaf wiegte, hatte ich nur ein Pfeifen im Ohr. Deshalb schaute ich mir die Bilder des Abends in Gedanken an und schlief auch friedlich ein.

Und nun wieder die obligatorischen Dank- und Nicht-Dank-Sagungen:

Danke an Twin Atlantic, dass sie endlich mal wieder in Deutschland waren, und auch danke an den TV, der uns einen lustigen Film zeigte.

Kein Dank geht an Emily the Strange und den Typen, der so creepy hinter mir Stand.

Dienstag, 10. Januar 2012

Raus aus dem Studio - Rein in die Clubs

- Donots im Knust, 03.12.2011 -

Seit Monaten waren die Jungs aus Ibbenbüren damit beschäftigt, ein neues Album zu produzieren. Wir freuten uns sehr, denn so konnten wir auf jeden Fall auf neue Töne gespannt sein. Im September gaben die Donots dann bekannt, dass sie im Winter eine „Raus aus dem Studio – rein in die Clubs“-Tour in ausgewählten Städten machen wollen. Wir waren vollkommen aus dem Häuschen, als wir lasen, dass auch HH dabei sein sollte. Wir kamen uns vor wie bei der Vergabe des Olympia-Austragungsortes, ungelogen!
Wir fackelten nicht lange und kauften gleich mal 5 Karten für Nadine, Nicole, Björnski, Philipp und mich. Nun hieß es „Abwarten und Tee, Kaffee oder Wasser trinken“. Die Zeit flog nur so dahin und schon hatten wir November. Doch hatte dieser Monat nicht nur Gutes zu bieten. Auch eine schlechte Nachricht mussten wir hinnehmen: Nadines Weihnachtsausflug fiel genau auf dieses Konzert-Wochenende und deshalb konnte sie leider nicht mitkommen. Unsere Herzen bekamen bei dieser Nachricht ein paar Risse, doch schluckten wir es tapfer und suchten nach einem Abnehmer für die nun freie Karte. Lange brauchten wir nicht suchen, hat Philipp doch schon seit geraumer Zeit eine Freundin, Betty, die wir natürlich gerne als erstes fragten. Sie sagte zu und schon waren wir wieder, wenn auch in anderer Konstellation, vollständig.
Das Wochenende nahte und schon am Freitag, den 02.12.2011, reisten Philipp und Betty an. So konnten wir uns in Ruhe auf das Konzert vorbereiten. Am Samstag entschieden wir, mit dem Auto in die Stadt zu fahren, damit wir nicht Gefahr liefen, nach dem Konzert nicht nach Hause zu kommen. Pünktlich um 19 Uhr trafen wir uns mit Nicole vor der Location. Naja, pünktlich ist relativ. Wegen eines nicht fristgerecht (damit meine ich 2 Wochen vorher) angekündigten Staus hatten wir gar nicht die Möglichkeit, rechtzeitig anzukommen. Gegen 19.30 Uhr waren wir dann endlich da. Wir fanden Nicole auch gleich, da sie die letzte Person in der Schlange war. Sie war glücklich, nicht mehr allein warten zu müssen. Um 19.55 Uhr (also ausreichende 5 Minuten vor Einlass…bahhahaha...nicht!) fingen die Mädels vom Knust an, die Garderobe aufzubauen. Ja, richtig gelesen: „AUFZUBAUEN!“ Somit herrschte bei Einlass ein heilloses Chaos, was Karten vorzeigen und gleichzeitiges Jacken wegbringen anging. Ich schlug vor, dass einer die Jacken abgeben und die anderen schon mal reingehen sollten. Ich konnte gar nicht so schnell den Satz beenden, da war ich schon der Jacken-Wegbringer vom Dienst. Ich bewegte mich also auf die Garderobe zu. Am Tresen angekommen, schob ich zwischen den Jacken meine freie Hand ins Freie und gab der Garderobiere das Pfandgeld. Muss urkomisch ausgesehen haben, ein Knäuel Jacken mit Armen und Beinen  Das war dann auch geschafft und so machte ich mich auf die Suche nach den anderen, die ich auch schnell fand. Da wir das Knust schon kannten, entschieden wir uns, nach vorne links zu gehen, wo eine Treppe auf uns wartete. Dort wollten wir uns platzieren, aber wir sahen mit großer Begeisterung, dass der Balkon geöffnet war. Wir überlegten nicht lange und gingen hoch, wobei wir 2 Stufen auf einmal nahmen. Wir nahmen das Ganze erstmal in Augenschein und befanden, dass es hier oben toll war. Jetzt hieß es nur noch geduldig warten, dass es losging.
Ich muss das mal ein bisschen beschreiben: Oben war ein U-förmiger Gang, von dem aus man gemütlich auf die Bühne schauen konnte. Es standen hier und da ein paar Stühle und Sessel rum, auf denen sich natürlich schon Menschen niedergelassen hatten.
Es kamen immer mehr Leute und die Bühne beherbergte immer wieder mal ein paar Rowdies. Irgendwann ging ein Raunen durch die Menge. Ich wollte gerade genervt rufen, dass sie doch bitte nicht so einen Wind wegen nem Rowdie machen sollten, als ich erkannte, dass der Typ auf der Bühne die Vorband darstellte. Er verstand es mit seiner charmanten Art, das Publikum gleich zu Beginn zu begeistern. Einige kannten seine Songs…und sangen gleich mit. Andere wiederum schunkelten ausgelassen mit. So auch wir fünf oben auf dem Balkon. Denn seine Musik vermittelte so richtig schön Lagerfeuer-Stimmung, bei der ein Wippen mit dem Fuß unvermeidbar war. Somit waren die Leute schon richtig gut drauf. Nach einer Weile packte Nicole und mich allerdings die Ungeduld und wir begannen, besagten Sänger von der Bühne zu klatschen. Nicht, weil er langweilig war. Aber wir wollten endlich die Donots sehen und taten alles dafür.
Irgendwie fruchtete das auch, kamen die Jungs kurze Zeit später aus ihren Löchern gekrochen. Ein fulminanter Start reichte aus, um meine Beine in zappelnde Bewegungen zu versetzen. Herrlich! Nicht so herrlich war die virale Augenentzündung, die Ingo sich zugezogen hatte und in Folge dessen so gut wie nichts sah. Trotzdem ließ er es sich nicht nehmen, das Konzert zu machen und das (O-Ton Ingo) „wunderschöne Publikum“ zu sehen. Ich geh ja eher davon aus, dass er die Schönheit der Hamburger Menge erahnte, und das eben zu recht :). So rockten wir also mit den Jungs, einem Virus und schon bald mit der Hitze des Knusts zu Knallern wie „Calling“ und „The Years gone by“ ab. Irgendwann stellte Ingo uns ihren Hauself, äh ich meine Getränkeassi, für diesen Abend vor. Namen sind natürlich auch hier wieder Schall und Rauch, trotzdem erfüllte er seine Aufgabe des ständigen Traubensaft-Bringens mit Bravour. Neben den oben erwähnten Songs spielten sie zwischendurch ein paar neue Lieder, welche sehr eingängig waren. Es wurde geschunkelt, gepogt, gehopst und gesungen. Mein persönliches Highlight war (neben „Dead Man Walking“) der Song „To Hell With Love“. Der absolute Wahnsinn, wie die Jungs und allen voran Guido performten, die Menge bebte und sich bereitwillig vom Song mitreißen ließ.

Während sich unten ein Circlepit bildete, moshte ich mit mir selbst herum. Musste ich ja, da kein anderer wollte. Aber das Ganze machte nichts, hatte ich doch so viel Platz wie nie zuvor.
Zwischendurch brachten uns die Jungs und dort vor allem Ingo immer wieder zum Lachen. So komplementierte er seinen Hauselfen, äh Getränkeassi, auf die Bühne mit ausreichend Traubensaft. Erst tranken sie zusammen, dann fiel Ingo ein, dass auch der Typ in der letzten Reihe…sprich auf der anderen Seite des Knusts…Durst haben könnte. Also Tablett auf die Hände des Publikums und ab dafür. Die Menge schaffte es mit Leichtigkeit, dass das Tablett mit vollem Becher auch bei dem Typen, den ich nicht sehen konnte, ankam. Alle flippten aus und deshalb setzte Ingo noch einen drauf. Er forderte seinen Getränkeassi zum Croudsurf-Duell heraus. Spielregeln waren simpel: über die Menge bis zur Bar und ein Bier holen, wer zuerst da ist, hat gewonnen.

Es war ein Fest, das mitanzusehen. Wir gröhlten und feuerten beide an, denn es war ja schließlich egal, wer letztendlich gewann.
Doch irgendwann war auch mal das schönste Konzert vorbei und so verabschiedeten sich die Donots nach fast 1 ½ Stunden Spielzeit. Doch vergaßen sie nicht, mit uns eine ganz besondere Hamburg-Donots-Freundschaft zu besiegeln. Wir alle waren die glücklichsten Menschen auf Erden, oder zumindest schien es so. Und somit konnten wir selig das Feld im Knust räumen. Betty und Philipp gingen noch mal auf die Toilette und dann hieß es: ab zum Ausgang und Jacken erhaschen. Leichter gesagt als getan. Wir gingen die Treppe hinunter und sahen schon den Mega-Stau vor der Garderobe. Also entschieden Björnski, Nicole und ich uns noch für einen Schlummertrunk, während die anderen beiden schon mal Schlange standen. Nach 10 Minuten waren wir auch fertig und gesellten uns dazu. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass sich die Schlange nicht ein bisschen vorwärts bewegte. Und ich hatte damit eigentlich auch recht, denn wir brauchten noch eine ganze Weile, um an unsere Jacken zu kommen. So ein Chaos bei ner Garderobe hab ich ja ehrlich gesagt noch nie gesehen. Wir waren froh, als wir endlich wieder eingepackt waren in unsere Jacken und Mäntel. So konnten wir uns voneinander verabschieden…nun ja, Nicole fuhr wieder nach Hause; wir wieder nach Wedel.

Zum Schluss noch etwas von mir: Ich entschuldige mich für verschiedene Sachen: 1. dass ich die Namen der 1-Mann-Vorband und des Getränkeassis nicht mehr kenne und 2. dass ich so blöd war und meine Kamera zu Hause vergessen habe…deshalb gibt es von diesem Konzert keine Fotos.

Donnerstag, 15. Dezember 2011

We Are The Royal

-Royal Republic im Übel & Gefährlich, 18.11.2011-

Nachdem wir vor einiger Zeit erfahren durften, dass Royal Republic zum Abschluss ihrer 1 ½ jährigen Tour nochmal dort spielen, wo alles angefangen hatte, nämlich im Hamburger Übel & Gefährlich, machten wir Klappspaten uns ans lange Planen, denn wie der Zufall es wollte, fand das Konzert genau einen Tag vor Spikeys Geburtstag statt und wir wussten ja schon vom Donots-Konzert im April 2010 (bei dem wir Royal Republic zum ersten Mal sahen), dass es sich im Übel & Gefährlich gut in Geburtstage rein feiern lässt.
Es mussten Einladungskarten verschickt werden, es musste rumgefragt werden, wer denn auf das Konzert will usw. usw. Man kennt das ja, wenn man selbst Geburtstag feiert.
Unsere kleine Klappspatengruppe bestand aus den üblichen Verdächtigen, also Spikey, Björnski, Nicole und ich, und Andreas und Susanne, Spikeys Eltern, die im Vorfeld nicht so recht wussten, worauf sie sich da überhaupt einlassen… Aber ein paar Tage vor dem Konzert waren alle gleichermaßen aufgeregt.
Bevor wir in den großen Tag starten konnten, mussten aber noch einige organisatorische Sachen geklärt werden. Wir mussten nämlich feststellen, dass die Zeit für Spikey und Nicole, um nochmal nach Wedel zu fahren, sehr knapp sein würde. Also hat Nicole Spikey schon am Donnerstag ihre Sachen überlassen, damit niemand mit dickem Rucksack ins Übel & Gefährlich musste.
Am Freitag machte ich mich dann nach der Arbeit direkt auf den Weg nach Wedel, wo ich mich dann mit Björnski, Andreas und Susanne in der Wohnung traf, während Nicole und Spikey noch arbeiten mussten. Kurz nach vier dort angekommen gab es noch Kaffee und Kuchen, nur war der Kuchen nicht so wirklich anwesend. Das machte aber gar nichts, denn Andreas, Susanne und ich wurden gut von Bo und seiner Schwester abgelenkt. Die hatten grad auf DMAX Holz geerntet (bis dahin dachte ich immer, dass es roden heißt und nicht ernten; aber man lernt nie aus). Würde ich mich jetzt noch erinnern, wie die Sendung hieß, würde ich sie sogar empfehlen, aber mein Gedächtnis ist ein Sieb, also müsst ihr das Mysterium selbst lösen. Als Björnski dann auch ankam und sich ausgeh-fertig machte, konnten wir dann auch endlich in Richtung Übel & Gefährlich aufbrechen. Nicole und Spikey hatten sich ja in der Zwischenzeit schon davor postiert und mussten präpubertierende Kreischteens und ihre Freunde aushalten… Wie sie uns zwischendurch am Telefon berichteten, war das kein Spaß, wenn wir sie richtig verstanden haben, im Hintergrund war es irgendwie ziemlich laut und deswegen haben wir nicht jedes Wort mitbekommen... Kurz bevor wir zu den Mädels stoßen konnten, fiel Björnski noch ein, dass er noch einen Geschäftstermin hatte… Zum Glück fand grad der Winterdom statt und so suchte Björnski das Klo direkt am Eingang auf… Aber irgendwie dauerte das ganz schön lange, wir dachten schon, irgendwer hätte Björnski gefressen oder irgendwas anderes schlimmes mit ihm angerichtet, aber er tauchte dann doch noch auf… Wie wir dann erfahren durften/ mussten/ sollten, hatte eine alte Oma für längere Zeit das Herrenklo besetzt, um sich zu erleichtern. Und dagegen kann man einfach nichts machen… Aber dann konnten wir endlich große Wiedervereinigung feiern… Es war wie damals, 1989, als die Mauer fiel… So viel Euphorie war selten gesehen… Aber all die Freude wurde doch etwas gebremst, denn jetzt kamen auch wir anderen in den „Genuss“ der Kreischteens… Mein Trommelfell drohte zu platzen… Aber wir hofften, dass einige von ihnen gar nicht erst reindurften, weil sie eventuell den Darfschein ihrer Eltern vergessen haben könnten… Außerdem standen die Chancen ganz gut, dass wir nicht direkt neben ihnen stehen, denn wir wollte ja wieder auf das Podest, was uns schon beim Donotskonzert so viel Freude bereitete, und die wollten sicherlich in die erste Reihe, um Adam anzuschmachten und ihm Unterwäsche entgegen zuschmeißen…
Der Zeitpunkt des Einlasses kam bald und wir stürmten in Richtung Fahrstuhl, den wir sechs dann auf erfolgreich besetzten… Oben angekommen machten wir uns wie immer ein Bild von der Lage und erklommen das Podest, auf dem reichlich Platz für alle war.


Da der Rest des Publikums sich Zeit ließ, in den Saal zu strömen oder noch damit beschäftigt war, sich an der Garderobe anzustellen (selten so eine lange Schlange an der Garderobe gesehen), konnten wir uns schon mal die Zeit nehmen, um den Merchstand auszuchecken… Und auf Empfehlung der Merchfrau hat Spike dann auch gleich bei einem Shirt zugeschlagen, bevor es ausverkauft ist… Und zu unser aller Freude gab es dazu einen formschönen Beutel, der Björnski dann später schmücken konnte… Und so konnten wir uns zufriedengestellt auf das Konzert einstellen… Von der Vorband wussten wir bis dahin nichts, so mussten wir uns also von Tracer, so der Name, überraschen lassen… 


Schon die ersten Takte erinnerten mich irgendwie an Mind the Gaep, die wir ja im Dezember 2010 in Frankfurt gesehen haben und irgendwie im Hairmetal angesiedelt waren… Und, nun ja, also, hm, irgendwie ist Hairmetal nicht soooo meins… Aber ich wollte, genau wie die anderen, Tracer eine Chance geben… Doch irgendwie wollte mein Herz sich nicht für sie erwärmen. Es ging einfach nicht… Auch wenn sie aus Australien kommen… 


Als dann der Sänger auch noch sein Shirt auszog und unter seinem Bauchnabel in großen Lettern der Schriftzug „SCHWENKEN“ enthüllt wurde, war es endgültig aus. Das ging mal so gar nicht… Angeekelt wendeten wir uns dem Publikum zu, um zu beobachten, wie es so allgemein auf Tracer reagiert, und um nicht wieder das Tattoo zu sehen, und irgendwie fiel uns auf, dass Tracer das Publikum nicht so recht für sich gewinnen konnte… Wir waren dann auch froh, als sie ihr Set beendeten… In solchen Fällen tun mir die Vorbands dann aber doch irgendwie leid… Jeder fängt mal klein an und muss sich erstmal Respekt verdienen… Leider war das an dem Abend nicht der Fall… Naja, immerhin hatte die Vorband auch was Gutes, denn so freuten wir uns umso mehr auf Royal Republic… 


Die ließen sich dann auch nicht lang bitten und legten energetisch wie immer los… Und wie erwartet startete jetzt auch das Publikum mit der Party… Wir tanzten uns die Füße ab und strapazierten unsere Nacken durch Headbanging… 



Beim Mitsingen war Spikey an vorderster Front dabei, da der Rest von uns nicht sooooooooooo textsicher war… Aber immer wenn ich mich an eine Zeile erinnern konnte, sang ich auch aus voller Kehle mit…Bei Underwear flog wie auf Bestellung ein Schlübber genau auf Adams Mikrofonständer und wir konnten uns bei dem Anblick kaum halten… 



Der Werfer erhält hiermit im Nachhinein von uns 100 Punkte für seine Wurfkünste. Bei 101 Punkten hätte es eine Waschmaschine gegeben… Mit der hätte der Werfer dann auch seine Schlübber waschen können, anstatt sie auf der Bühne zu entsorgen. Royal Republic schöpften derweil aus den Vollen und spielten jeden einzelnen Song ihres Debutalbums und hier und da war sogar ein ganz neuer Song zu hören…  
Per war so gut drauf und prügelte so sehr auf sein Drumkit ein, dass es sich selbstständig machte und vom Drummerpodest zu rutschen drohte… Ein Roadie war dann über eine halbe Stunde damit beschäftigt das Drumkit irgendwie festzuzurren, aber es wollte nie richtig gelingen… Während des ruhigen Akkustikparts packte er dann die Ziegelsteine aus und tapte selbige dann als Rutschsicherung an die Basedrum. Hat dann auch einigermaßen gehalten… 
 
Zu Anfang des Akkustikparts hatten wir Zweifel, ob die Gitarren das bei der Luftfeuchtigkeit auch durchhalten, ist uns doch das 7-minütige, nicht grad erfolgreiche Gitarrenstimmen beim Donotskonzert lebhaft in Erinnerung… Aber Royal Republic waren gut vorbereitet und boten uns neue Versionen ihrer Songs dar, die das Publikum nicht still halten ließen…


Nach der Zugabe wollte das Publikum die Jungs überhaupt nicht mehr von der Bühne lassen. Und man hat ihnen regelrecht von den Gesichtern ablesen können, wie sprachlos und bewegt sie von diesem Augenblick waren… Hatte alles doch vor 1 ½ Jahren an genau dieser Stelle als Vorband für die Donots angefangen. Und jetzt wollte ein ausverkauftes Übel & Gefährlich die Jungs nicht mehr loslassen…


Aber alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Und so verließen die Jungs von Royal Republic verschwitzt die Bühne und wir schnappten auch erstmal nach Luft und genehmigten uns einen Drink… Da Spikey sich ja schon vor dem Konzert um den Merchkram gekümmert hatte, konnten wir dann auch gestärkt in Richtung Wedel aufbrechen, wo wir dann auch ganz offiziell in Spikeys Geburtstag feiern wollten. In der S-Bahn wurden wir dann, wie auch schon auf der Hinfahrt, angesprochen, weil Andreas seine Jacke an einen Haken gehängt hatte… So oft die Menschen auch mit der S-Bahn fahren, anscheinend haben sie diese Haken vorher noch nie gesehen oder sie haben sich bis dahin gefragt, wozu diese Dinger, die da oberhalb der Fenster angebracht wurden, gut sind… Naja, so haben wir an diesem Tag ein paar Menschen schlauer gemacht… Jeden Tag eine gute Tat…
In Wedel angekommen mussten wir quasi mitten auf der Straße anhalten, damit wir alle Spikey zum Schlüpftag gratulieren konnten… Ein kurzes Ständchen später sind wir aber auch weitergegangen, wir wollten den Verkehr ja nicht zu lange aufhalten… In der Wohnung breiteten wir uns alle im Wohnzimmer aus und verteilten Geschenke und quatschten noch ne gute Weile, bevor es dann ab ins Bett ging… Wir mussten ja fit für den Partymarathon am nächsten Tag sein… Aber das ist eine ganz andere Geschichte…

Mir bleibt jetzt nur noch, mich zu bedanken.
Vielen Dank an die immer größer werdende Klappspaten-Gruppe, die Merchfrau von Royal Republic, die Spikey freundlicherweise drauf aufmerksam gemacht hat, dass das ins Auge gefasste Shirt wohl nicht mehr lange käuflich zu erwerben ist, und Royal Republic.

Keinen Dank an die Omi, die einfach für 10 Minuten das Herrenklo aufm Dom besetzt hat, an die Kreischteens (mir klingeln immernoch die Ohren) und an den Tätowierer, der dem Sänger von Tracer dieses abartige Tattoo unter die Haut gestochen hat.